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Weiteres vonAlexander Wendt


Ganz kleine Kreise

Eine antisemitische Karikatur? In München kein Hinderungsgrund, den Karikaturisten zu ehren. Das Problem, findet Ex-OB Ude, sind die jüdischen Kritiker

Dass der wegen seiner antisemitischen Karikatur bei der „Süddeutschen“ geschasste Karikaturist Dieter Hanitzsch in München am Donnerstag mit einer städtischen Auszeichnung geehrt wurde, ist schon Skandal genug. Eine ganz andere Dimension erreicht die Stadt allerdings mit ihrer Verhöhnung derjenigen, die dagegen protestieren. Während das Kulturreferat der Stadt einfach kein Problem in der Verleihung der Hoferichter-Medaille an Hanitzsch erkennen wollte, greift Ex-Oberbürgermeister Christian Ude, Laudator des Karikaturisten, zu einem geradezu toxischen Vokabular.

Von Haltung überrannt

Der „Tagesspiegel“ erfindet ein Zitat von Winfried Kretschmann

Warnt Baden-Württembergs grüner Ministerpräsident Winfried Kretschmann neuerdings generell vor Migration, und das auch noch im harschen Ton? Der Tagesspiegel vom 24. Januar suggeriert genau das – indem er dem Politiker ein frei erfundenes Zitat in den Mund legt. In einem Kommentar unter der Überschrift „Phantomdebatte beenden“ ruft dort Autor Fabian Löhe dazu auf, endlich anders, nämlich weniger problemorientiert über Migration zu diskutieren.

Gründer und Gründe

Migranten zeigen überdurchschnittlichen Unternehmergeist, meldeten etliche Zeitungen unter Berufung auf eine KfW-Studie. Nur: stimmt die Aussage überhaupt?

„Nach einer neuen Untersuchung ist jeder fünfte Gründer in Deutschland ein Migrant“,

meldete am Dienstag die Katholische Nachrichtenagentur KNA, und so oder so ähnlich berichteten eine ganze Reihe von Medien über eine Untersuchung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Publico Medienservice: Relobot

Vor zwei Wochen schrieb Publico, wegen der hochgradigen Vorhersehbarkeit der Haltungsmedienberichterstattung werde es sehr leicht sein, demnächst Haltungsjournalisten durch Bots zu ersetzen, also durch selbständig arbeitende Schreibprogramme. Dass es so schnell gehen würde, kommt dann doch überraschend: Aber jetzt jedenfalls sendet auf Twitter ein Bot namens Robotius, der aus Relotius-Material selbständig immer neue Reportage-Ideen abmischt.

Sie können alles sagen, passen Sie bloß auf

Die Meinungsfreiheits-Debatte um Stefan Kretzschmar trifft den Nerv eines selbstgerechten Milieus, dem die Argumente ausgehen

Sehr vielen außerhalb des Handball-Publikums sagte der Name des Ex-Nationalspielers Stefan Kretzschmar bis vor ein paar Tagen nichts. Nach seinem Interview mit T-Online genießt er eine milieuübergreifende Bekanntheit. Es könnte gut sein, dass er sich mit dem hier erstmals vorgeschlagenen Begriff Kretzschmar-Effekt eine langfristige Prominenz sichert.

Generation Rückzug

Was passiert in Schulen, in denen türkisch- und arabischstämmige Jugendliche schon die Mehrheit stellen? Die Assimilation läuft mit umgekehrten Vorzeichen: es sind die Almans, die sich anpassen

Von Air Tuerkis*

Ich bin 16 Jahre alt und wohne in Berlin-Kreuzberg. Aufgewachsen bin ich zwischen Görlitzer Park, Warschauer Straße und Kottbusser Tor. An meiner Grundschule hatten wir einen Ausländeranteil jenseits der 70%-Marke.

Fall Magnitz: Alles ein bisschen anders

Hat die AfD den Angriff auf ihren Politiker falsch dargestellt? Das hatten viele Medien behauptet. Stimmt das? Ein Faktencheck

Selten lasen sich Überschriften zu ein und demselben Ereignis so ähnlich wie in der zweiten Berichterstattungswelle zum Überfall auf den Bremer AfD-Bundestagsabgeordneten Frank Magnitz, 66:

Tagesschau: „Staatsanwaltschaft widerspricht AfD“

Zeit Online: „Bremer Staatsanwaltschaft weist AfD-Darstellung von Angriff zurück“

T-Online: „Bremer Staatsanwaltschaft weist AfD-Darstellung zurück“

Westdeutsche Zeitung: „Fall Magnitz: Staatsanwaltschaft widerspricht AfD-Darstellung“

Deutsche Welle: „Staatsanwaltschaft widerspricht AfD“

Gewalt? Nicht doch!

Nach dem Überfall auf den AfD-Abgeordneten Frank Magnitz sollte eine Verurteilung von Gewalt eigentlich selbstverständlich sein. Ist sie aber dann doch nicht. Geht es gegen Rechts, dann gelten nämlich andere Regeln

Am Montag Nachmittag wurde der 66jährige AfD-Bundestagsabgeordnete Frank Magnitz, im Stadtzentrum von Bremen von drei Männern angegriffen und so geschlagen, dass er mit einer schweren Platzwunde ins Krankenhaus eingeliefert werden musste.