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Weiteres vonAlexander Wendt


Die Entsetzten

Die politischen und medialen Eliten würden Tötungsfälle wie in Kandel am liebsten übergehen. Was sie dann doch verlautbaren, sagt mehr über sie aus, als ihnen lieb sein kann

Von Karl Kraus stammt der schöne Begriff der Tonfallstricke.

Am liebsten würden Politiker und öffentlich-rechtliche Medienverantwortliche gar nicht über die Tötung eines 15jährigen Mädchens im rheinland-pfälzischen Ort Kandel durch einen afghanischen Migranten sprechen. Da sich in dem Fall allerdings ein seit 2015 wiederkehrendes Muster zeigt und ihn deshalb viele Endverbraucher der Politik für exemplarisch halten, kommen Journalisten der öffentlich-rechtlichen Medien und Politiker nicht umhin, doch etwas zu meinen.

Krieg gegen Frauen

Deutschland erlebt eine Gewaltepidemie, die von jungen muslimischen Einwanderern ausgeht. Das Beschweigen der kulturellen Gründe durch die Medien hat etwas Gespenstisches. Das Thema gehört 2018 ganz oben auf die öffentliche Agenda

An einer Nachricht ist auch aufschlussreich, was sie auslöst. Und was sie nicht auslöst. Welche Spur sie in der medialen Öffentlichkeit hinterlässt. Welche Zusammenhänge diese Sachwalter des Öffentlichen herstellen. Und welche sie nicht herstellen.

Leserbrief des Monats

Von Wolfgang Illauer zum Beitrag „Liebestod auf Schwedisch“

Wie holt man das Einverständnis des Partners ein? Ein althochdeutsches Gedichtbruchstück, wohl aus dem zehnten Jahrhundert, gibt darauf eine schöne Antwort:

Hirsch und Hinde

Hirez runeta (raunte) hintun in daz ora:
uuildu (willst du) noh, hinta?

Bemerkenswert: die vollen Vokale am Schluß!
Zu beachten: das Wort “noch” hat hier die alte Bedeutung “(und) jetzt”.

Der Reserverat Deutschlands

Über nichts wissen führende SPD-Politiker so gut Bescheid wie über die künftige Rolle ihrer Partei. An ihren ständigen Wortmeldungen zur jeweils aktuellen Gefühlslage kann es also nicht liegen, wenn die Bedeutung der SPD noch schneller schrumpft als der Magen von Sigmar Gabriel. Eine Wanderung durchs Jahr mit Sozialdemokraten und einem riesigen Rucksack voller roter Linien.

Blöder die Linken nie klingen

Alle Jahre wieder: Der politisch korrekte Weihnachtskitsch ist auch 2017 mit gesteigerter Penetranz da. Erbarmen!

In seinem Buch „Das Blöken der Wale. Die Linke und der Kitsch“ fächert Gerhard Henschel viele Kapitel auf. Aber es gibt, von heute besehen, eine Lücke: Zu „Linke und Weihnachten“ finden sich nur Marginalien. Damals, 1998, war das auch angemessen. Heute ist es ein eigenes Großthema. Mit der Unvermeidlichkeit von Whams „Last Christmas“ versorgen die Politiker des Guten in den vierzehn Tagen vor Weihnachten die Öffentlichkeit mit ihrem Klingelsound.

Wie der Stern in Sachsen wieder einmal fast Nazis fand

Der Stern und Sachsen – das ist eine lange Geschichte, die immer nach den gleichen Mustern und in vielen Fortsetzungen abläuft. Ungefähr wie „Der Rosarote Panther“, nur entschieden weniger lustig. Im Fall des Magazins aus Hamburg bemühen sich journalistische Detektive in jeder Folge, sächsische Nazis ins Licht der Öffentlichkeit zu zerren.

Wochenrückblick: Willkommen im Club der weißen Bänder

Die Vorbereitungen für die Feste laufen auf so genannten Hochtouren, vor allem auf das Silvesterfest, das dank Urlaubssperre für die Polizei und schon jetzt mobilisierter Hundertschaften leger und entspannt zu werden verspricht. Um die Sicherheit noch über das normale Maß zu steigern, will die Stadt Köln an Frauen, die an diesem Tag partout in die Öffentlichkeit möchten, weiße Handgelenkbänder ausgeben.

Geld her, Geld her, oder ich fall um

Öffentlich-rechtliche Sender rechnen sich arm – um die nächste Gebührenerhöhung zu rechtfertigen

Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue zählt zu den weniger bekannter Hierarchen der öffentlich-rechtlichen Sender. Im November wandte er sich via dpa an eine größere Öffentlichkeit, um eine wichtige Botschaft vorzutragen: Ab 2020, verkündete Raue, bräuchten ARD, ZDF und seine Radiostation wieder mehr Geld – sonst drohten „Einschränkungen“ im Sendebetrieb. Die Gebühr von monatlich 17,50 Euro, die jeder Haushalt in Deutschland für den Betrieb der Anstalten zahlt, würden bald zur Finanzierung nicht mehr reichen.