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Fall Magnitz: Alles ein bisschen anders

Selten lasen sich Überschriften zu ein und demselben Ereignis so ähnlich wie in der zweiten Berichterstattungswelle zum Überfall auf den Bremer AfD-Bundestagsabgeordneten Frank Magnitz, 66:

Tagesschau: „Staatsanwaltschaft widerspricht AfD“

Zeit Online: „Bremer Staatsanwaltschaft weist AfD-Darstellung von Angriff zurück“

T-Online: „Bremer Staatsanwaltschaft weist AfD-Darstellung zurück“

Westdeutsche Zeitung: „Fall Magnitz: Staatsanwaltschaft widerspricht AfD-Darstellung“

Deutsche Welle: „Staatsanwaltschaft widerspricht AfD“

Im Kern geht es bei dem Widersprechen und Zurückweisen darum, dass die AfD zunächst davon gesprochen hatte, Magnitz sei „mit einem Kantholz“ auf den Kopf geschlagen worden, und den Überfall als „Mordversuch“ bezeichnete. Nach Auswertung des Tat-Videos hatte der Sprecher der Bremer Staatsanwaltschaft Frank Passade gesagt, es sei nicht mit einem Gegenstand auf Magnitz eingeschlagen worden. Vielmehr habe der Täter „mit dem Ellenbogen voran“ sein Opfer von hinten angesprungen. Passade: „Wir gehen davon aus, dass die gesamten Verletzungen allein dem Sturz geschuldet sind.“

Es werde auch nicht wegen versuchten Mordes ermittelt, sondern wegen gefährlicher Körperverletzung nach Paragraf 224 des Strafgesetzbuchs.

Der Medientenor las sich so: Die AfD hatte mit ihrer Pressemitteilung zu dem Überfall wichtige Details in Übertreibungsabsicht falsch dargestellt. Und der Subtext: alles ganz anders. Und vor allem nicht so schlimm.

Doch so einfach ist es nicht.

• Um mit dem „Kantholz“ zu beginnen: Dass bei dem Angriff auf den Politiker ein Gegenstand einsetzt wurde, war keine Erfindung der AfD Bremen. Sondern dieses Detail stand in der ersten Mitteilung der Polizei Bremen (8.1.19 “Polizei bildet Sonderkommission”). Im Gespräch mit Publico sagte Staatsanwalts-Sprecher Passade: „Dass ein Gegenstand zum Einsatz kam, war die erste Einschätzung. Die Ärzte im Krankenhaus waren zunächst der Ansicht, die Kopfverletzung könnte nur von einem Schlag herrühren. Nach der Auswertung des Videos konnten wir sehen, dass das nicht der Fall war.“

Nur der Terminus „Kantholz“ stammte von der AfD. Woher er kam – von einem Arzt oder Polizisten, oder eine Vermutung von Magnitz selbst – lässt sich bisher nicht klären. Darauf kommt es aber auch angesichts der ersten Mitteilung der Polizei nicht an. Die Staatsanwaltschaft „widerspricht“ also nicht der AfD. Sie teilte einen neuen Ermittlungsstand mit. Das ist ein erheblicher Unterschied. Der Sprecher der Bremer AfD sagte, mit dem heutigen Kenntnisstand hätte er die Pressemitteilung anders formuliert. Er sagt also im Prinzip nichts anderes als die Staatsanwaltschaft: Es gibt neue Erkenntnisse.

Die Bewertung „Mordversuch“ durch die AfD stützte sich auf die Annahme, der Täter hätte Magnitz mit einem Schlagwerkzeug am Kopf getroffen. In dem Fall wäre die Annahme eines versuchten Totschlags oder Mordes als politische Bewertung nicht abwegig. Die fachliche Einschätzung liegt sowieso bei der Staatsanwaltschaft.

Neubewertungen des Tatvorwurfs sind übrigens nicht selten, selbst, wenn sie von erfahrenen Juristen stammen. Im Fall des attackierten Bürgermeisters von Altena Andreas Hollstein etwa ermittelte die Staatsanwaltschaft zuerst wegen Mordversuchs, nach einer genaueren Untersuchung des Falls (Hollstein hatte keine Schnittverletzung von 15 Zentimetern davongetragen, wie es zuerst in fast allen Medien hieß, sondern eine fünf Zentimeter große oberflächliche Abschürfung) änderten die Ermittler den Vorwurf in Körperverletzung.

• Mittlerweile veröffentlichte die Polizei das Video des Überfalls auf Magnitz. Hier ist zu sehen, dass auch die Darstellung des Staatsanwalts nicht ganz richtig beziehungsweise ungenau war: Der Politiker „stürzte“ nicht einfach. Das Video zeigt, dass der Täter hinter ihm beide Hände ausstreckt und ihm mit der rechten Hand – und mit Anlauf – einen Schlag in den Nacken versetzt. Der wuchtige Schub nach vorn, durch den magnitz ungebremst zu Boden fiel,  erklärt die Gesichtsverletzung Der Täter scheint außerdem auch noch von links mit einem kleineren Gegenstand zuzuschlagen, den er anschließend an einen Mittäter weitergibt. Publico fragte mehrere Ärzte nach ihrer Beurteilung der Wunden. Ihre Einschätzung lautet: Gesichtsverletzung und Stirnverletzung scheinen, wie es bei Gerichtsmedizinern heißt, durch verschiedene Bewegungsmechaniken verursacht worden zu sein.

Behördensprecher Passade sagte ursprünglich, die Formulierung „mit nach vorn gestrecktem Ellenbogen angesprungen“ stamme von ihm. Er könne sie nicht „als unbedingt falsch“ erkennen. Eine Absicht bei der Formulierung kann auch gar nicht unterstellt werden. Allerdings mittlerweile ein etwas anderer Hergang.

Das Video zeigt auch, wie routiniert und geplant der Überfall vonstatten ging: Zwei Männer des Täter-Trios gehen voran, einer sichert nach hinten ab. Wenige Sekunden vorher ziehen sich die vorderen die Kapuzen tiefer ins Gesicht, und scheinen sich abzusprechen.

• Drittens: die Sache mit dem „Raubüberfall“. Sehr kurz nach dem Angriff sprach BILD mit dem verletzten Magnitz. Der sagte auf eine entsprechende Frage, ob es sich auch um einen Raubüberfall gehandelt haben könnte: Das sei zwar sehr unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Er selbst habe aber so gut wie keine Erinnerung an die Attacke. Zu ungefähr gleicher Zeit hatte Passade, der das Video schon kannte, klar gestellt, dass es sich auf keinen Fall um einen Raub gehandelt haben könne. Tatsächlich beugt sich keiner der Täter zu dem am Boden liegenden Magnitz herunter, alle drei laufen schnell weiter.

Trotzdem stellten die meisten Medien den Passus „laut Magnitz auch ein Raubüberfall“ in fast jedem Bericht prominent heraus. Die gegenteilige Aussage Passades taucht dagegen entweder nur kurz oder gar nicht auf. Beim „Kantholz“ wird also der Widerspruch deutlich herausgestrichen und zum Überschriftenthema gemacht. Dort, wo die Staatsanwaltschaft eine Formulierung von Magnitz in die andere Richtung korrigiert, ist das den Berichterstattern offenkundig nicht so wichtig: Eine Entpolitisierung des Falls passt eben gut ins Konzept.

• Viertens die Frage: wurde bei dem Überfall ein Gegenstand eingesetzt? Auf dem Video ist nicht zu erkennen, ob der Täter etwas in der linken Hand hielt, ob er Handschuhe trug, unter denen sich beispielsweise ein Schlagring verbergen kann, oder aber – wenn er welche tragen sollte – Quarzhandschuhe benutzt. Staatsanwaltsschafts-Sprecher Passade sagt, zu der Frage habe er keine Erkenntnisse. Sollte es sich herausstellen, dass der Schläger doch einen Gegenstand benutzte, einen verborgenen Schlagring, Quarzhandschuhe, „dann wird das entsprechend zu bewerten sein“. Die Frage ist also noch offen. Und offen heißt: Es gäbe keinen Grund für Publico, nach dem Vorbild der anderen Medien zu twisten: „Staatsanwaltschaft rudert zurück“. Dass neue Erkenntnisse besser sind als die alten, dass Details ungeklärt sind – solche Punkte gehören zu fast jeder Ermittlung.

Für die Bewertung der Tat spielt die Frage des Gegenstandes keine Rolle. Gefährliche Körperverletzung nach Paragraf 224 ist schon gegeben, wenn Täter gemeinschaftlich beziehungsweise arglistig angreifen. Und auch bei diesem Delikt können die Verletzungen – wie bei Magnitz – erschreckend sein.

Wie penibel viele Medien bei dem Magnitz-Überfall jeden Stein hin und her wenden, ist beachtlich. Die gleichen Plattformen, Zeitungen und Sender hatten im Fall Chemnitz kein Problem damit, eine „Hetzjagd“ in einem Video zu erkennen, das keine Hetzjagd zeigte. Die „Hetzjagd“-Sprachregelung stammte seinerzeit von Regierungssprecher Steffen Seibert und Angela Merkel. Bei der ermittelnden sächsischen Generalstaatsanwaltschaft fragte damals zunächst nur ein Medium nach, ob sich diese Bewertung mit den Ermittlungsergebnissen deckte: nämlich Publico. Selbst, als die Behörde feststellte, es gebe keine Erkenntnisse zu einer Hetzjagd, hielten etliche Medien an dem Begriff fest.

Ganz nebenbei, wäre ein Grünen-Politiker von drei Schlägern überfallen worden und mit einer tiefen Platzwunde liegen geblieben: Hätten dann die alten Medien penibelst jede Formulierung in den Pressestatements der Partei gedreht und gewendet und bei neuen Erkenntnissen und der geringsten Differenz getextet: „Staatsanwaltschaft widerspricht Habeck?“ Und außerdem kommentarlos Kommentare der AfD weitergereicht mit dem Inhalt: der Anschlag sei zu verurteilen, man dürfe eben nicht „Hass mit Hass“ beantworten, und überhaupt nütze der Vorfall nur den Grünen?

Um die Frage zu beantworten, muss niemand lange Untersuchungen anstellen.

Alexander Wendt :Weitere Profile:

Kommentare anzeigen (51)

  • Im Vergleich zum Anschlag auf den Bürgermeister von Altena zeigt das obige Bild der Verletzung des AFD Politikers alles.
    Der Bürgermeister bekam sofort eine Sondersendung von Maischberger, wo er den Vorfall darstellen und seine "lebensbedrohliche "Verletzung zeigen konnte.
    Des weiteren konnte er für Merkels Flüchtlingspolitik werben. Der Anschlag auf den AFD-Politiker wird hingegen dargestellt, als ob er selber schuld dran sei. Wer für die AFD wirbt ist selber schuld... (Wer Hass sät, wird Hass ernten) Welcher Hass? Ist Kritik an der Regierung Hass?
    Gewalt ist in jeder Form abzulehnen. Doch die Sympathie der Medien zu den Aktionen von Antifa usw. ist nicht mehr zu übersehen. Wie über den G20 Gipfel im Vergleich zu Chemnitz berichtet wurde, dürfte dies belegen.
    Die Systemmedien tragen nicht mehr zur neutralen Information der Bürger bei, sondern sind zur reinen Propagandaabteilung der Regierung und der Altparteien verkommen.
    Vor jedem AFD Wahlkämpfer muss ich daher den Hut ziehen und hoffen, dass sie nicht Opfer der blinden Wut dieser vom Staat geförderten "Aktivisten" werden.

  • Sehr geehrter Herr Wendt - wie gewohnt, hervorragende Analyse. Danke! Sehr aufmerksam von Ihnen, den Fall Hollstein in diesem Zusammehang auch noch mal "in Erinnerung" zu rufen.

    Und: So viel Sarkasmus bei den Kommentaren habe ich selten hier gelesen ...

    ZWEI Dinge sind mir noch aufgefallen bzw. sauer aufgestoßen, was unsere Regierung(svertretung) und die Bewertung von angeblichen/tatsächlichen Angriffen auf Menschen betrifft.
    1. Chemnitz
    Karl-Eduard von Seibert, 27. August 2018:
    „Solche Zusammenrottungen, Hetzjagden
    auf Menschen anderen Aussehens, anderer
    Herkunft oder Versuche, Hass auf unseren
    Straßen zu verbreiten, nehmen WIR nicht hin.“
    (Quelle: BUNDESPRESSEKONFERENZ)
    2. Bremen / Magnitz
    Steffen von Schnitzler, 8. Januar 2019:
    „Der brutale Angriff auf den
    Bundestagsabgeordneten Frank #Magnitz
    in Bremen IST scharf zu verurteilen.
    Hoffentlich gelingt es der Polizei rasch,
    die Täter zu fassen.“
    (Quelle: TWITTER)

    PS: Ich werde hier keine semantische Debatte über ein Wort führen.
    https://www.publicomag.com/2018/09/nach-publico-anfrage-merkel-und-seibert-lassen-hetzjagd-vorwurf-fallen/

  • "Die Ärzte im Krankenhaus waren zunächst der Ansicht, die Kopfverletzung könne nur von einem Schlag herrühren. Nach der Auswertung der Videos konnten wir sehen, dass das nicht der Fall war."
    "Wir (die Staatsanwaltschaft Bremen, d.V.) gehen davon aus, dass die gesamten Verletzungen allein dem Sturz geschuldet sind."

    Diese Beurteilungen der Staatsanwaltschaft dürfte nach jetziger exakter Analyse des Videos so nicht mehr formulierbar sein, denn zumindest eine Schlagbewegung der linken Hand in Richtung des nach vorn geschleuderten Kopfes von schräg-oben-vorn ist eindeutig nachweisbar. Da Herrn Magnitz' Kopf beim Zuschlagen vom Täter verdeckt wird, ist, sauber formuliert, anhand des Bildmaterials ein Treffen des Schlages auf den Kopf nicht nachweisbar, damit aber folgerichtig eben auch nicht auszuschliessen. Somit kann man also nur vom Beweismaterial Video her unmöglich "davon ausgehen, dass die gesamten Verletzungen allein dem Sturz geschuldet sind". Das gibt das Video einfach faktisch nicht her.

    Ich sehe als Ärztin oft auch schwere Sturzverletzungen und stimme anhand des Fotos der langstreckigen klaffenden Kopfwunde mit massiver ebenfalls länglicher umgebender Schwellung der Einschätzung der Kollegen zu, dass die in Kombination mit der massiven Traumatisierung des linken oberen Gesichtsschädels für eine reine Sturzfolge eine mechanisch kaum vorstellbare Sturzmechanik mit fast Kopfüber-Rollen des Schädels auf dem Asphalt erfordert hätte (für die sich auf dem Video kein Anhalt findet). Wenn bei uns ein so zugerichteter Patient reinkäme und mir die Angehörigen oder Freunde erzählen wollten, der sei "nur gefallen", müsste ich viele unangenehme Fragen stellen und wenn der Hergang zweifelhaft bliebe, müsste der Rechtsmediziner ran.
    Mein Verdacht wäre beim Aspekt dieses Verletzungsmusters auch zunächst, dass ein länglicher und möglicherweise grösserer Gegenstand dieses erzeugt haben könnte. Ob das auch ein Kantholz sein könnte, würde ich dem Rechtsmediziner überlassen, wenn er Glück hat, findet er Partikel oder typische Formen in der Wunde, die Rückschlüsse ergeben. Ob die vermuteten Quarzsandhandschuhe mit einem Handkantenschlag diese Muster und Verletzungsausdehnung erzeugen können und ob von denen in Wunden Residuen bleiben, weiss ich nicht, mit Bürgerkriegsaccessoires bin ich noch nicht auf dem Laufenden. Bleibt ja noch die aus der Schlaghand an den Mittäter recht deutlich zu erkennende Übergabe eines Gegenstandes, der eher kein Marienbildchen gewesen sein dürfte.

    Mich würden deshalb die Befunde der behandelnden Ärzte und vor allem das rechtsmedizinische Gutachten im Wortlaut interessieren. Ob es Herrn Magnitz möglich wäre, die zu beschaffen? Ich finde es enorm wichtig, diesen Fall absolut sauber, exakt und ohne jegliche opportunen Unklarheiten und Vermutungen aufzuklären.

  • Die AFD wird nicht vorsätzlich etwas Falsches behaupten, wenn es sich im Laufe der Ermittlungen ganz sicher als Lüge herausstellen wird.

  • Lieber Hr. Wendt
    Aufgrund der Tiefe der Kopfschwartenverletzung und der vertikalen Richtung kann nicht davon ausgegangen werden, daß es sich um eine "Sturz" bedingte Kopfplatzwunde handelt. Es fehlt ein entsprechendes scharfkantiges Hindernis als Gegenstück auf dem planen Boden, auf den der bedauernswerte Patient gestürzt ist.
    Außerdem sind die Schutzreflexe der oberen Extremitäten (Vorstrecken der Arme und Hände) auch bei einem ca. 50 jährigen Mann deutlich schneller als die Zeit bis zum Aufprall des Kopfes auf den Boden. Einzige Ausnahme, das Opfer war mit dem ersten Schlag sofort bewußtlos.
    Das lernt jeder Medizinstudent im klinischen Teil seines Studiums in der Gerichtsmedizin.

    MfG

  • Schon ein Stein mit einem Gewicht von etwa einem Kilogramm in der Faust, der nach vorne mit einer Kante etwas herausragt kann diese Platzwunde locker bewirken. Keine Kamera würde dies zeigen können. Die Kamera zeigt jedoch, dass dieser Gegenstand übergeben wurde und nicht am Tatort mehr gesucht werden muss.

  • Wie grausam und menschenverachtend dieser linke Mainstream ist, zeigt sich gerade wieder in diesem Fall. Herr Wendt hat die Details gut zusammengefasst. Letztlich rechtfertigen sie damit ein Stück weit die grausame Tat und fordern indirekt zu weiterer Gewalt auf. "War nicht so schlimm, die Afd stilisiert sich wieder zum Opfer." ist die Botschaft. "Er hat es außerdem nicht besser verdient, schließlich ist er ein Rechter, ein ganz übler dazu." wird weiter impliziert. Mir wird bei diesen Medien nur noch schlecht.

  • Zu den Medien: Aus dem Fall "Chemnitz" nichts gelernt. Oder besser gesagt: man hätte etwas lernen können, wenn man hätte lernen wollen. Machen wir uns nichts vor: an eine Rückkehr zu den Prinzipien des seriösen Journalismus ist gar nicht gedacht. Die einschlägigen Medien machen weiter mit ihrer Melange aus Desinformation, Dummstellen und menschenverachtenden Zynismus. Nur: in absehbarer Zeit wird der Schwund an Lesern den Verlegern Kopfzerbrechen bereiten. Ich habe den Eindruck, dass bei manchen "Pressbengels" (Karl Kraus) ein unbewusster Zug ins Suizitäre herrscht. Anders kann ich mir den Hang zur Selbstzerstörung der noch verbliebenen Reste von Intellekt und Moral nicht erklären.

  • Habe eine Weile gerätselt, der Ductus der Medien-Berichterstattung, woran erinnert mich das? Ja, richtig. Damals klang das so: "Auf der Flucht erschossen".