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Fake-Nuss spezial: Wie die Deutsche Welle Nahostgeschichte fälscht

Der Staatssender deutet die Gründung Israels um – und änderte einen Beitrag erst nach Kritik. Die Anstalt steht nicht allein mit ihrer Verdrehung. Sie ist mittlerweile gängige Praxis in deutschen Medien

Handelte es sich bei der Staatsgründung Israels im Jahr 1948 um ein Verbrechen? Genau das suggerierte die Deutsche Welle in ihrem Beitrag vom 5. Mai 2022 unter der Überschrift: „Tote bei Anschlag in Israel am Unabhängigkeitstag“.

Darin hieß es:
„Israel feiert an diesem Donnerstag seinen 74. Unabhängigkeitstag. Die Palästinenser gedenken des Gründungstags Israels dagegen als ‚Nakba’ (Katastrophe), weil mehr als 700.000 Menschen infolge der israelischen Staatsgründung fliehen mussten oder vertrieben wurden.“

Es mussten also 700 000 Araber im Mai 1948 fliehen, oder sie wurden vertrieben, weil der damalige Vorsitzende der Jewish Agency for Palestine und spätere Ministerpräsident David Ben-Gurion am 14. Mai 1948 in Tel Aviv den Staat Israel ausrief? (Gefeiert wird der Unabhängigkeitstag nach dem hebräischen Kalender am 5. Iyar; 2022 fiel das Datum auf den 5. Mai nach der gregorianischen Zählung). Was tatsächlich zu der Bevölkerungsverschiebung im Nahen Osten führte, kann jeder nachlesen – auch als Mitarbeiter der Deutschen Welle. Nur Stunden nach der Ausrufung von Israel griffen die Armeen von Ägypten, Transjordanien und Syrien unterstützt von einer irakischen Expeditionstruppe den neuen Staat an – mit dem Ziel, ihn zu vernichten.

Das Motto „Werft die Juden ins Meer“ wird von etlichen Historikern dem damaligen Großmufti von Jerusalem Haj Amin al-Husseini zugeschrieben, der sich in den vierziger Jahren in Deutschland als Gast des NS-Regimes aufhielt, und sowohl von Hitler als auch Heinrich Himmler empfangen worden war. Der syrische Präsident Schukri Bey al-Quwatli instruierte 1948 seine Truppen, sie sollten „die Zionisten zerstören“. Am 15. Mai bombardierten ägyptische Kampfflugzeuge Tel Aviv. Den Teilungsplan der Vereinten Nationen, der dem jüdischen Bevölkerungsteil des britischen Mandatsgebiets Palästina 56 Prozent des Gebiets und dem arabischen 44 Prozent zugesprochen hatte – mit einem Sonderstatus für Jerusalem – akzeptierten die umliegenden arabischen Staaten und auch die Mehrheit der Araber in dem Mandatsgebiet nie. Die arabischen Staatsführer hatten schon vor dem Mai 1948 deutlich gemacht, dass sie die Ausrufung eines israelischen Staates als Kriegsgrund betrachten würden. Ihre Truppen zogen sie schon Wochen vorher zusammen.

Der Krieg, der dann folgte, verlief allerdings anders, als sie es sich vorstellten. Trotz ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit wurden die arabischen Truppen durch oft schwach ausgerüstete jüdische Einheiten gestoppt. In etlichen Gegenangriffen schaffte es die gerade entstandene israelische Armee, die Angreifer zurückzuschlagen. In der Folge sicherten sie sich nicht nur die 56 Prozent des früheren Mandatsgebiets, sondern besetzten auch Gebiete, die nach dem Teilungsplan eigentlich der arabischen Seite zugestanden hätten.

Tatsächlich verließen gut 700 000 Araber diese Gebiete, viele davon in Richtung Jordanien und Libanon. Manche wurden vertrieben, andere gingen freiwillig. Auf der anderen Seite verließen innerhalb kurzer Zeit ebenfalls etwa 700 000 Juden die umliegenden arabischen Länder, um nach Israel überzusiedeln. Es fand also eine Art Bevölkerungsaustausch statt. Mit zwei entscheidenden Differenzen auf jeweils der einen und der anderen Seite:

Während die Juden aus den arabischen Staaten in Israel vollwertige Staatsbürger wurden, gab es für viele der emigrierten Araber aus dem früheren Mandatsgebiet in der neuen Heimat nie die gleichen Bürgerrechte. Im Libanon etwa wurden sie über mehrere Generationen gezwungen, in Flüchtlingslagern zu leben, die Ausübung vieler Berufe blieb ihnen verboten. Und zweitens verließen längst nicht alle Araber Israel. Heute beträgt der arabische Bevölkerungsanteil des jüdischen Staates gut 21 Prozent. In Transjordanien dagegen verschwand die erst 1930 gegründete jüdische Siedlung Tel Or komplett. In Jordanien gibt es heute keine Synagogen oder jüdischen Institutionen mehr. Die syrischen Städte Damaskus und Aleppo waren in früheren Jahrhunderten Heimat größerer jüdischer Gemeinden. Die meisten ihrer Mitglieder flohen schon 1947 nach antijüdischen Ausschreitungen. Im Jahr 2015 lebte in Syrien nur noch etwa ein Dutzend Juden.

Auch nach dem israelischen Unabhängigkeitskrieg von 1948 hätte es noch die Möglichkeit gegeben, einen eigenständigen arabischen Staat in dem früheren Mandatsgebiet zu gründen: Nach dem Waffenstillstand blieb der heutige Gazastreifen in ägyptischer Hand, die Westbank und Ostjerusalem in jordanischer. Allerdings zeigten weder die ägyptische noch die jordanische Führung oder sonstige Staatsmänner der Arabischen Liga das geringste Interesse daran, diese Territorien an die Araber des früheren Palästina zu geben. Erst, als israelische Truppen diese Gebiete 1967 nach einem weiteren arabischen Angriffskrieg besetzten, dem Sechstage-Krieg, entdeckten die arabischen Regierungen das Thema der angeblich heimatlosen Palästinenser. Selbst den Begriff ‘Palästinenser‘ für Araber dieser Region benutzte vorher kaum jemand.

Die gesamte Geschichte des arabischen Angriffskriegs auf Israel 1948 ließ die Deutsche Welle in ihrer Geschichtsklitterung also weg – genau so wie die Tatsache, dass umgekehrt auch 700 000 Juden aus den arabischen Staaten emigrierten. Stattdessen folgt die „Nakba“, die Katastrophe für die Araber für die DW unmittelbar auf die Ausrufung Israels. Diese Pseudogeschichte der Deutschen Welle entspricht exakt der ‘Nakba‘-Propaganda, die etliche palästinensische und islamische Organisationen im Westen seit Jahren betreiben. Vor allem in Deutschland bemühen sich Ideologen, die ‘Nakba‘ zur propagandistischen Chiffre für das Leid der Palästinenser zu machen – und zwar so, wie die Deutsche Welle es praktizierte: Weder werden der arabische Angriffskrieg noch die Vertreibung der Juden aus den arabischen Staaten erwähnt. Auch für den ‘Nakba‘-Tag am 15. Mai 2022 meldeten verschiedene Organisationen in Deutschland wieder Demonstrationen an.

Die Deutsche Welle fällt nicht zum ersten Mal mit einer propagandistischen Nahost-Geschichtsbearbeitung auf. Schon 2018 klitterte der Sender das Ereignis unter der Überschrift: „Nakba – die ‘Katastrophe’ der Palästinenser“ mit der perfiden Formulierung: „Die Staatsgründung Israels vor 70 Jahren hatte für die in der Region lebenden Araber dramatische Folgen. Nach erfolglosem Widerstand gegen die Einwanderung europäischer Juden mussten sie zu Hunderttausenden fliehen“.

Auch diese Narrativ, als hätten im Nahen Osten nicht schon seit Jahrtausenden Juden gelebt, entspricht eins zu eins dem arabischen Propagandaversatzstück, die Anwesenheit von Juden in diesem Weltteil ausschließlich mit Einwanderung aus Europa zu erklären, und vor allem die lange jüdische Geschichte Jerusalems völlig zu bestreiten.
Immerhin erwähnte die Deutsche Welle in ihrem Beitrag von 2018 den arabischen Angriffskrieg von 1948 noch – wenn auch weit unten im Text.

Eigentlich hätten die Verantwortlichen des aus Steuermitteln der Bundesregierung finanzierten Senders allen Grund, gerade bei ihrer Israel-Berichterstattung sehr genau hinzuschauen. Erst 2021 erschütterte ein Antisemitismus-Skandal die Anstalt. Sehr spät war kritischen Beobachtern im Sender selbst aufgefallen, wie sich Mitarbeiter der arabischen Redaktion auf sozialen Medien in Arabisch äußerten. Bassel Aridi, damals Leiter des Korrespondentenbüros in Beirut, meinte beispielsweise auf Facebook: „Jeder, der mit den Israelis zu tun hat, ist ein Kollaborateur und jeder Rekrut in den Reihen ihrer Armee ist ein Verräter und muss hingerichtet werden.“

Ein anderer DW-Mitarbeiter bezeichnete den Holocaust als „künstliches Produkt“. Nachdem mehrere Zeitungen über die antisemitischen Ausfälle bei dem deutschen Staatssender berichteten, beauftragte Intendant Peter Limbourg die frühere Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und den Psychologen Ahmad Mansour damit, die antisemitischen Tendenzen in der arabischsprachigen Redaktion zu untersuchen. Im Ergebnis stellte der Sender fünf Mitarbeiter frei. „Es tut der Geschäftsleitung und mir aufrichtig leid“, erklärte Limbourg damals: „Allein der Verdacht, dass es in einer deutschen, steuerfinanzierten Einrichtung Antisemitismus gibt, muss für Juden in diesem Land und weltweit unerträglich sein.“
Vielen Nichtjuden übrigens auch.

Publico fragte bei der Deutsche Welle nach deren Berichterstattung vom 5. Mai 2022, wieso in dem Beitrag weder der Angriff mehrerer arabischer Länder auf Israel 1948 noch der Exodus von 700 000 Juden aus arabischen Ländern erwähnt wurde.
Es bleibt unklar, wann genau der Sender den Text auf seiner Webseite änderte. Aber mittlerweile enthält er beide Punkte:

Allerdings fehlt in der kurzen Bemerkung des Senders aus seiner Webseite ganz unten nicht nur der Zeitpunkt der Korrektur, sondern auch jeder Hinweis, was eigentlich geändert wurde.

Ein DW-Sprecher antwortete auf die Anfrage des Autors:
„Wir haben den Artikel um den notwendigen Kontext ergänzt und das mit einem redaktionellen Hinweis kenntlich gemacht. Die DW wendet eine Reihe von Maßnahmen an, um ihre Journalistinnen und Journalisten bei der Berichterstattung über Israel zu unterstützen. Wir bedauern es sehr, wenn im journalistischen Alltag dennoch Fehler passieren. Diese korrigieren wir und gehen damit transparent um.“

Außerdem heißt es in der Antwort:
„Die Chefredaktion hat eine umfassende Guideline für die Berichterstattung erarbeitet, die in mehreren Sprachen allen Kolleginnen und Kollegen zur Verfügung steht und den notwendigen historischen Kontext erläutert. Ein Expertenteam schult die Redaktionen fortlaufend in der Thematik und setzt Impulse für die Berichterstattung. Es werden Hintergrundberichte und Explainerformate zu Antisemitismus, zu Israel und den palästinensischen Gebieten und zur besonderen Verantwortung Deutschlands gegenüber Israel produziert.“

Eine Erklärung, warum der DW-Text trotz dieses angeblichen Aufwandes –  Guideline, Expertenteam, Schulung – historische Ereignisse unterschlägt, die sich in jedem Standardwerk nachlesen lassen, liefert der DW-Sprecher nicht. Grundsätzlich erklärt er:
„Die DW nimmt ihre Aufgabe, unparteiisch und akkurat zu berichten, sehr ernst. Ihren Vorwurf einer vermeintlich antiisraelischen Berichterstattungstendenz muss ich entschieden zurückweisen.“

Bei der DW handelt es sich nicht um den einzigen öffentlichen Sender, der die Nahost-Historie kurzerhand umschreibt. Vor einiger Zeit praktizierte der ARD-ZDF-Gemeinschaftssender Phoenix in einer Reportage eine noch weitergehende Verdrehung als die DW: Phoenix fälsche kurzerhand den Angriffskrieg der arabischen Staaten auf Israel zu einem „Bürgerkrieg“ um.

Zum Sechstagekrieg 1967 hieß es in der gleichen Sendung: „Israel besetzte palästinensisches Land, das Westjordanland und den Gazastreifen.“ Die Tatsache, dass diese Gebiete vorher gar nicht in „palästinensischer“ Hand lagen, sondern, siehe oben, in jordanischer und ägyptischer, ließen die Autoren des Films einfach weg.

Im Mai 2021 geriet der RBB-Reporter Dietmar Teige regelrecht außer sich vor Begeisterung, als er über eine palästinensische Demonstration mit antiisraelischen Parolen in Berlin berichtete: Die Kundgebung habe eine „ganz tolle Atmosphäre“ und sei „sehr bunt“. Seinem Publikum servierte Teige folgende alternative Sicht auf die Weltgegend, auf die sich deutsche Journalisten mit Vorliebe kaprizieren, wenn auch meist frei von jeder Sachkenntnis: „Das Ganze richtet sich gegen die Kriegspolitik der Israelis. Und auch gegen den langandauernden Siedlungskonflikt im Gaza-Streifen.“
Tatsächlich gibt es im Gazastreifen schon seit September 2005 keinen einzigen Juden mehr. Geschweige denn eine israelische Siedlung.
Der RBB entschuldigte sich zwar nach mehreren Medienanfragen für die groteske Propagandaeinlage ihres Mitarbeiters. Aber sie ging erst einmal über den Sender – so, wie auch die DW-Geschichtsklitterung lange auf der Webseite stand.

Da die Deutsche Welle sich nicht über Rundfunkgebühren finanziert, sondern direkt über Zuweisungen aus dem Bundeshaushalt, könnte die Bundesregierung hier besonders leicht auf professionelle Standards dringen – eigentlich. Ernsthaften Druck muss die Senderführung allerdings kaum fürchten. Denn im Bundeskabinett bemüht sich die maßgebliche Ministerin nach Kräften, den antiisraelischen Antisemitismus von palästinensisch/ islamischen Gruppen kleinzureden, der wiederum in öffentlichen Sendern seine Stichworte immer besser platzieren kann. Als es Ende April 2022 zu mehreren antiisraelischen Demonstrationen kam, bei denen Teilnehmer Polizisten mit Steinen und Flaschen bewarfen und Journalisten als „Zionistenpresse“ beschimpften, schwieg Bundesinnenministerin Nancy Faeser tagelang. Dann rang sie sich einen Tweet ab, in dem sie jeden Hinweis darauf vermied, wer dort aufmarschiert war:
„Für Judenfeindlichkeit gibt es in unserer Gesellschaft keinen Platz. Hier muss der Rechtsstaat konsequent handeln. An antisemitische Beschimpfungen dürfen wir uns niemals gewöhnen – egal von wo oder von wem sie kommen.“

Am 10. Mai twitterte sie:

So, als würden „Corona-Leugner“ mit Rufen wie „Scheißjuden“ und „Zionistenpresse“ durch die Straßen marschieren, und als wären sie daran schuld, dass es in manchen Teilen Berlins heute gefährlich ist, mit Kippa auf die Straße zu gehen.

Dass diese Zustände herrschen, liegt vor allem an der Propaganda arabisch-islamischer Organisationen in Deutschland. Aber auch daran, dass deren Aktivisten bereitwillige Helfer in öffentlichen deutschen Sendern finden.

 

 

 

 


Dieser Text erscheint auch auf Tichys Einblick.


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14 Kommentare
  • Albert Schultheis
    11. Mai, 2022

    Sehr guter Kommentar, Herr Wendt, danke! Der Grund, warum biodeutsche Linke, Grüne und Schwarze in den direkt- sowie zwangsabgaben-geförderten Medienanstalten den propagandistischen “Freiheitskampf der Palästinenser” so paradox und ideologisch bigott betreiben, liegt darin, dass er Erstens eine Speerspitze gegen den “westlich-christlich-zionistischen” Kapitalismus bildet (siehe die Kooperation mit der einstigen RAF, deren geistige Kinder heute im Bundestag sitzen), und Zweitens die Merkel’sche Masseneinwanderung islamistischer junger Kämpfer und Aggressoren in Deutschland uns für moralisch geboten verkauft. Deshalb auch die Umdeutung und Fälschung der grassierenden heutigen antisemitischen Übergriffe in Deutschland einer linken Ideologin und extremistischen Innenministerin Nancy Faeser als eine “Schande für unser Land” und die Verortung dieser Terroristen im Kreis der “Corona-Leugner”. Letzteres ist gleichsam eine mehrschichtige Fälschung, weil sie die eigentlichen terroristischen Urheber des heutigen Antisemitismus deckt und gleichsam eine Gruppe, weit ab vom eigentlichen Geschehen, dafür verantwortlich macht, die dieser Terror begünstigenden Dame ein Dorn im Auge ist. Aber eine solche Art der offenen und unverhohlenden Demagogie geht im post-Merkelischen Deutschland durch wie Butter. Das ist der eigentliche Skandal.

  • Thilo Naumilkat
    11. Mai, 2022

    Vielen Dank für diesen Artikel. Ich bin, seit ich als Kind das erste Mal von den Verbrechen gegen das jüdische Volk gehört habe, entschieden auf der Seite Israels, auch wenn das mit der in der DDR vorherrschenden Politik gegenüber den arabischen Staaten kollidierte.
    In der Geschichte der Menschheit ist nahezu jedes Volk sowohl Opfer als auch Täter gewesen. Davon nehme ich nur das israelische Volk aus: Dieses Volk hat über fast 2000 Jahre hinweg soviel Leid ertragen müssen, dagegen ist das Unrecht, das dem Staat Israel heute von einigen Menschen angelastet wird, eher gering. Und der schwerste Anteil dieses Leids wurde dem jüdischen Volk von Deutschen angetan. Als Deutscher gehört auch das zu meinem Erbe, ich kann mich nicht nur auf die positiven deutschen Beiträge zur Menschheitsgeschichte zurück ziehen. Ich sehe das als Verpflichtung aller Deutschen an, nie wieder Antisemitismus und Rassenhass zu zulassen, schon gar nicht in staatsfinanzierten Medien.

  • Andreas
    11. Mai, 2022

    Ich finde die ganze Nahost Problematik extrem schwierig zu beurteilen, vor allem, weil viele Darstellungen (in beide Richtungen) einem Narrativ folgen, und die meisten nicht davor zurückschrecken, ihre Nachrichten/Artikel entsprechend “anzupassen”, so wie DW im konkreten Fall. Seriöse Quellen wie ein Scholl-Latour, der sich zweifelsfrei in der Gegend auskannte, sind selten geworden. Es fällt auf, dass gerade Scholl-Latour Pauschalisierungen, vereinfachte gut-böse Zuweisungen und Moralisierungen vermieden hat, was ihn trotzdem nicht davor bewahrte, als “Antisemit” beschimpft zu werden, weil er doch tatsächlich mal israelische (und us-amerikanische) Politik kritisiert hat. Und hier höre ich so ein bisschen diesen Zungenschlag raus, diese “es kann keine legitime Kritik an Israel geben, das ist alles Antisemitismus”. Und diesen Standpunkt teile ich nicht.

    • Publico
      11. Mai, 2022

      Lieber Leser,
      wenn Sie den von Ihnen dargestellten Zungenschlag heraushören, liegt es wohl an Ihnen. Im Text gibt es ihn jedenfalls nirgends.
      – Redaktion

      • Andreas
        12. Mai, 2022

        Mir ist bewusst, dass man manchmal Dinge “hineinliest”, die nicht da sind … so gesehen alles gut.

  • A. Iehsenhain
    12. Mai, 2022

    Ich frage mich, was wäre, wenn der “bunte” Terror hierzulande einmal in einer Quantität (und “Quälität”) ausarten würde wie in Kabul oder ähnlichen Barber- und Massagesalons in entsprechend optimierten Weltgegenden. Wahrscheinlich würde dann Deutschland die israelische Armee um Hilfe anbetteln…

  • Joseph
    12. Mai, 2022

    Ich kann sehr das Buch von Michael Wolffsohn „Israel“ empfehlen. Es ist aus meiner Sicht ein objektives Werk, da vollgepackt mit Zahlen.

    Insofern muss ich Ihnen widersprechen, Herr Wendt, wenn sie suggerieren, die Einwanderung von Juden sei eigentlich gar kein Problem gewesen. Jedenfalls verstehe ich Ihren Absatz so.

    Zwischen 1884 und 1945 ist die jüdische Bevölkerung in Palästina/Israel um das 22 fache gewachsen.

    Das schreit doch förmlich nach Problemen. Und das hätten die Briten auch sehen können.

    • Jens Richter
      14. Mai, 2022

      Man hätte den Juden nach Auschwitz irgendeinen dürren, unbewohnten Erdflecken zuweisen sollen, damit es “keine Probleme gibt”. Aber nebbich, nach 20 Jahren hätte der Erdfleck geblüht wie die Wüste, und nochmal 20 Jahre später wäre der Erdfleck ein High-Tech-Land. Und wetten, dass dann irgendwer gekommen wäre, um Anspruch auf den Fleck anzumelden? Und Deutschland würde den Anspruch natürlich unterstützen und Geld überweisen.

      • Joseph
        16. Mai, 2022

        Es kamen über einen kleinen Zeitraum relativ viele Juden in das britische Mandatsgebiet “Palästina”. Sie waren in der großen Mehrheit europäisch, und damit westlich geprägt. Und sie waren zionistisch motiviert, kamen also mit der Idee, einen jüdischen Nationalstaat zu gründen.

        Auch wenn Sie den Begriff Probleme in Anführungszeichen setzen, werden Sie vermutlich erkennen, dass das denkbar ungünstige Voraussetzungen sind, um mit seinen neuen Nachbarn gut klar zu kommen.

        Übertragen Sie dieses Szenario doch mal auf das heutige Deutschland und die nach hier immigrierenden Araber und Muslime.

        • pantau
          23. Mai, 2022

          Die meisten von den zwischen 1884 und 1945 Eingewanderten kamen sicher als Flüchtlinge vor Hitlerdeutschland. Ob es schon “zionistisch” ist, nicht ausgerottet werden zu wollen, indem man sich einen Staat macht, der die Juden nicht als Bürger zweiter Klasse, geschweige als Ungeziefer einschätzt u. behandelt?

          Im Text von A. Wendt sind übrigens eine Fülle von Hinweisen enthalten, dass der arabische Antisemitismus sich nicht an der Menge der Juden störte, sondern am Juden an sich.

          Der Vergleich der Juden mit den heute nach Europa strömenden Moslems hinkt so stark & vielfältig, dass ich hier abbrechen muss. Pardon.

  • Thomas
    12. Mai, 2022

    Die Haare auf den Zähnen
    in den Kosmetikstudios der Welt

    Nachrichten,
    wie die von Bürger- oder Angriffskriegen und deren Vertreibungen, durchlaufen auf ihrem Weg zum „Bewohner“ die journalistischen Kosmetikstudios dieser Welt. Diese Studios machen die Dinge zwar im Grunde nicht besser, Kosmetik pflegt aber die äußere Erscheinung. Im Grunde geht es auch bei Nachrichtenkosmetik um die Erhaltung, die Wiederherstellung oder die Verbesserung eines Schönheitsideals. Manchmal (beispielsweise im Fasching) geht es auch um das Gegenteil. Neben kosmetischer Schminke gibt es auch kaschierende Schminke, medizinische Schminke und sogar Kampfschminke. Und Tarnschminke gibt es auch.

    Ist es die Nachtigall oder die Lerche, …
    Wenn eine Nachricht zu Russland, Frankreich, Israel, Italien, Ungarn oder England einem Leser nicht gefällt, dann kann der zur Not ja nachgucken, ob da etwas nicht stimmt. Im Grunde sollten Nachrichtenbüros ihre Nachrichten mit oder ohne hell/dunkel Kosmetik verbreiten dürfen. Das wäre besser. Natürlich dürfen Nachrichten auch gewohnheitsmäßig geschminkt werden; aber dann schwindet eben irgendwann das Vertrauen in den Kern der Nachricht aus dieser Quelle.
    Nachrichten ohne hell/dunkel Kosmetik zu verbreiten, wäre als Vorgehensweise um demokratische Welten besser, als „Wächterräte der Wahrheit“ einzusetzen, die eine gewisse „Prawda“ durchsetzen (NetzDG, Digital Services Act).

    Mit Wächterräten und Schminkverordnungen ist der Artikel 5 (1) längst auf einen Holzweg geraten und wurde zur politischen Gelegenheits-Keule (2) degradiert
    punktum

  • Jens Richter
    13. Mai, 2022

    Eike Geisel (“Die Wiedergutwerdung der Deutschen”) hatte ja schon gesagt, dass die Deutschen den Juden Auschwitz nicht verzeihen würden. Israel ist für manche Deutsche ein Ärgernis: während Deutschland seine letzten Angriffskriege verlor, verteidigt das Hessen-große Israel siegreich arabische Angriffe. Sowas aber auch. Eichmann hatte 11.4 Millionen europäische Juden auf dem Zettel, wurde dann aber von den Alliierten bei der Arbeit gestört. Nun, die deutsche Regierung tut alles, um dem Iran die Mittel zu verschaffen, damit Eichmanns Werk beendet werden kann. Man lässt sich aber nicht lumpen: für jeden toten israelischen Juden wird ein Stolperstein in deutsche Fußwege eingesetzt. Denn tote Juden haben sie ja sehr lieb und gedenken ihrer pausenlos.

  • Libkon
    13. Mai, 2022

    Danke, Herr Wendt, dass Sie nicht nachlassen, jegliche Form von Ideologien beim Namen zu nennen, hier: die linksextreme Ideologie. Leider lesen das zu wenige Leute, aber nichtsdesdoweniger.

    Zitat: “Dass diese Zustände herrschen, liegt vor allem an der Propaganda arabisch-islamischer Organisationen in Deutschland. Aber auch daran, dass deren Aktivisten bereitwillige Helfer in öffentlichen deutschen Sendern finden.”

    Ich sehe in den Twitter Infos der SPD Ministerin Faeser zu diesem wichtigen Thema eher den linksaußen Einfluss.

  • pantau
    23. Mai, 2022

    Die Indizien sind einfach überwältigend, dass ausgerechnet jene, die den rechtsradikalen Popanz täglich aufblasen, die eigentlichen Antisemiten sind, also alles bloß simple Projektion auf einen beliebigen Gegner ist. Zu diesen links oder grün oder woke lackierten Antisemiten werden sich mit der weiteren demografischen Entwicklung dann noch die Opportunisten gesellen, also praktisch alle…Geschichte wiederholt sich, weil die anthropologische Substanz gleich bleibt.

    Was bin ich froh, dass ich keinerlei persönlichen Kontakt zu Kanaillen wie die von der Deutschen Welle pflege. Wie sagte Arno Schmidt: zu solchen Leuten immer feste den Rücken zudrehn.

    Ihre Meinung dazu

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