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Woke, westdeutsch, weiß

Von Katrin Göring-Eckardt lernen heißt fragen lernen: Wo geht es in unserer Gesellschaft wirklich homogen zu? Und was folgt daraus? Unter anderem eine praktische Anwendung auf die Lage in Frankreich

Nach diesem Viertelfinale gibt es keinen Grund für Häme und in diesem Text soll es außerdem nicht um die fußballerische Betrachtung der EM gehen, sondern um deren politische Begleitung. Aber auch noch um etwas mehr.

Wir kommen von der Nationalmannschaft und Katrin Göring-Eckardts mittlerweile berühmte Weiß-Nichtweiß-Lehre zu der Frage, wo es in Deutschland am reinsten zugeht und landen schließlich im Volksfront-Frankreich, denn alles hängt locker am gleichen Faden. Beginnen wir also mit der medial-politischen Deutung des Fußballs. Normalerweise kennen diejenigen, die klar zwischen gut und schlecht unterscheiden und darauf achten, dass sie dabei niemand in der Talkrunde oder auf dem Republica-Podium stört, für jedes Phänomen exakt eine Antwort. Nur für den Fußball gibt es zwei. Vor einigen Tagen stellte die Bundeszentrale für politische Bildung einen Instagram-Film online, in dem eine Influencerin mit Helmfrisur die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland als Keim von Rechtsruck und Pegida ausmachte. Denn damals, 2006, sei mit Schwarz-Rot-Gold auf der Straße zum ersten Mal hemmungslos gewedelt worden, also der Fahne des Bösen.

Die Bundeseinrichtung löschte das Video schnell, verbunden mit dem Hinweis, seine Veröffentlichung sei „ein Fehler“ gewesen. Der Film entspreche „inhaltlich und in der Umsetzung nicht den Qualitäts­ansprüchen“ der Bundeszentrale. Dass es zu diesem Urteil erst nach der Ausstrahlung kam, wirkt verwunderlich. Immerhin gab es erst einmal die Entscheidung, Steuergeld, das rein statistisch von vielen weißen Fahnenschwingern stammen dürfte, für den Film lockerzumachen. Und irgendjemand in der Behörde – vermutlich nicht ganz unten in der Hierarchie – hielt das Produkt auch für sendefähig. Der Verweis auf Qualitätsansprüche erscheint mindestens genauso merkwürdig. Schließlich hält die Bildungszentrale bis jetzt mehrere Texte von ganz ähnlicher Güte und Stoßrichtung bereit, etwa das Buch „Spielfeld der Herrenmenschen. Kolonialismus und Rassismus im Fußball“, den Aufsatz „Extrem rechte Fußballfans und die Nationalmannschaft des DFB“
und eine weitere Ausarbeitung, die mit Verweis auf die so genannte „Mitte-Studie“ Fußballfans generell unterstellt, sie würden (noch) mehr zu Rassismus und Nationalismus neigen als der Bevölkerungsdurchschnitt. Der wieder gelöschte Beitrag über die Fußball-WM als Mutter aller Rechtsrucke unterscheidet sich außerdem nicht besonders von diversen Medienbeiträgen zum Thema, etwa von n-tv, der vor deutschem Fanjubel warnt,

oder einem engagierten Stern-Text, dessen Autorin dazu aufruft, den „Fehler“ von 2006 nicht zu wiederholen.

Übrigens wehte schon bei der WM 2006 die größte Deutschlandflagge Berlins in Neukölln; sie gehörte einem Gastwirt mit türkischen Wurzeln, bei dem die Bundeszentrale vermutlich bis heute mit ihren Bildungsversuchen versagt. So viel zum Thema Schwarzrotgold und Rechtsrassismus.

Alles in allem lag der Kurzfilm, den die Bundeszentrale aus dem Netz nahm, also mitten im Mainstream der Zusammenhaltsmedien. Dafür, dass er trotzdem wieder verschwinden musste, gab es zwei Gründe. Zum einen nahm ihn nicht nur die eigentliche Zielgruppe wahr, die Fußball sowieso für ein Hindernis auf dem Weg zur guten Gesellschaft hält, sondern auch ein größeres Publikum darüber hinaus, das sich fragte, warum eine staatliche Behörde Zeit und Geld dafür erübrigt. Zweitens untersteht die Bundeszentrale für politische Bildung dem Innenministerium, dessen Chefin Nancy Faeser genauso wie andere Mandatsträger den Fußball wegen seiner Breitenwirkung durchaus schätzt. Diese Popularität, so kalkulieren viele Politiker, macht den Sport zwar einerseits verdächtig, aus dem gleichen Grund aber auch attraktiv. Deshalb lauten die beiden konkurrierenden Antworten für den Fußball: Von ihm geht eine große Gefahr aus, aber er bietet den richtigen Kräften Möglichkeiten, nicht nur an Gratiskarten für den VIP-Bereich, sondern vielleicht auch an die hearts & minds der Bürger zu kommen. Und das schien Faeser – dieses Mal ohne Armbinde – für den Moment wichtiger.

Eine Kollegin von ihr übernahm gewissermaßen die 2022er Armbinde von ihr bei ihrem vielbeachteten Versuch, das Spiel zur Plattform für ihre Botschaft zu machen, nämlich Katrin Göring-Eckardt. Bekanntlich bat sie die Öffentlichkeit während der Vorrunde, sich einmal vorzustellen, wie es wäre, wenn nur weiße Spieler im deutschen Kader stünden.

Als sich darauf ein ganz ähnlicher Unmut erhob wie nach der Instagram-Veröffentlichung der Bundeszentrale, reagierte sie wie die staatliche Stelle: Sie löschte ihre Äußerung und ersetzte sie durch eine Erklärung, mit der sie in Wirklichkeit nichts zurücknahm, sondern ihre Weltsicht noch ein bisschen deutlicher machte.

 

Dass sie Fußball nicht für einen Mannschaftssport und Tore für eine Einzelleistung hält, zumindest dann, wenn Spieler mit dunkler Hautfarbe sie schießen, liegt vermutlich an ihrem begrenzten Zugang zum Thema. Aus einem ähnlichen Grund scheint sie auch nicht zu verstehen, warum jemand überhaupt in den Kader aufsteigt. Jedenfalls spielen Hautfarbe und andere Identitätskriterien keine Rolle, sondern das bei den Grünen glücklich überwundene Leistungsprinzip. Der entscheidende Punkt liegt allerdings in ihrer erklärten Absicht, den 21 Prozent, die einer Umfrage des WDR zufolge lieber mehr weiße deutsche Spieler sehen würden, eine Lektion zu erteilen. Der grünen Bundestagsvizepräsidentin fällt offenbar bis heute nicht auf, dass sie diesen 21 Prozent exakt gleicht, nur mit umgekehrtem Vorzeichen. Jedenfalls gehört sie nicht zu den 79 Prozent, die sich nicht für die Hautkolorierung der Kicker interessieren, sondern nur für das Geschehen auf dem Platz.

Die Hautfarbe mit bestimmten Fähigkeiten zu verbinden und eine Kategorie für wertvoller zu erklären als die andere – so etwas nennt man üblicherweise Rassismus. Aber wenn die Bundestagsvizepräsidentin das Thema Hautfarbe schon anschneidet und vor zuviel Weiß warnt, lässt sich die Frage auch für die ganze Gesellschaft stellen: Wo in Deutschland geht es wirklich noch homogen zu? Jedenfalls nicht in der Nationalmannschaft. Auch nicht in den Stadien, nicht auf Baustellen und in Werkhallen, nicht im öffentlichen Nahverkehr, also überall dort nicht, wo die Würdenträger der Republik höchstens kurz besuchsweise und mit großem Medientross auftauchen. Wo aber dann? Wo liegen die weißesten Gebiete der Bundesrepublik, soziologisch betrachtet? Und wie sind sie zu bewerten? Reinsträume gibt es nämlich in Vielfaltsland durchaus, und das nicht zu knapp. Weiß wie frischer Schnee strahlen beispielsweise die Intendantenriege der ARD, der Verwaltungsrat des ZDF, die Bischöfe und Bischöfinnen der EKD-Nordkirche – was aber auch für die Gliedkirchen aller anderen Himmelsrichtungen gilt –, außerdem der Rat der EKD, die katholische Bischofskonferenz, der derzeit unvollständig besetzte Ethikrat wie auch der Sachverständigenrat für Umweltfragen.

In diesem an das Bundesumweltministerium angebundenen Gremium saß übrigens einmal eine Professorin mit Migrationshintergrund, nämlich Lamia Messari-Becker, die als Jugendliche von Marokko nach Deutschland kam. Als einziges Mitglied sprach sie sich 2020 gegen die Idee eines sogenannten Zukunftsrats aus, der das Recht erhalten sollte, als nicht gewählte Körperschaft im Sinn der grünen Transformation in Bundestagsentscheidungen einzugreifen. Dieses Vorhaben nannte Messari-Becker verfassungswidrig, worauf die damalige Umwelt- und heutige Entwicklungshilfeministerin Svenja Schulze die Abweichlerin nicht wieder in den Beirat berief, obwohl sie gern weitergemacht hätte. Damit rettete die SPD-Frau sowohl Zusammenhalt als auch Homogenität, und zwar nicht nur die der Hautfarben.
Falls Migrationshintergrund automatisch als nichtweiß gilt, gehört die Bundestagsfraktion der Grünen dank Abgeordneten wie Lamya Kaddor und einigen anderen nicht ganz zur puren Zone. Aber fast.

Das gleiche gilt selbstredend auch für den Parteinachwuchs.

Das Phänomen der höchstmöglichen Homogenität reicht weit über die Grünen hinaus. Nach der EU-Wahl beschwerte sich ein frisch ins Parlament befördertes Mitglied der Retortenpartei Volt, sie sei die einzige person of color unter 96 insgesamt aus Deutschland stammenden Abgeordneten. Aber auch innerhalb der Volt-Fraktion, deren Mitglieder aus mehreren Ländern kommen.
Natürlich gibt es keine heimliche Verabredung, überall dort, wo es um Intendanten- und Bischofsgehälter geht, um gut bezahlte Abgeordnetenmandate und karrierefördernde Politiknähe in irgendwelchen Räten, nur Personen mit hellem Teint zuzulassen. Das Schlüsselwort lautet Homogenität. Die Mitglieder dieser Kreise ähneln in ihren Biografien, den Ansichten, sogar der Sprechweise und bisweilen ihrer Gestik und Mimik einander so stark, dass sich die gleiche Hautfarbe ganz von selbst ergibt. Auf manchen Politikergruppenfotos fallen Würdenträgerinnen durch diese Konvergenz auf allen Gebieten durch eine so frappierende Ähnlichkeit auf, dass man sich ein bisschen an historische Darstellungen bestimmter Adelsfamilien erinnert fühlt.

In diesen Kreisen – nicht den Adelsfamilien, sondern den Wahlverwandten heute – gilt es als Zeichen besonderer Wachsamkeit, auf X das rare Beispiel einer Werbung zu posten, die eine traditionelle Familie zeigt, und darunter zu fragen: „Welche Gesellschaft soll das abbilden? Genau diese Frage lässt sich auch für das gute und gleichgestimmte Milieu stellen. Statt m/w/d gilt dort www: woke, westdeutsch, weiß. Natürlich unausgesprochen. Fast alle tonangebenden Zirkel des Landes setzen sich so zusammen. Dort akzeptiert man Ostdeutsche wie Katrin Göring-Eckardt natürlich problemlos, wenn sie den progressiven Überzeugungskanon noch etwas nachdrücklicher herunterbetet als andere und bei Thüringern, Sachsen und anderen misstrauisch Beäugten vor allem Transformationsmüdigkeit diagnostiziert.

Der Stern hätte mühelos auch einen Autor oder eine Autorin mit Migrationshintergrund gefunden, der oder die sich über die Phobie der WWWs selbst vor dem kleinsten Deutschlandfähnchen lustig macht. Diese Ansicht dürften sogar die meisten Landesbewohner mit Migrationshintergrund teilen. Gerade die bekommen allerdings in aller Regel keine Kolumnisten- und Buchverträge und auch sonst keine Einladungen auf www-Podien und in www-Zirkel. So, wie sich das ‚weiß‘ in www als Element der Homogenität praktisch von selbst ergibt, richtet sich auch die Auswahl der Migrationshintergründler natürlich nicht nach der Hautfarbe, sondern nach den Ansichten. Auf diesem Gebiet wünscht das Milieu ausdrücklich keine Buntheit. Von einem Mihigru-Menschen erwartet es, dass er wiederholt und bestätigt, was wohlgesinnte www-Neolinke auch ohne dessen Hilfe für gut und richtig halten. Schert jemand aus wie Messari-Becker im Sachverständigenrat, nützt ihm die Herkunft gar nichts. Ihr ging es ähnlich wie dem Autor und Psychologen Ahmad Mansour, der den Stempel des „nützlichen Gehilfen des rechten Kulturkampfs“ (Frankfurter Rundschau) trägt, seit er auf muslimischen Antisemitismus und die verbreitete Gesellschaftsverachtung junger Muslime hinweist. Dass nicht einer wie Mansour auf den Posten des Antidiskriminierungsbeauftragten gehört, sondern die bestens grünvernetzte Kartoffelbeschimpferin Ferda Ataman, versteht sich unter den Gleichen und Guten von selbst.

Eine Schlussfolgerung aus dem X-Bekenntnis von Katrin Göring-Eckardt und der von ihr ermunterten Gesellschaftsstudie lautet: Am nachdrücklichsten rufen die geschlossenen Kreise nach Diversität, die allergrößten Wert auf Gleichschritt, Gleichklang und Gleichdenk legen, die in Vierteln ohne größere Migrationskonflikte und BioCompany-Markt leben, ihre Kinder garantiert nicht in eine Schule stecken, auf der nur noch eine Minderheit deutsch spricht, und die selbstverständlich einen längeren Wortbeitrag spenden würden, um zu erklären, wie sie ihr ‚wir haben Platz‘-Transparent am Fenster wirklich meinen, nämlich, ahem, doch etwas anders, sollten tatsächlich zwei bis drei Migranten aus Nigeria draußen stehen und klingeln. Man bleibt gern unter sich, räumlich, sozial und in der Weltanschauung.

Die Forderung aus den reinen Gefilden nach Diversität und ihrer Akzeptanz richtet sich folglich an andere. Sie dient der Erziehung beispielsweise von Fußballfans und generell zur gefälligen Belehrung aller Nichtwohlgesinnten. Bei der Buntheit nach dem Bild der Monochromen handelt es sich schließlich um kein Spaßvergnügen, sondern um ein Züchtigungsinstrument.

Es gibt allerdings ein Gebiet, auf dem sich das Steinmeier-Wir mehr Mitkämpfer of color wünscht, und zwar dringend. Und das steht auch im Zusammenhang mit Züchtigungswünschen. Aus taktischen Gründen konnten es die Guten und Gleichen nicht so betonen: Aber bei ihnen herrscht ein tiefes Missvergnügen darüber, dass bei den Gegen-Rechts-Demos der vergangenen Monate kaum Mihigrus mitzogen, obwohl die Veranstaltungen ja gerade mit der Mär von einer angeblich auf einer zweiten Wannseekonferenz geplanten Massendeportation von Dunkelhäutigen begründet wurden. Wer wirklich eine garantiert weiße deutsche Umgebung erleben will, der geht lieber nicht in den Pony-Club auf Sylt, sondern auf eine Großkundgebung gegen den Faschismus in München oder in einer anderen Metropole.

Hier und da gesellte sich bei den Aufmärschen von Januar bis Juni ein Block von River-to-the-Sea-Flurbereinigern mit passenden Flaggen dazu, sicherlich. Aber gerade diese Klientel wollten die Organisatoren dort lieber nicht sehen, wegen Mitte der Gesellschaft etcetera. Schließlich heißt es traditionell aus der gehobenen Gesellschaftsetage: ‚Hamas-Achmed, blamier mich nicht/unterstütz mich nicht unter den Linden/wenn wir nachher beisammen sind/ wird Paus für uns beide Geld finden.‘

Auch bei der Blockadeaktion in Essen gegen den AfD-Parteitag meldeten sich auffallend wenige Nichtweiße zum Dienst. Und das, obwohl die www-Verantwortlichen den entsprechenden Aufruf vorher auch auf Arabisch, Türkisch und Kurdisch herausschickten. Warum eigentlich nicht auch auf Chinesisch? Immerhin leben 200 000 Chinesen dauerhaft in Deutschland. Und hier folgt die zweite zentrale Erkenntnis: Verbündete finden die wohlgesinnten Anhänger der Gesellschaftstransformation nicht irgendwo unter den Migranten. Nicht unter Ostasiaten, nicht unter zugewanderten Spaniern, noch nicht einmal bei vielen Afrikanern mit neuem Wohnsitz in Europa. Sondern unter Muslimen mit Herrschaftsanspruch, also denjenigen, die ebenfalls eine große Transformation anstreben, wenn auch eine mit abweichendem Endziel.

Aber beim Ressentiment gegen den Westen können sich beide erst einmal zum vereinten Marschieren treffen, bevor es dann ans getrennte Schlagen geht. Das Motto vom schuldigen Westen vereint vorläufig beide, wobei die einen den kolonialen Westen meinen, die anderen den dekadenten. Die zeitweiligen Vorteile dieser Allianz begreift zurzeit kein Politiker im Westen so konsequent wie Jean-Luc Mélenchon, Führer der französischen Volksfront und Pate des Islamo-Gauchisme. Einer seiner wichtigsten Trommler, der Publizist Edwy Plenel, schrieb 1972 nach dem Mord der Terroristen des Schwarzen September an elf israelischen Sportlern während der Olympischen Spiele in München unter dem Pseudonym „Joseph Krasny“: „Kein Revolutionär kann sich vom Schwarzen September distanzieren. Wir müssen ihre Aktivisten bedingungslos verteidigen.“ Plenel entschuldigte sich nie für diesen Satz. Für Mélenchon und ihn stellen die Muslime in Frankreich Opfergruppe und revolutionäres Subjekt zugleich dar. Die Lage der französischen Juden kümmert sie erklärtermaßen nicht. Auch die Köpfe der Volksfront gehören zur weiß-woken westenhassenden Schicht. Ihr überhaupt nicht buntes, sondern bestenfalls zweifarbiges Zweckbündnis schließen sie im vollen Bewusstsein dessen, was sie tun. Dass nahezu die gesamte Grünen-Riege nach der zweiten Wahlrunde in Frankreich am Sonntag dem antisemitischen Giftzwerg Tribun Mélenchon gratulierte, zerstört hoffentlich letzte Illusionen über die deutsche Partei, die hier und da in den guten Vierteln mit den hohen Decken bei unpolitischen Leuten herrschten.

Wer sich jetzt noch die Geschichte von der eigentlich bürgerlichen und nur am Rand ein bisschen verrückten Truppe aufbinden lässt, gehört entweder selbst nicht zum Bürgertum. Oder er will sich in seiner selbstgewählten Illusion um keinen Preis stören lassen.
Ein Jürgen Trittin schickt seine herzlichen Kampfesgrüße ganz durchdacht an die Genossen der islamolinken Front in Paris, vermutlich fühlt er sich dabei noch einmal richtig jung. Eine Katharina Dröge jubelt möglicherweise aus dem gleichen Grund, der auch Katrin Göring-Eckardt beim Twittern über die Nationalmannschaft leitet, nämlich Dumm- und Blindheit.

Für alle, die nicht zu den Reinen und Gleichen gehören, kommt es jetzt darauf an, den eigenen Blick für die Feinde der freien Gesellschaft einerseits zu schärfen, aber auch für mögliche Verbündete. Denn auch viele Migranten und Kinder von Migranten wollen – anders als der www-Adel – nicht in einer Gesellschaft des Islamo-Gauchisme leben. Sie wären bereit, dagegen zu kämpfen. Ihnen bedeutet ‚Vielfalt‘ etwas grundlegend anderes als einer Göring-Eckardt. Vor allem nehmen sie diesen Begriff in seiner eigentlichen Bedeutung ernst.

Es wirkt beim Hinschreiben etwas komisch – aber es gibt tatsächlich nicht wenige Alteingesessene und Zugewanderte, die sich an dieses Land gebunden fühlen, wenn auch keinesfalls an seine Funktionselite, die also an einem Land hängen, dessen staatliche Agitationsplattform schon das Schwenken der Landesflagge für bekämpfenswert hält, dessen stellvertretende Parlamentspräsidentin in der Nationalmannschaft nur eine Basis für ihre eigenen rassenpolitischen Gedankenspiele sieht, und dessen Regierungspartei den relativen Wahlsieg einer Truppe bejubelt, die erklärtermaßen den Rest des französischen Bürgertums beiseiteräumen will. Dass sich trotz allem noch Leute finden, die sich nicht einfach abwenden, grenzt an ein Wunder. Und Wunder sollte niemand geringschätzen.
Es verhält sich sehr viel ernster, aber trotzdem grundsätzlich genau so wie beim Fußball: Hie wie da weiß niemand, ob er zum Schluss als Sieger auf dem Platz steht. Aber wer nicht hoffnungslos untergehen will, sollte zumindest die Aufstellung des Gegners kennen.

 

 


Dieser Text erscheint auch auf Tichys Einblick.


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14 Kommentare
  • Werner Bläser
    10. Juli, 2024

    Ich muss gestehen: Ich bin bekennender Rassist. Ich habe zwar absolut nichts gegen Schwarze, Gelbe, Rote (sofern es wirklich die Hautfarbe ist), aber ich kann Grüne nicht ausstehen. Die sind mir einfach nicht divers genug.
    Das betrifft nicht nur die soziale Zusammensetzung ihrer Zirkel. Es betrifft ihre ganze Denke (wenn man denn bei Grünen von “denken” sprechen kann). Für sie gibt es – obwohl sie angeblich so für Buntheit und Vielfalt schwärmen – nur entweder das Eine oder das Andere.
    Wenn ich stolz auf deutsche Kultur bin, bin ich in ihren Augen Nationalist (der vergrünte niedersächsische Verfassungsschutz hat gerade ein unfassbares Filmchen über den deutschen “Stolzmonat” veröffentlicht).
    Was ist aber, wenn ich ostasiatische Literatur, zum Beispiel (meine Frau kommt zufällig aus der Weltgegend), noch lieber mag als deutsche ? Die vier klassischen chinesischen Romane – selbst in der Übersetzung, z.B. von Franz Kuhn, sind noch Kaviar für die Seele.
    Und auch englische, französische, italienische, amerikanische…? Das würde Grüne heillos verwirren (Grüne zu verwirren, ist zugegebenermassen aus naheliegenden Gründen recht leicht).
    Grüne fühlen sich – verständlicherweise – geistig überfordert, wenn man ihnen zumutet, zu begreifen, dass man stolz auf Eigenes sein kann und trotzdem Fremdes hochschätzt.
    Man kann doch wohl nicht gleichzeitig stolzer Deutscher sein (wie der niedersächsische VS meint, am Rande der Verfassungsfeindlichkeit), und kultureller Weltbürger?
    Ebensowenig kann man doch unmöglich für sinnvolle Massnahmen gegen Klimawandel (soweit möglich) und für Achtsamkeit gegenüber wirtschaftlichen und sozialen Belangen sein?
    Und gar Frauen? Wurde auf der Welt jemals etwas besseres erfunden als die Frau? Und dennoch bin ich strikt gegen Frauenquoten. Das geht doch nicht! Stelle ich mir vor, das einem Grünen erklären zu wollen, habe ich plastisch vor dem inneren Auge, wie sich sein Gesicht in ein Fragezeichen ohne Antworthoffnung verwandelt.
    – Kurz: Grüne (und viele Rote, sorry, liebe Indianer, Ihr seid nicht gemeint) sind unfähig zum ‘Einerseits-Andererseits’. Sie kennen nur das ‘Entweder-Oder’. Verbohrte Aktivisten eben. Die totale Unfähigkeit, komplex und differenziert zu denken, bestimmt geradezu ihr politpsychologisches Genom. Vielfalt und Diversität im Denken ist ihnen so fremd wie die alltägliche Lebensrealität normaler Menschen.
    Geistig sind sie irgendwie auf Amöbenstatus stehengeblieben. Vielleicht erwärmen sie sich ja gerade deshalb so für Diversität und Buntheit, weil ihnen das völlig abgeht und sie den Mangel schmerzlich spüren.

    • Rudolf Wedekind
      11. Juli, 2024

      Sehr treffend beschrieben. Ähnlich geht’s mir ständig. Jeder Differenzierungsversuch scheitert an der Brandmauer aus hartem Moralin, das pragmatische Lösungen und einen unverstellten Blick in die menschlichen Seelen verhindert.

  • A. Iehsenhain
    10. Juli, 2024

    Ich fühle mich ein bisschen an das “DOPPELDENK” vom 14. April 2021 erinnert (https://www.publicomag.com/2021/04/13305/). Quasi aus der heimlichen SPIEGEL-Rubrik ‘Anspruch und Wirklichkeit’. Gibt es eigentlich ein ‘Umfrage in %’-Lexikon für Politiker? Bei der dortigen Rechenleistung wäre das sicher ein stark frequentiertes Nachschlagewerk. Beim gewählten (bzw. halbgewählten) Personal in Frankreich und UK (vor allem die dortige Frauen-Ministerin) stehen einem die Haare zu Berge. Vielleicht bilden ja fortan Deutschland, Frankreich und Großbritannien ein neues ‘Triangel of Trash’?!

  • Peter Zinga
    10. Juli, 2024

    ” person of color ” so ein Unsinn! Seid war ist WEIS keine Farbe?! WIR ALLE SIND “person of color”!

  • Andreas Hofer
    10. Juli, 2024

    Ich würde sagen, so richtig weiß ist das deutsche Beamtenkorps, stimmt‘s?

  • Dr. Andreas Dumm
    11. Juli, 2024

    “Nicht ungern war man selber nicht man selber, als man selber es war” (Zitat aus Odo Marquards “Schwierigkeiten mit der Geschichtsphilosophie”, S. 76, erschienen 1973!). — Die woke “Vielfalt” ist eine Projektion der sich unvollkommen fühlenden Einfalt und muß als deren Größenphantasie begriffen werden. Wo das Wachstumspotential einer grenzüberschreitenden Vergrößerung (nach außen) dieser Einfalt erschöpft scheint, schaltet sie um auf den Import der sie quasi nach innen hin vergrößernden Pseudo-Vielfalt. Das erlebende Ich (besser: Ego) und die Tatsache des Vergrößerungswunsches bleiben nach dieser 180° (tatsächlich: 360°) Wende bestehen. Außerdem ist es bequemer, worin zugleich der Unterschied zwischen dem klassischen Narzißmus und dem infantilen Narzißmus zeitgenössischer Provenienz zum Ausdruck gelangt: Früher fußte das Ego auf der Leistung, heute dümpelt es meist auf dem Anspruch auf Versorgung.

  • Albert Schultheis
    11. Juli, 2024

    Es ist äußerst interessant, Grünen Freunden von früher einfach so mal reden zu lassen und ihnen zuzuhören. Das sind durchaus Leute, die was studiert haben und früh in die Partei eintraten. Grüner Markenkern, sozusagen. Man ist dann fürbaß erstaunt über die geistige Schlichtheit der “Narrative”, die man ganz ohne Vorbehalt aufgetischt bekommt. Einfach reden lassen und zuhören – und schon wird’s super aufschlussreich – und hochnotpeinlich, zum fremdschämen. Aber pssst! Still! Weiter zuhören! Es wird dann meistens nur noch peinlicher. Besonders wenn die von sich erzählen, was die alles Gutes tun und ehrenamtlich und in welchen wichtigen Gremien die drinsitzen, und wo sie beim Biobauern einkaufen, der ein so toller Typ ist, den sie persönlich kennen, wo jede Kuh ihren Namen hat. – Man glaubt, man sei in Bullerbü oder noch immer in einer Wohngemeinschaft der 70er Jahre. Aber das sind Erwachsene, sogar Leute mit politischer Verantwortung. Es hat etwas Klerikales, Frömmelndes, wenn sie reden. Wahrscheinlich ist das der Grund, warum die Kirchen so auf die abfahren. Diese Leute können nicht lachen, schon gar nicht über sich selbst! – Und wenn du da eine falsche Bemerkung machst, ein falsches Wort, dann kippen die um! Dann haben sie dich durchschaut und du kriegst eine volle Breitseite in die Fresse! Nix mehr frömmelnd, nix mehr Bullerbü! Dann schlägt dir der blanke Hass entgegen.

  • Olaf Haas
    11. Juli, 2024

    2005 beim WM-Probespiel gegen Argentinien im nagelneuen Düsseldorfer Stadion lag als Give-away auf jedem(!) Sitz eine größere Deutschland-Fahne zur gefälligen Verwendung. Sie schwenkend standen vor Beginn alle auf, um mit der Mannschaft zusammen die Hymne zu singen. Die Anfänge kollektiver Nationalisierung des Fußballs: ich blieb irritiert sitzen, schaute den anderen beim Singen zu und habe die Fahne verschenkt.
    Der anerzogene Affekt, sich unmittelbar jeglichem Angebot von Kollektivierung zu verweigern, war ausgelöst. Keine Vergemeinschaftung, ohne darüber nachzudenken, erst Individuum, dann Gesellschaft!
    Von heute aus gesehen: an der freundlichen Seite Fußball-Deutschlands und seiner Fahne von 2006 klebt rückwärtig und inklusive immer auch der historisch überkommene Nationalismus zur gefälligen Wiederaufführung. Je nach Ort, Zeit und Kontext.

    Der ideologiekritische Spieß der Homogenität, üblicherweise von linker Seite als Basis rechtsradikalen Denkens bezüglich der Reinheit des Volkes und Abwehr von Migration identifiziert, wird von Wendt hier in die andere Richtung geworfen.
    Diejenigen, die Vielheit und Buntheit fordern, nehmen selbst einen gesellschaftlichen Ort ein, an dem sie Homogenität leben: das links-grüne städtische Milieu der Besserverdienenden. Draußen vor der Tür ist man für Vielfalt, doch bei sich zu Hause herrscht selbstzufriedene Homogenität. Auf dem Gebiet der Ansichten sei keine Buntheit gewünscht. Je geschlossener ihr Kreis, umso lauter der Ruf nach Diversität da draußen.
    Der populistisch geforderten Homogenität des Volkes durch Abwehr von Migration auf der einen Seite(rechts) entspricht das Interesse am Erhalt der Homogenität im eigenen nestwarmen Milieu bei Auslagerung der Vielfalt auf den großen Rest der Bevölkerung(links).

    Der reflektierte Individualismus mit substanziellen Abwehrreflexen beiden Seiten gegenüber wäre die empfohlene Haltung.
    Insinuieren Sie mit Blick durch die stark skandalisierende Twitterbrille bitte nicht, lieber Herr Wendt, dass auf der rechten Seite die größeren Geister säßen, nur weil sich Frau G-E intellektuell vergaloppiert, die Bundeszentrale für politische Bildung dümmste historische Klischees in laufende Bilder bannt und Regierungsmitglieder sträflich undifferenziert den französischen Wahlsieger feiern. Blöde sitzen auf allen Seiten.

    • Majestyk
      16. Juli, 2024

      @ Olaf Haas:

      “historisch überkommenen Nati0onalismus”

      Wie historisch überkommen der ist bringen Russen, Chinesen, Araber und in Bälde vielleicht auch Amerikaner den sich als Menachenfamilie begreifennden identitäts- und bindungslosen Europäern linksmoralischer Gesinnung bald bei. Das was von Westeuropa übrig ist wird dann auf die harte Tour lernen, wozu man einst Burgen baute.

      Die Trennung der Lebenswelten und die Nähe des sich als besser empfindenen Teil eines Volkes zu Menschen ihrer gesellschaftlichen Klasse, statt zum Pöbel des eigenen Stamms ist so neu auch nicht. Und es wäre ebenfalls nicht neu, daß auch diese Kreise auf die harte Tour lernen, daß selbst der verblödeste Pöbel aufmuckt, wenn das brot knapp wird und kein Kuchen als Alternative in Sicht.

      • Olaf Haas
        17. Juli, 2024

        Werter Majestyk, Sie bedienen die von Wendt angebotenen ideologischen Schablonen ohne nachzudenken. Sie gehören zu denen, die, nach Erlösung suchend, irgendwann in ihrem Leben unbedingt und ein für alle Mal zu einer höheren Ordnung Ja sagen wollen. Nationale Identität erscheint Ihnen „nie entkoppelt“, naturgegeben. Sie sprechen sogar vom „eigenen Stamm“. Sie vermischen die nationale mit der sozialen Frage und landen deshalb, historisch betrachtet, ideologisch im … na raten Sie mal wo und aktuell bei der AFD. Sie betrachten sich als wahren Repräsentanten des Volkes, der zwischen dem sich „besser empfindenden Teil“ und dem „Pöbel“ den Kern des Stamms verkörpert: selbst arm dran, aber kein Pöbel. Beladen mit Ressentiments beschwören Sie zu guter Letzt den gewaltsamen Aufstand des Pöbels im Inneren oder die „harte Tour“ von außen herauf und träumen sich alte Stärke und Wehrhaftigkeit zurück.

  • Manfred Müller
    12. Juli, 2024

    Vielen Dank für diesen, wie immer sehr aufschlußreichen Text! Die Beleuchtung der Beziehungen zwischen Linken und Islamverbänden in Frankreich kommt mir etwas zu kurz. Eine andere Sache möchte ich ergänzen: Nach meinem Eindruck besteht die homogenität dieser Menschen vor allem darin, dass sie direkt oder indirekt vom Staat oder eben von staatlichen Transferleitungen leben; vor allem aber nicht produktiv arbeiten. Sie haben als Gemeinschaft, dass sie nicht aus eigener Erfahrung wissen, woher der Wohlstand in dem sie schwelgen eigentlich kommt: die Arbeit tun die anderen. Sie sind der natürliche Feind derjenigen die den Wohlstand produzieren. Das ist eine neue Form des Klassenkampfes: die Ausbeutung erfolgt heute durch die Schwätzer, diese neuen Priester einer Bescheidenheit in der sich vor allem andere üben sollen. Ein Teil derjenigen die den Wohlstand produzieren, Familienuntenehmer, Manager, biedert sich an, teils auf ekelerregende Weise, aber wohl in erster Linie um Subventionen abzugreifen. Der andere Teil, also diejenigen die den Wohstand unten produzieren, die Arbeiter, darunte sehr viele Ausländer, die wenden sich mit Grausen ab von dem weltfremden Geschwätz und den abgedrehten Ansichten etwa der Grünen. Es hilft ihnen aber nichts, sie haben nichts zu sagen. Das demokratische Moment, die Korrektur der abgedrehten Dekadenz der Minderheit oben durch die Stimmen derer von unten, das fehlt in der BRD schon länger. Die meisten, die unten den Wohlstand schaffen, sind Ausländer die sich nicht einmischen wollen oder können, die lieber in den Moscheeverein gehen als auf eine Parteiversammlung. So wird die Korrektur eben durch den Erfolg der Konkurrenz aus China kommen…

    • Alois Ludwig
      17. Juli, 2024

      Überall wo diese Grünen oder Roten Phantasten, oder eine Melange von beidem, auftauchen und sich einmischen, entsteht zwangsläufig, sozusagen aus dem „Nichts“ Chaos und Hass. Möglicherweise brauchen diese Leute solche Zustände, um, quasi von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, auf sämtlichen staatlichen Ebenen Staatsknete abzukassieren. Wenn sie sich nun immer mehr für den Fußball interessieren und dort ihre Leute in die Führungspositionen des DFB einschleusen, kann man getrost darauf wetten, dass über kurz oder lang das Leistungsniveau noch weiter in den Keller geht. Da helfen auch keine Superspieler wie Wirts oder Musiala. Wer nicht mitzieht ist sowieso ein Nazi oder zumindest verdächtig einer zu sein. Das Grüne Spitzenpersonal ist vorwiegend weiß, Geldgeil und liebt das teuere Luxusleben, dafür würden sie sogar einen Pakt mit dem Teufel eingehen, mit dem Islam liegen sie schon seit den RAF Zeiten in einem Bett. Leider hat der Fußball von heute, außer den groben Spielregeln, nur noch wenig mit dem Fußball von früher zu tun. So mancher älterer Fußballfreund denkt wehmütig an die Zeiten zurück, wo Vereinstreue einen sehr hohen Stellenwert hatte. Heute findet man Vereinstreue nicht einmal mehr im Jugendbereich. Dabei wandern Erlebnisse, wie Kameradschaft, Zusammenhalt, gemeinsame Fahrten, Freude oder Frust und Ärger über verlorene Spiele nahtlos aus dem jugendlichen Leben in den Erinnerungsspeicher des gealterten, vom Leben geprägten, einst glücklichen Schüler u. Jugendspielers. Persönlich, erlebe ich unsere Helgolandfahrt mit der A Jugendmannschaft in der Erinnerung, als wäre gerade gestern gewesen.
      Und nun will diese Grün-Linke Krake den Fußball vereinnahmen und seinen politisch motivierten Hass und Unfrieden ausbreiten. Sie werden auch vor dem Jugendbereich der Vereine nicht halt machen, weil sie nicht erfassen können, dass der Fußballsport im Amateur- als auch im Profibereich niemals eine Sache der Hautfarbe, der Bildung oder der beruflichen Tätigkeit war und ist. Es geht einfach nur um den Spaß am Spiel, das man als Mannschaft gewinnen will.
      Aber Leistung, das wissen zum Glück immer mehr Mitbürger, scheuen die Grün-Linken Kommunisten wie der Teufel das Weihwasser. Frei nach Heinrich Heines „Wintermärchen“, kennen wir längst die Texte (Corona, Klima, CO2-Terror u.v.m.), wir kennen auch die maßgeblichen Verfasser, wir wissen sie „saufen“ genüßlich, sogar öffentlich, teueren Wein u. predigen unverblümt den Menschen im Land sie sollen sich einschränken, kein Fleisch essen, in kleinen Wohnungen leben, nicht mit fossilen Brennstoffen heizen, nicht zu reisen, wenig Auto fahren, wenig mit einem Flugzeug unterwegs sein, viel arbeiten und sehr viel Steuern und Abgaben zahlen, damit diese „parasitären Zeitgenossen“ ihr Luxusleben weiter leben können, selbst wenn das Land und auch der schöne Fußballsport dabei zu Grunde geht.

  • Majestyk
    12. Juli, 2024

    Die Entkoppelung von der eigenen Identität ist ein Eliten- und Akademikerphänomen, gab es in meinen Kreisen nie. Für Leute wie mich sind die Migranten nach wie vor einfach Ausländer.

    Vermischt werden soll aber eh nur der Pöbel, der soll ja seinen Lebensraum teilen. Die Eliten bleiben nach wie vor unter sich und der Zirkel schließt sich auch immer mehr.

    Der Wahrheit kommt man aber auch näher, wenn man sich eingesteht, daß jenseits der geopolitischen Konflikte die Aufklärung zurückgedrängt werden soll und die Reichen in Marbella oder auf den Bermudas wieder gerne unter sich wären. Dann ist die schleichende Verdummung kein Zufall, sondern Absicht (siehe Leo Strauss) und da paßt auch der Islam ins Bild der als Gesellschaftssystem völlig inkompatibel zum Abendland ist, dessen Betriebssystem christlich ist, mit dem Update Aufklärung. Nun will man ein neues Betriebssystem implementieren ohne die Festplatte vorher neu zu formatieren, fragt sich nur ob man dabei wirklich die Kontrolle über das Werkzeug behalten kann oder ob sich dieses nicht wie üblich verselbstständigt.

  • Maria Leuschner
    13. Juli, 2024

    “Übrigens wehte schon bei der WM 2006 die größte Deutschlandflagge Berlins in Neukölln; sie gehörte einem Gastwirt mit türkischen Wurzeln, bei dem die Bundeszentrale vermutlich bis heute mit ihren Bildungsversuchen versagt.”

    Sehr geehrter Herr Wendt, einmalig Ihre leise Ironie bei dieser Schilderung. Dieser Satz hat mich für den ganzen Tag heiter gestimmt – Danke!

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