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Arbeiter raus!

Die SPD will ihre früheren Wähler endlich vergessen. Eigentlich folgerichtig. Denn umgekehrt ist das schon längst passiert

Yannick Haan gehört zu den Sozialdemokraten mit Zukunft. Er sitzt der SPD Alexanderplatz vor, ist stellvertretender Vorsitzender der SPD Berlin Mitte, wirkt in der „Netz- und Medienpolitischen Kommission” des SPD-Parteivorstandes, arbeitet bei der Stadtverwaltung Wolfsburg als “Smart City Manager”, und weiß außerdem, da er auch über die Fähigkeiten eines Smart Social Democrat-Managers verfügt, wie seine Partei noch zu retten ist. In der „Welt“ vom 1. Februar fordert er in einem Meinungsbeitrag: „Vergesst endlich die Arbeiter“.

Seine Begründung läuft darauf hinaus, dass in Deutschland heute keine Arbeiter mehr existieren, fast jedenfalls.

„War vor 30 Jahren die Arbeiterschaft männlich, weiß und heterosexuell, so ist sie heute extrem divers geworden. Zudem nimmt die Arbeiterschaft in der Gesellschaft immer weiter ab. Laut DIW beträgt diese im Jahr 2019 nur noch 16 Prozent der Bevölkerung.“

Das ist immerhin mehr als der aktuelle Wähleranteil der SPD, die nach einer aktuellen Umfrage zur Europawahl bei 15 Prozent liegt. In Bayern, wo die Partei zur Landtagswahl 2018 immerhin noch 9,7 Prozent schaffte, rangiert sie neuerdings bei 6 Prozent.

Warum die Arbeiterschaft dem jungen modernen Sozialdemokraten ausgerechnet jetzt als diversifizierte Minderheit schnuppe ist, führt Yannik Haan nicht weiter aus. Es muss also außer an ihrer numerischen Stärke auch an einer gewissen kulturellen Entfremdung zwischen Leuten wie ihm und Reihenhausbewohnern in Wolfsburg liegen. „Das heutige Proletariat“, lehrt der Marx vom Alexanderplatz, „fährt nicht mehr ins Bergwerk hinunter, sondern fährt per App gesteuert mit unserem Essen auf Fahrrädern durch die Städte.“

Für Berlin Mitte, wo Yannick zusammen mit anderen männlichen weißen Sozialdemokraten eine per Überlegenheitsgefühl gesteuerte Identitätspolitik betreibt, trifft die Beobachtung durchaus zu. Wer dort nämlich keinen Job als Politikberater, NGO-Mitarbeiter, Journalist, Berufspolitiker, Kulturmanager oder direkter Angestellter des Staates ergattert hat, ist mitunter tatsächlich gezwungen, mit der Feodora-beziehungsweise Foodora-Box auf dem Rücken die Gerechtigkeitslücke zu schließen, die aufklafft, wenn schwäbischen Eltern nach dem dreißigsten Lebensjahr des Berlinkindes ihre Transferleistungen stoppen.

In anderen Teilen des Landes sieht das anders aus. Der Anteil der gewerblichen Arbeiter liegt je nach Quelle bei 18, vielleicht im Jahr 2019 tatsächlich auch bei 16 Prozent der Bevölkerung. Dazu kommen noch gut fünf Prozent Beschäftigte im Bauhauptgewerbe. Diejenigen, die etwas produzieren oder bauen, machen also mehr als ein Fünftel derjenigen aus, die in Deutschland leben. Das ist nicht ganz wenig, zumal gemessen an den etwa fünf Prozent Muslimen, um die sich führende Sozialdemokraten mit einer vergleichsweise großen Intensität bemühen.

Viel wichtiger ist allerdings die Bedeutung der gewerblich tätigen Randgruppe. Der industrielle Wertschöpfungsanteil liegt in Deutschland immer noch bei 25,8 Prozent. Rechnet man die 5,3 Prozentpunkte des Bauhauptgewerbes dazu, tragen also Herstellung und Bau unmittelbar 31,1 Prozent zum Wohlstand bei. Außerdem hängt ein beträchtlicher Teil des Dienstleistungssektors an diesem volkswirtschaftlichen Kern. Ob Händler industrieller Produkte, Spediteure, Werbebeschäftigte, die Kampagnen für Güter entwerfen, oder Softwaredesigner für Gewerbeunternehmen – alle leben davon, dass es Gewerbe gibt. Die industrielle Wertschöpfung wäre noch deutlich höher, wenn ganz Deutschland dem Süden ähneln würde. In industriestarken Gegenden Bayerns wie der Oberpfalz und Niederbayern und in Baden-Württemberg hält sich ihr Anteil noch bei über 30 Prozent – ohne Baugewerbe. Das liegt noch etwas über dem europäischen Schnitt und ziemlich deutlich über den Anteilen von Ländern wie Frankreich, Portugal und Griechenland.

Eine Arbeiterklasse gibt es also durchaus noch in Deutschland, ihr Anteil ist respektabel, verglichen mit dem verbliebenen Anhang der SPD. Sie ist, zusammen mit den Bauleuten, obendrein der Teil der Gesellschaft, der die größte Last der Wertschöpfung trägt und es überhaupt möglich macht, dass in Berlin Mitte ein Biotop von Berufspolitikern und sonstigen Staatsabhängigen blüht, die sich ihr Essen von den Pechvögeln mit der Foodorabox liefern lassen. Seinen Job als Smart City Manager bei der Stadt Wolfsburg verdankt Yannick Haan der Tatsache, dass nebenan die Bänder von VW laufen. Ob die VW-Arbeiter umgekehrt nicht ohne Smart City Manager auskommen würden, ist nicht so sicher. Jedenfalls ging es lange Zeit gut ohne.

Der Punkt ist, dass die zwar etwas diversere, aber auch überwiegend fleischessende, autofahrende und ungegendert sprechende Arbeiterklasse es im Wesentlichen aufgegeben hat, eine Partei zu wählen, deren Funktionäre sie kulturell verachten, die ihr das Dieselauto nehmen und die Autoindustrie zum Abbruch freigeben, weil sich bei den Yannick Haans und Kevin Kühnerts die Ansicht durchgesetzt hat, dass ein so reiches Land wie die Bundesrepublik gut und gerne wie Berlin Mitte plus einige Millionen Armutsmigranten leben kann. Jedenfalls eine Weile. Die führenden Kreise der SPD haben außerdem in den vergangenen Jahren daran mitgewirkt, Deutschland mit einer beeindruckenden Dichte von Windrädern, Genderlehrstühlen und Gegen-Rechts-Büros zu überziehen. Mit anderen Worten: Sie haben ihre schwindende politische Macht vor allem dazu genutzt, mit dem hauptsächlich in der Industrie erarbeiteten Steuergeld ein Milieu zu fördern, das hauptsächlich grün wählt.

Nun gibt es bei alledem auch eine soziale Pointe. Mechatroniker in Sindelfingen und Porsche-Monteure in Leipzig verdienen deutlich besser als viele, viele Mitglieder der strategiepapiererzeugenden Klasse in Berlin. Wer als Facharbeiter schafft, leistet sich oftmals ein Auto mit Verbrennungsmotor (oder zwei Autos), ein Haus, Urlaub, und zieht heteronormativ Kinder groß, während sich etliche Kosmopoliten in den zentralen Stadtbezirken Berlins von einem miserabel bezahlten Projekt zum anderen hangeln, weil sie es nicht auf einen steuergeldfinanzierten Premiumposten geschafft haben, und deshalb mit fünfunddreißig noch als Single in einer WG oder einer 40-Quadratmeter-Butze festhängen.

Der Mechatroniker kann sich also mit seinem Gehalt und dem Anteil seiner Klasse an der Wertschöpfung in Deutschland mit guten Gründen zur Elite zählen und auf das prekäre abgehängte ressentimentgesättigte Milieu in den zentralen Stadtbezirken der Hauptstadt ein wenig herabschauen.

Das hat Yannick Haan auch schon erkannt. Für das Problem, das allerdings nur er und seinesgleichen als Problem empfinden, präsentiert er in seinem Vergesst-die-Arbeiter-Manifest auch eine Lösung. Und die sieht so aus:

„Nehmen wir zum Beispiel die Wirtschaftspolitik. Eine radikale Verkürzung der Arbeitszeit, die an den Produktivitätszuwachs gekoppelt wird, […] würde die neuen Arbeiter (neu offenbar im Sinne von divers – d. A.) mit den Kosmopoliten versöhnen. In dem vorgeschlagenen Modell werden die Einkommen eingefroren, und jeder Produktivitätszuwachs führt automatisch zu einer Arbeitszeitverkürzung. So würde sich die Freiheit der Menschen erhöhen, und zusätzlich würde sich die Einkommensschere innerhalb der Gesellschaft langsam, aber sicher wieder schließen.“

Den Vorschlag des jungen Netz- und Medienkommissars lohnt es sich wirklich zweimal zu lesen. Ein Einfrieren der Einkommen bei Zwangsurlaub und gleichzeitiger Inflation wäre nichts anderes als eine beständige Lohnkürzung. Es braucht keine lange Erörterung, um festzustellen, dass sich dann die Arbeitseinkommen der Arbeitnehmer und die Kapitaleinkommen der Besitzer von Anlagevermögen erst Recht auseinanderbewegen würden. Aber es geht gar nicht um das relative Verhältnis zu den Privilegierteren. Der Witz besteht darin, dass ein Sozialdemokrat nichts anderes vorschlägt als eine Strafaktion gegen die verbliebene Arbeiterklasse.

Sein Motto heißt also nicht nur: Vergesst die Arbeiter, sondern: Enteignet die Arbeiter. Die Expropriation der Dieselfahrer kann nur ein Anfang sein. Damit, muss man sagen, stünde es vorübergehend Eins zu Null für die neue SPD. Die Arbeiter können sie nicht mehr durch Stimmentzug bestrafen, dieser Teil ist durch. Aber die Yannicks und Kevins können noch schnell die materielle und soziale Basis der Arbeiterklasse zusammen mit der führenden Partei der zentralen Stadtbezirke final ruinieren. Nun werden viele einwenden: Erstens ist die Kraft des Allgemeinen Deutschen Arbeiterbekämpfungsvereins mittlerweile sehr begrenzt, siehe oben. Und: So dumm wird es schon nicht kommen. Vor zehn Jahren hätten allerdings nur die wenigsten geglaubt, dass Deutschland aus der Kernenergie wie der Kohleverstromung aussteigen würde, und sich 2019 auch schon mit einem Bein aus der Autoindustrie herausgeschwungen hat. Und Politiker Schüler dazu animieren, freitags nicht zur Schule zu gehen. Vorangetrieben wurde und wird das alles durch sehr kleine, aber entschlossene politische Gruppen.

In weiteren fünfzehn bis zwanzig Jahren, das mag sein, wenn die Autos alle aus Fernost kommen, die Plattformökonomie aus Asien und Kalifornien und Häuser aus dem 3D-Drucker, könnte die Arbeiterklasse endgültig verschwinden. Dann käme auch der warme Steuerstrom zum Erliegen, wie es Bärbel Höhn kürzlich für den Golfstrom befürchtete, und es ginge das Biotop von Berlin Mitte sanglos ein. Was dort aufgrund der vorherrschenden ökonomischen Sonderbegabung erst zeitversetzt registriert würde. Wie Hildegard Knef sang: „Dass es gut war, wie es war, das weiß man hinterher / dass es schlecht ist, wie es ist, weiß man gleich“.

Mag also sein, dass die zu vergessene Klasse in die Grube fährt. Es wird nur keine SPD mehr da sein, um ihr den Kranz hinterherzuwerfen.

 

 


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54 Kommentare
  • Mike Schmitz
    2. Februar, 2019

    Ich glaube, alle die keine Mausschubser sind sowie nicht im Homeoffice arbeiten können und richtiges Werkzeug sowie einen fahrbaren Untersatz benötigen um ihren Arbeitsauftrag zu erfüllen, sollten mal eine Woche krank machen.
    Nur mal so, um zu zeigen wie das ist wenn die Räder stillstehen. Und genaugenommen gehört heutzutage auch ein Vermessungsingenieur zum Proletariat.

    • Aufgewachter
      4. Februar, 2019

      Die Betriebsstunde eines PKW (Honda Civic) liegt bei 23,52 Euro und ich sehe draußen Menschen, die fahren mit ihrem PKW jeden Tag für eine Personaldienstleistung zur Arbeit wo sie lumpige 7,86 Euro brutto je Stunde verdienen. Andere wiederum fahren mit ihrem PKW über 30 Kilometer, um an einer Tankstelle für 8 Euro je Stunde zu arbeiten (450 Euro). Und der gesetzliche Mindestlohn soll bei 8,50 Euro brutto je Stunde liegen. Na klasse!

      Und dann immer dieses Gequatsche von Zwangarbeit. Zwangsarbeit kann es nur geben, wenn es auch die erforderlichen Arbeitsplätze dazu gibt. Und Arbeitsplätze entstehen nicht dadurch,dass man Gesetze zur Zwangsarbeit verabschiedet. Seit dem ich das begriffen habe, mache ich mir um Zwangsarbeit überhaupt gar keine Sorgen mehr.

      Denn mit Inbetriebnahme der vollautomatischen Fertigungsstraßen und der Abkoppelung des US-Dollars vom Goldstandard am 15.08.1971, arbeiten quasi nur noch 20 Prozent der Menschen oder weniger. Das wurde natürlich nie publik gemacht.

      Die verbleibenden 80 Prozent sind mit der Einführung der Hartz IV-Gesetzgebung ab dem 01.01.2005 damit beschäftigt worden Zwangsbewerbungen auf Phantasie-Stellenangebote zu schreiben, um die Illusion der Vollbeschäftigung zu wahren.

      Au Backe, wenn der Schwindel mal eines Tages auffliegt, dann möchte ich nicht in Nürnberg sein. In Nürnberg betreibt nämlich die Menschenschinder-Sekte einen Zentral-Rechner, der diese Matrix aus virtuellen Stellenangeboten nach einem komplexen für Menschen nicht erkennbaren Rotationsprinzip steuert und in eine schlichte SQL-Datenbank mit dem Namen Jobboerse.Arbeitsagentur.de überträgt.

      Ein echt perverses System entwickelt von Menschen, die nicht arbeiten gehen wollen und geschaffen für Menschen, die arbeiten gehen müssen. Aber letztendlich ist die Wahrheit doch herausgekommen. Der Festsaal wurde angemietet, ein Orchester engagiert und jetzt wollen wir mal sehen, ob die Menschenschinder-Sekte tanzen kann.

    • Johanna
      4. Februar, 2019

      Genau genommen sind die Kinder und Enkel der Arbeiter heute Ingenieure und BWL’ler, Abteilungsleiter, Projektleiter und Mitglieder der Geschäftsführung. Das Kriterium ist, dass man für sein Auskommen arbeiten geht, ob als Lkw-Fahrer, Mechatroniker bei Audi, Ingenieur, Oberkellner oder Stewardess. Das war mal die Klientel der SPD und könnte es noch immer sein, bei Wahlergebnissen von 30 – 45 %. Aber die SPD interessiert sich nur für Randgruppen, die armen Afrikaner und Veganer (Hinweis: klar ist das überzeichnet). Die SPD ist TOT.

    • Gabi
      5. Februar, 2019

      Herrlich und wie wahr!

  • Dieter Schilling
    3. Februar, 2019

    Die alte Tante SPD ist noch nicht tot,aber sie riecht schon ein bißchen.

    • Jens Ebinger
      3. Februar, 2019

      Ich freue mich aber sehr, auf deren Beisetzung. Ich würde auch die Grabblumen spenden.

    • N.N.
      3. Februar, 2019

      Nein, die SPD stinkt inzwischen und wie immer der Volksmund treffend weiß, wie ein Fisch, vom Kopf her. Traurig aber wahr, auch ich war einst, Anfang der 70er Jahre, kurze Zeit Mitglied der SPD und seit 1969 bis heute Gewerkschaftsmitglied. Aber was in der SPD und dem DGB seit einigen Jahren vorgeht, ist einem normaldenkenden Menschen nicht mehr zu vermitteln. Eigenständige Gewerkschaften wurden vom Moloch ver.di “geschluckt”. Erinnere mich noch, dass vor Vereinnahmung durch ver.di unsere Gewerkschaft vor Ort ein Büro hatte, an deren Mitarbeitern man sich täglich, bei gravierenden Problemen, wenden konnte. Heute denke ich die “Gerwerkschaftskopfeten” denken nur an ihren eigenen Vorteil, zumal sie überwiegend der SPD hörig sind, was vor 20 bis 30 Jahren durchaus akzeptabel war, ist heute nur noch Postenschieberei und auf eigenen Vorteil erpicht. Es bleibt abzuwarten, ob die SPD sich je von ihrer Anbiederei an die CDU/CSU und ihrer willfährigen Bejahung der Beschränkung der Meinungsfreiheit per Gesetz (Justizminister Maas) und eklatanter Aussetzung etlicher Artikel des Grundgesetzes, in Zukunft über die 5% Hürde halten kann. Ich wünsche der Partei 2021 einen unrühmlichen Abgang wie derzeit der “Hoteliersklientelpartei” FDP.

      • Hans Nase
        5. Februar, 2019

        Ich muss widersprechen. Die SPD hat sich vor allem den Grünen angebiedert. Die CDU auch, weswegen es für Sie so aussehen mag, die SPD hätte sich CDUCSU angebiedert.

    • B. Breidenbach
      3. Februar, 2019

      Ich finde, “die alte Tante SPD” stinkt bereits seit Längerem von den (bekannten) Köpfen her…

  • Schelmenstreich
    3. Februar, 2019

    Eine Wirtschaft ohne Produktivsektor?
    Davon träumen ja viele morgens um sieben, wenn die Welt in Unordnung gerät! 😉

  • Peter Schings
    3. Februar, 2019

    Sau – gut , würde ich sagen !!

  • Andreas Donath
    3. Februar, 2019

    “Das ist nicht ganz wenig, zumal gemessen an den etwa fünf Prozent Muslimen …”

    Das ist keine realistische Zahl, das war mal, lange vor Merkels Flutung. Ich neige nicht zu Übertreibungen, aber wenn man davon spricht, dass dieser Anteil allmählich auf die zehn Prozent zusteuert, wird man nicht allzu weit daneben liegen. Tendenz weiterhin stark steigend, nicht zuletzt aufgrund der Nachwuchs-Produktivität dieser Menschen. Der immer wieder in den Diskussionen “vergessene” Familiennachzug tut ein Übriges. Und es geht ja weiter mit der Flutung. Jedes Jahr kommt eine veritable Großstadt hinzu – und das nur über die offiziellen Wege. Es stoßen täglich weitere Muslime hinzu und nehmen in dem überfüllten Schlauchboot “Buntland” Platz. Und warum? Weil Merkel das will und zu viele Deutsche, gerade im Westen, alles klaglos und bestenfalls achselzuckend hinnehmen. Ein Wahnsinn ist das!

    • Martin Wessner
      4. Februar, 2019

      Richtig, Herr Donath. Es sollen nach Medienberichten allein schon circa 5 Millionen Menschen mit einem türkischen Migrationshintergrund in der Bundesrepublik leben. Insofern sind Ihre geschätzten 10% Muslime an der Gesamtbevölkerung meines Erachtens ziemlich realistisch.

  • Christian Schulz
    3. Februar, 2019

    Sorry, Herr Wendt, das konnte man vor 10 Jahren wissen. Deshalb verstehe ich nicht, warum tun heute alle so überrascht von den Ideen der Ökofundamentalisten?
    Es stand schon lange geschrieben.
    Schon 2011:
    https://www.wbgu.de/hauptgutachten/hg-2011-transformation/
    Spiegelleser wussten es schon 2009:
    http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/klimapolitik-wenn-forschern-die-demokratie-laestig-wird-a-669398.html

  • Andreas Donath
    3. Februar, 2019

    “Die führenden Kreise der SPD haben außerdem in den vergangenen Jahren daran mitgewirkt, Deutschland mit einer beeindruckenden Dichte von Windrädern, Genderlehrstühlen und Gegen-Rechts-Büros zu überziehen.”

    Wie wahr! Ich lebe in einer nordhessischen, traditionell SPD-affinen Region mit einst hohem Arbeiteranteil. Auch dort verlässt man endlich immer mehr die angestammten Pfade und hält nach politischen Alternativen, speziell einer, Ausschau. Und die widerlichen Windräder, mit denen man neuerdings jeden verträumten Märchenwald kaltschnäuzig kaputtmacht, bringen inzwischen immer mehr Menschen zum Umdenken. Waren anfänglich die Windradgegner in den Bürgerinitiativen noch eher solche Zeitgenossen, die schon zufriedengestellt waren, wenn sie die Vogelschredderer auf die Nachbargemeinde abwälzen konnten, wird dort inzwischen viel grundsätzlicher diskutiert. Auch diese Versündigung an unserer Natur wird dem “System Merkel” – und die sterbende SPD ist Teil desselben – eines nicht allzu fernen Tages mit Karacho auf die Füße fallen.

    • stephan
      4. Februar, 2019

      Auch ich lebe in der “nordhessischen, traditionell SPD-affinen Region”. Sie haben Recht, dass sich mittlerweile Unmut über die Zerstörung langfristig gewachsener Naturräume durch selbst ernannte “Naturfreunde” regt. Aber leider nur Unmut – weite Teile der Bevölkerung sind durch die Demagogie fast aller politischen Parteien plus der dortigen Monopolpresse eingeschüchtert, so dass sie im Gespräch erst nach langsamem Vortasten ihre Meinung oft drastisch äußern. Der besagte Märchenwald ist der Reinhardswald im Norden Kassels, der als “Grimm Wald” bezeichnet wird. Die Kasseler Kulturpolitik sieht gerade das Erbe der Brüder Grimm als ein Fundament auch touristischer Bedeutung. Umso mehr erstaunt, dass sich kein nennenswerter Widerstand gegen die brutale Verschandelung einer einzigartigen Waldlandschaft regt. Auch in diesem Fall hat die SPD ihre Klientel (vor 40 Jahren: Ergebnisse in den Landkreisen z.T. um 60 %!) schlicht und einfach fallen lassen. Vielleicht bekommen wir demnächst Plastikbäume à la Walt Disney als Ersatz, die dann wenigstens die internationale Vermarktung der Marke Grimm nicht weiter stören.

    • Hans Nase
      5. Februar, 2019

      Ich denke ja, man sollte die Anzahl von kleinen Naturschutzgebieten signifikant erhöhen. Plus eine Abstandsregelung zum Schutz der Naturschutzgebiete vor den Vogelschredderern. Wer könnt da schon etwas dagegen haben…

  • Holger Sulz
    3. Februar, 2019

    Man könnte tiefste Genugtuung empfinden über den grandiosen Niedergang dieses Haufens an Deppen und Schmarotzern, die heutzutage unter dem Label SPD den Menschenverstand beleidigen. Leider sieht es bei den anderen nicht besser aus: In trauter Eintracht mit von der verhängnisvollen Partie ist die Merkel 2.0-Partei mit dem unsäglichen offene Grenzen-Wahn und die grüne Holy Church of Climate Warming, die elektrische Energie auf wundersame Weise im Netz speichert und für diese und andere Idiotien mit zweistelligen Zuwachsraten an Wählerstimmen belohnt wird.
    Es ist nicht nur der Arbeiter, der hier ausgerottet wird, sondern alles, was nur einen Anflug von Geist besitzt. Der Exodus an Hochqualifizierten- seien es Ärzte, Ingenieure oder Wissenschaftler- wird langsam aber sicher zum Strom. Halluziniert die Relotiuspresse noch steigende Meeresspiegel, steigt indes der Wasserstand im Lande. So hat sich die Binnenmigration mittlerweile Richtung Osten gedreht
    https://www.freiewelt.net/nachricht/binnenmigration-in-deutschland-wechselt-die-richtung-10076950/
    und wer öfters in Ostmitteleuropa unterwegs ist, dem sind deutsche Expats dort inzwischen ein vertrautes Bild. Man sollte beides als böses Omen auffassen.

  • Hennes Majer
    3. Februar, 2019

    Wunderbarer Artikel ! Spende in die Kaffeekasse.

  • Wanninger
    3. Februar, 2019

    Es kann eigentlich gar nicht schnell genug gehen mit dem Niedergang und dem Verschwinden der SPD. Allenfalls wegen ihrer historischen Verdienste um die deutsche Demokratie und in Erinnerung an große sozialdemokratische Politiker längst vergangener Zeiten mag man Bedauern empfinden. Was soll man denn sonst sagen über eine Partei, die ihre traditionelle Wählerschaft so verachtet?

    Um den Vorgang zu beschleunigen, sollte Kevin Kühnert zum Kanzlerkandidaten gekürt werden. Die darauf noch vorhandene Rest-SPD sollte dann mit der Linkspartei fusioniert werden. Aber was passiert mit den vielen Funktionären, für die der Weg vom Hör- zum Plenarsaal versperrt bleiben wird? Ich schlage die Gründung von Hochschulen als Diversitäten vor, an denen die Ex-Funktionäre Lehraufträge erhalten. Einfache Funktionäre können Gleichstellungsbeauftragte werden. Das Wort Universität sollte abgeschafft werden, weil es die Vorherrschaft des weißen Mannes ausdrückt. An den Diversitäten sollen Genderismus incl. gender- und diversitätsgerechter Linguistik, Soziologie, Politologie sowie Geschichte und Ökonomie mit dem Schwerpunkt auf der rassistischen Unterdrückung, Versklavung und Ausbeutung nichteuropäischer Ethnien durch den weißen Mann gelehrt werden. Ein Problem wäre allerdings die Einrichtung einer ausreichenden Anzahl von geschlechtergerechten, nicht diskriminierenden Toiletten. Vermutlich kämen die Diversitäten den Steuerzahler aber billiger als das weitere Wirken sozialdemokratischer Funktionäre in politischen Ämtern.

  • Stephan
    3. Februar, 2019

    Danke für die sachliche und zutreffende Analyse des Zustandes der SPD. Vor allem der Hinweis auf die aktuelle Beschäftigtenstatistik war ein Blick in die realen Verhältnisse des Landes. Dagegen wirken die politologisch-programmatischen Einlassungen des Junggenossen wie eine Rohrpost aus dem Wolkenkuckucksheim. Als Kenner der Situation der SPD in den 70er und 80er Jahren fällt auf, dass immerhin der Ausdruck “Arbeiter” wieder auftaucht. Dieser wurde seinerzeit durch “abhängig Beschäftigte” ersetzt. Immerhin gestand man mit der Wortwahl zu, dass trotz des Wandels der Arbeitswelt nicht Abhängigkeiten und Zwang verschwunden waren und somit ein programmatischer Wert wie “Solidarität” einen hohen Stellenwert behalten sollte. Mit der Wende der Sozialdemokratie zum Neoliberalismus á la Blair und Schröder wurde dieser Wert neben anderen entsorgt. Yannick Haan zählt zu den bemitleidenswerten Nachfahren dieser Entwicklung, die die Illusion aufkommen ließ, Gesellschaft sei als eine Veranstaltung autonomer Subjekte aus dem Nichts heraus mit dem reinen, hochmoralischen Willen zu konstruieren. Und in ihrer Naivität nicht merken, dass sich “hinter dem Rücken der Beteiligten” die Verhältnisse anders entwickeln, als der gute reine Wille es erwartet. Herr Wendt hat zielgenau einen Text gefunden, der bei genauer Analyse exemplarisch einen Einblick in die automatisch ablaufenden rhetorische Phrasenproduktion dieser “Wohlfühl”-Linken vermittelt. Dass der “blöde” Rest von “Malochern” dem nicht folgen will, spricht für den realitätsgeschulten Sinn weiter Teile des “einfachen Volkes”, das immerhin geduldig die albernsten Erzeugnisse dieser elitären Sinnstiftungscliquen subventioniert. Ich habe keinerlei Mitleid mehr mit meiner alten Partei: ihre Zeit ist abgelaufen – wie hieß es doch in altbolschewistischen Kreisen? Sie gehört auf den “Müllhaufen der Geschichte”. Was noch gravierender ist: Die SPD ist eine intellektuelle und moralische Last, da sie bei der Suche neuer Wege in der Industriegesellschaft – ja, ich wiederhole: in der Industriegesellschaft – durch Funktionärsgesinnung und Pfründenwirtschaft nur noch ein Störfaktor ist. Auf die Beihilfe dieser Partei zur Errichtung eines totalitären Ökostaates können wir gerne verzichten.

  • Peter Müller
    3. Februar, 2019

    Na, “Yannick” zieht ordentlich vom Leder: weg mit diesen spießigen Typen, die ein Auto haben, eine Frau und Kinder und ein Haus bauen wollen.
    Die womöglich nicht “divers”, “CO2-frei” oder “multikulturell” denken.
    Obwohl sein Wolfsburger Job mit “Smart” irgendwas sicherlich von solchen Leuten bei VW mitfinanziert wird.
    Dort arbeiten ja auch viele Genossen in herausgehobener Stellung (also nicht am Band).
    Der “rote Filz” ist dicht und sehr weich.
    Wen wünscht sich die SPD eigentlich als Wähler?
    Ihresgleichen, also den beinharten Stegner-Funktionär-Typus oder die Smarties in der Partei?
    Wieviele Prozente Stimmen ergibt das?
    Das Milieu der neuen Spieß- und Pfahlbürger wählt lieber gleich “Grün” und “AM”, die Migranten werden möglicherweise bald eine eigene Partei haben.
    Na, um “Yannicks” Zukunft müssen wir uns wahrscheinlich trotzdem keine Sorgen machen.
    Die SPD als Apparat mit vorgeschalteter Politik-Simulations-Oberfläche weiß schon, wo die Fleischtöpfe sind.
    NB: Solange die Steuern fließen.
    Und: heißt es nicht “Foodora”? Feodora ist ein Hutmodell.

  • Libkon
    3. Februar, 2019

    “…viele, viele Mitglieder der strategiepapiererzeugenden Klasse” und “Allgemeinen Deutschen Arbeiterbekämpfungsvereins” sind Perlen der deutschen Sprache. Sie sind ein schöpferischer Mensch mit Herz, und gehören damit zu den Leuten, von denen ich dachte, dass sie mit Johannes Gross ausgestorben sind. Scharfsinn und messerscharfe Formulierungen – es ist jedesmal ein Gewinn und Genuss, Ihre Artikel zu lesen. Bleiben Sie uns Lesern und damit dem Journalistenstand (zur Ehre) noch lange erhalten.

    Ich war vor 40 jahren der SPD aus Überzeugung eng verbunden. Nun ist die Partei von Willy Brandt mir, und wohl auch sich selbst – fremdgeworden. Wenn ich so den politischen Verlauf derzeit in Nordamerika und Westeuropa beobachte, so meine ich, eine abgesprochene Gleichzeitigkeit der “Sozialistischen Internationale” beobachtet zu haben. Jetzt oder nie scheint deren Motto zu sein. Meine Hoffnung, besser nie, wird sich wohl eher nicht bewahrheiten.

    Wie man den Sozialismus so sehr herbeisehnt, ist mir ein Rätsel, Das Nazireich dieser endete doch in der Katastrophe. Den Menschen in der Sowjetunion, in Maos China sowie in Kambodscha und Nordkorea und schließlich der DDR erging es auch nicht besser. Dikdaturen, soweit das Auge reicht

    Wenn uns die Geschichte eines gelehrt (haben sollte): Der Faschismus einerseits und der Sozialismus, Kommunismus andererseits wird immer scheitern. Beide Ideologien sind und bleiben menschenverachtend!!

  • Wolf Manuel Schröter
    3. Februar, 2019

    Kann man nichts mehr dazu sagen. Außer: Der Niedergang der deutschen Sozialdemokratie ist nicht deren politischen Feinden zuzuschreiben. Es sind die Mitglieder selbst, die solche “Funktionäre” wählen und dann dulden. August Bebel, Wilhelm Liebknecht, Ferdinand Lasalle, Rudolf Breitscheid, vielleicht auch noch Willi Brandt rotieren unisono in ihren Gräbern.
    Nur weiter so. Da hilft auch nicht, wenn Herr Genosse Heil mit heillosem Versprechen zu einem vor allem doch lumpenproletarische Kräfte (wenn auch nicht in jedem Fall) fördernden “Grundeinkommen” Heilung allen sozialen Unheils bewerkstelligen will. Diese sind nicht diejenigen, die das mit Wählerstimmen abgelten. Und die wieder einmal Vergessenen des “Mittelstandes”, die sich dann nach einem längeren Arbeitsleben und Einzahlungen in der Höhe ihrer Renten von “arbeitsfreiem” Einkommen kaum unterscheiden, werden erst recht den Teufel tun. Aber die meint doch der Herr Haan auch nicht, oder? Denn der hochqualifizierte Facharbeiter in der Industrie oder auf dem Bau ist heute als Arbeiter Mittelstand. Welchen verquasten Theorien will denn die SPD zu ihrem eigenen Schaden noch hinterherhecheln?

  • Sabine Schönfelder
    3. Februar, 2019

    Es ist immer schlecht, wenn einer über ein Thema parliert, von dem er keine Ahnung hat.
    Herr Haan hat, entsprechend seinem eigenen beruflichen Lebensentwurf einer artifiziellen, realitätsfernen Politkarriere, keine Ahnung vom Arbeiten und der davon betroffenen gesellschaftlichen Klientel. Haans naiver Vorschlags setzt voraus, daß die SPD selbst als Unternehmer eintritt, denn ein kompetenter Besitzer von Produktionsmitteln, der seine Produktivität durch eine effizientere, teurere Maschine steigert, wird bestimmt nicht den Arbeitnehmer für die gewonnene Zeit freistellen, sondern die Produktivitätssteigerung selbst nutzen. Soviel Vorstellungsvermögen ist in einem Gehirn, welches seine Ernährungsgrundlage durch regelmäßige staatliche oder parteiensubventionierte Gelder erhält, – oft in krassem Widerspruch zur Leistungsabgabe -, nicht vorhanden. Kühnert und Haan sind infantile Witzfiguren aus der Selbstversorgungsindustrie der Altparteienlandschaft, mit adultem Einkommen versehen; zwei mit ganz großer Zukunft im grün-linken Irrsinnskarussell.

  • Lothar Rumold
    3. Februar, 2019

    Die Sozialisten in der Nachfolge von Karl Marx wussten noch, dass Wohlstand für alle etwas mit der, wie sie es nannten, Entwicklung der Produktivkräfte zu tun hat. Die Überwindung des Kapitalismus hielten sie für die quasi natürlich Folge des Produktivkraft-Entwicklungs-Prozesses – wer einmal einen Kapital-Lektüre-Kurs besucht hat, erinnert sich vielleicht. Lumpen- oder Transferleistungs-Sozialisten vom Schlage eines Yannick Haan wissen davon nichts und wollen davon nichts wissen. Sie meinen, Wohlstand entstehe durch Umverteilung – wie der umzuverteilende Reichtum entsteht, interessiert sie nicht. Man musste bis zum Jahr 2019 warten, um das Auftreten von perversen “Sozialisten” beobachten zu können, die in der Verhinderung der Güterproduktion (Marx hätte gesagt: in der Fesselung der Produktivkräfte) das probate Mittel zur Einführung von Wohlstand für alle erkannt zu haben meinen.

    • Atze Pitt
      6. Februar, 2019

      “Lumpen- oder Transferleistungs-Sozialisten vom Schlage eines Yannick Haan wissen davon nichts und wollen davon nichts wissen. Sie meinen, Wohlstand entstehe durch Umverteilung – wie der umzuverteilende Reichtum entsteht, interessiert sie nicht.”

      Läßt sich leicht erklären, warum das so ist bzw. wie das geht und wie das denn sein kann:

      Weil es tatsächlich beim Sozialismus nie um etwas anderes ging, als darum, die absolute und totale Macht zu erlangen und ein Machtmonopol zu errichten. Und eine riesengroße neue Sklavenfarm.
      Und der ganze Rest und die drölfhundert tausend Papierseiten mit hochtrabendem Geschwätz nur dazu dienten und dienen, diese zu erlangen und zu dieser (via Verführung der Massen) zu gelangen.
      Sprich: Bloß Werkzeug und Instrument waren und sind. Werbekampagne. Verkaufsmasche. Lockmittel. Einfangstrategie.

      Deshalb braucht man (heute & hier) auch gar nicht auf einer Marx-Engels-Universität gewesen zu sein, um ein fleißiger aktiver Bolschewist zu sein.
      Machtwillen, Psychopathie und Skrupellosigkeit allein genügen schon völlig.

      Und wenn das “Proletariat” als “Energieträger” nicht mehr taugt – weil jede Betrugsmasche nicht ewig funktioniert, sondern nur ein paarmal bzw. eine gewisse Zeit, und dann irgendwann durchschaut ist, dann sucht man sich eben neue. Und dies war ja auch die Erkenntnis der Frankfurter Schule, die sich schon vor Jahrzehnten vom “Proletariat” abgewandt hat.

      Und nun dienen eben fremde gewaltbereite archaische Jungmänner dazu, die Knechte am knechten zu halten und zu erpressen: Wenn die Verführungsbetrugsmasche, also die sanfte Tour, nicht mehr zieht und nicht mehr funktioniert.
      Damit die Knechte sich nicht trauen und nicht wagen, das sozialistische Ausplünderungssystem aufzukündigen und hinzuschmeißen.

  • speedloader
    3. Februar, 2019

    “… deshalb mit fünfunddreißig noch als Single in einer WG oder einer 40-Quadratmeter-Butze festhängen.”

    Diese großbürgerlich daherkommende Abfälligkeit trübt leider das Leseerlebnis. Die Kritik an den Kosmopoliten in allen Ehren, aber das hier abgebene Werturteil konterkariert das dem Text zugrunde liegende Anliegen.

    • Klaus
      5. Februar, 2019

      Nein, “speedloader”, ich teile Ihre Ansicht nicht.
      Alexander Wendt hat da eine famose kleine Metapher gefunden,
      …die wedereine “Abfälligkeit” (wo?) noch ein “Werturteil” (wo?) ist,
      sondern eine gelungene Situations-Beschreibung.
      Und was daran “großbürgerlich” sein… Ach…
      Und wieso dieser Halbsatz den großen Rest “konterkariert”, ist ebenfalls unklar.
      .
      Sind Sie womöglich Single? 35 Jahre alt? und Ihre Wohnung hat… nein, sagen’s Sie nicht…

  • Gero Micheler
    3. Februar, 2019

    Ich sage es immer wieder: Es ist alles Darwinismus, und wir, die Leser von Publico, Achgut, Tichy, Klonovsky, Danisch, sind die Verlierer. Das System bricht deshalb derzeit nicht auseinander, weil es massiv auf Verschuldung und auf dem Gewissen und der Angst der Restmittelschicht beruht. Die meisten von uns sind eben, mit oder ohne Haus, nicht so wie jener linke Punk, der in meiner Studienzeit eine WG tiefer wohnte, mir freundlich einen Joint anbot, und die selbstdienende Aussage, er würde nicht arbeiten, um das System schneller zum Kollaps zu bringen, sicherlich noch heute von sich gibt.

  • Gerd Garstig
    3. Februar, 2019

    Ich arbeite als Ingenieur in der Planung und immer wenn ich im Moment auf dem Bau bin, diskutieren wir über Politik. Unter Bauleuten würde ich ca. 90% AfD Wähler vermuten, von daher ist es natürlich verständlich, wenn die SPD sich beleidigt abwendet, schuld ist die alte Tante aber selbst, denn Ihre Politik bedient nur noch hippe Minderheiten, während langweilige Mehrheiten sich mit der kalten Steuerprogression, Mieterhöhung und anderen Problemen herumschlagen. Das Gefühl gegenüber der Politik ist genau wie sie es beschreiben: Die Politik verachtet, (alte) weiße, schonlängehierlebende Bürger, denn die sind niemandes Mündel und brauchen keine hochbezahlten Fürsprecher sondern nur faire Behandlung, dann kommen die schon zurecht. Nun, die Etablierten Parteien haben sich anders entschieden und sorgen sich lieber um das Ende der Welt und nicht um das Ende des Monats, die notwendigen Opfer zur Weltrettung sind jedoch bitte durch die verachteten Bürger zu erbringen, der Schwarm der Wirtschaftsheuschrecken fliegt derweil Davos mit über 1500 Privatjets an, um sich die Theaterinszenierung “Gruseln mit Greta” im schwedischen Original anzusehen. Quod licet iovi, non licet bovi.

  • Hermann Hewing
    3. Februar, 2019

    Yannick Haan, ein weiterer Sargnagel für die einstige Arbeiterpartei.
    Ob der notwendige Aufschrei der gesamten SPD ausbleibt? Ich denke ja. Kamikazeflieger sind durch nichts aufzuhalten.
    Vorsichtshalber sollte ihm seine Partei nahelegen zurück zu den Grünen zu gehen von denen er ja kam und wie ich glaube auch hingehört. Diese Herkunft und das Studium (Interkulturelle Kommunikation)legen nahe daß der banale Begriff “Wertschöpfung” und dessen Bedeutung (…das Ziel produktiver Tätigkeit) in seinem Wortschatz gar nicht vorkommt.
    Wieviel Wohlstandsverblödung – die inzwischen weite Teile der Gesellschaft, der Parteien und vor allem der Jugend erfasst hat- muß man bei dieser Denke mitbringen.

    • Calibrator
      4. Februar, 2019

      Hatte man bei dem Kamikaze-Fliegern nicht sogar die Cockpits zugeschweißt, damit sie sich es nicht mehr anders überlegen?

      Bei der SPD ist das anders: Da braucht man das nicht – die Überzeugungstäter machen es freiwillig!

  • Fantomas
    3. Februar, 2019

    Ja wenn man seine Kernwählerschaft aufgibt, landet man bei ??? In Bayern derzeit 6%. Apropos Bayern. Eins stimmt in dem Artikel nicht ganz: Berlin (Mitte) könnte eben nicht so leben, z.B. kostenlose Kitas für alle, wenn die doofen Bayern nicht jedes Jahr immer mehr zahlen würden.

  • Thomas Jefferson
    3. Februar, 2019

    Die SPD wurde schon immer mehr oder weniger überbewertet. Sie benötigte die Stimmen der Arbeiter, um an die Futtertröge der Macht zu kommen. Nichts anderes ist des Pudels Kern dieses exclusiven Clubs der Salonsozialisten. Es gibt keinen Fall in der Geschichte der Menschheit, in der die Sozialisten jeglicher Couleur den Menschen nachhaltig Gutes antaten. Sie sind manchmal recht gute Schwätzer, aber man sieht es in ihren Augen, dass sie letzten Endes nur um ihrer Vorteil willen agieren. Empathie ist dort eine Wüste. Und wenn es blutig wird legtimieren sie dies mit einem nebulösen höheren Ziel.
    Und jetzt? Herr Danisch schrieb: Geliefert wie bestellt.

  • Bianca M.
    3. Februar, 2019

    Danke für Ihren sehr treffenden, scharfzüngigen und intelligenten Artikel. Ich hatte den Kommentar von Herrn Haan in der WELT bereits gelesen. Mein erster entsetzter Gedanke zu diesem Kommentar war, das kann doch nicht wahr sein, mein zweiter resignierender Gedanke war, doch ja, leider ist es mittlerweile so. Waren das noch gute Zeiten, als so aufrechte Sozialdemokraten wie Helmut Schmidt das Sagen hatten… Trotzdem, aufgeben gilt nicht! Deshalb ganz herzlichen Dank an Sie, Herr Wendt! Ihre Beiträge tun enorm gut und geben Kraft, sich weiter gegen den alltäglichen grassierenden Wahnsinn zu stellen.

  • Jochen K.
    4. Februar, 2019

    Das Beste, was ich seit Monaten gelesen habe.

  • Martin Wessner
    4. Februar, 2019

    Es ist ja nicht so, dass kluge Vordenker es nicht schon seit Jahrzehnten geahnt hätten. Darf ich Herrn Wendt und seinen Mitlesern diesbezüglich ein Buch anempfehlen? Danke!

    Ayn Rand: Zurück in die Steinzeit – Die anti-industrielle Revolution.

    Inhalt: In den 1960er Jahren trat die Industrie- und Technikfeindlichkeit der Linken zum ersten Mal offen zutage. Unter den namhaften Denkern dieser Zeit trat nur Ayn Rand der Flut des Nihilismus entgegen – im Namen von Vernunft, Individualismus und Laissez-faire-Kapitalismus. Der politische Siegeszug der „Hippies“ und „Neuen Linken“ dauert in seiner Spätwirkung bis in unsere Tage an. Sein Produkt ist die allgegenwärtige „politische Korrektheit“. Sein anhaltender Einfluss, der sich in Ideologien wie Egalitarismus, Ökologismus und Multikulturalismus niederschlägt, bestätigt, dass Ayn Rands stichhaltige Beobachtungen und Warnungen heute so aktuell sind wie damals und genauso dringend gebraucht werden. Ayn Rands wegweisendes Buch wirft ein neues Licht auf das gefährliche Vermächtnis der rot-grünen antiindustriellen Revolution – ein Vermächtnis, das den Menschen zurück in die Steinzeit versetzen will.

    Autorin: Ayn Rand (1905-1982) zählt in den USA zu den politisch einflussreichsten Autoren aller Zeiten. Der erste Roman der russisch-amerikanischen Autorin, „We the Living“, erschien 1936. Berühmt wurde sie mit der Veröffentlichung von „Der Ursprung“ (Original: „The Fountainhead“) im Jahre 1943. Und „Der Streik“ (Original: „Atlas Shrugged“, 1957) ist bis heute ein provokanter Science-Fiction-Bestseller. Ayn Rands einzigartige Philosophie, der Objektivismus, wird weltweit kontrovers diskutiert.

    Link: https://www.amazon.de/Zur%C3%BCck-die-Steinzeit-anti-industrielle-Revolution/dp/393956267X/ref=pd_sbs_14_3/262-8296027-7384818?_encoding=UTF8&pd_rd_i=393956267X&pd_rd_r=f546a366-236f-11e9-9276-6799c164a91a&pd_rd_w=ddN19&pd_rd_wg=M6kPv&pf_rd_p=823c2db5-0a4d-474e-99ed-5858cc6a4d7b&pf_rd_r=5RW4GX78VAY4WKHHCXM0&psc=1&refRID=5RW4GX78VAY4WKHHCXM0

  • Saheike
    4. Februar, 2019

    Vergeßt endlich SPD, CDU. Linke u.ä. Runter auf 0,00 %

  • Smirnoff
    4. Februar, 2019

    “Mag also sein, dass die zu vergessene Klasse in die Grube fährt. Es wird nur keine SPD mehr da sein, um ihr den Kranz hinterherzuwerfen.”

    Der Verräterpartei der kleinen Leute weint niemand mehr eine Träne hinterher. Wie Sie es wunderbar auf den Punkt brachten, hat die Politik der Sozialdemokratie dazu geführt, die eigenen Wähler an die Grünen abzutreten.

    Wenn Evolution nach Darwin “survival of the fittest” bedeutet (im Sinne von “to fit in”), dann wird die SPD den Weg der Dinosaurier gehen, weil man sich auf dem evolutionären Weg gehäuft für die falsche Weggabelung entschieden hat und nun – in der Bayern 6% Endphase – Protagonisten, wie Schulz, Yannick Haan, Nahles, Stegner folgt, somit durch negative Auslese den Verfall noch beschleunigt!

    Das ist kein Problem. Was ich aber bedenklich finde ist, daß auch von einem Dino-Friedhof noch Gefahr ausgeht, indem der durch die SPD in den letzten Jahrzehnten eingeleitete, gesellschaftliche Umbau weiterläuft. Auch wenn die Sozialdemokratie zerfällt, werden ihre Agenten noch mindestens eine Generation ihr Programm abarbeiten und den Kampf gegen die mittelalte, weisse, Facharbeiterschaft mit anderen Mitteln fortsetzen. Sie sitzen noch in der Verwaltung und in den Gerichten, an den Schulen und den Unis, in den Behören und – was besonders fatal ist – in den Gerichten. Ein kleines Beispiel?

    Die Autorin Juli Zeh ist nun Verfassungsrichterin in Brandenburg und gab im Interview zu Protokoll, warum sie sich so über ihr neues Pöstchen freut: „Nicht nur, weil ich Volljuristin bin und es mein Traum war, als Richterin zu arbeiten, bis mir die Schriftstellerei dazwischenkam. Sondern auch, weil die kleinen Verfassungsgerichte zu Schlüsselinstitutionen werden. Wenn sie etwa über Klagen rechter Parteien entscheiden müssen, die darauf abzielen, die Arbeit in den Parlamenten aufzuhalten.“

    https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/das-brandenburger-verfassungsgericht-als-parteipolitische-institution/

    Auch wenn die SPD weg ist, wird sie uns erhalten bleiben.

  • Dreggsagg
    4. Februar, 2019

    Die Verzweiflung der SPD ist mit Händen zu greifen!

    Es sind nicht nur die Diversifikationskasper vom Schlage Haan, sondern auch die in den Ministerien.
    Da kommt ein Heil Hubertus wie ein Springteufel daher und verspricht den Zukurzgekommenen mal eben bis zu über 400 Euronen MONATLICHE Rente mehr.
    Wer das bezahlen soll ist schon klar, die braven malochenden Arbeiter, die der SPD schon lange den Rücken gekehrt haben. Selber schuld, wenn sie nicht mehr SPD wählen, sondern in der Mehrzahl bei CDU und steuerbordaußen angelangt sind.
    Die Haans, Kevins und Hubertusse schaffen es garantiert, die SPD auf weitere Talfahrt zu schicken!

  • Albert Pflüger
    4. Februar, 2019

    Ja, Herr Wendt. Die Leute, die alles am Laufen halten, die alles gebaut haben, was wir erblicken, wenn wir in einer beliebigen Stadt vor die Tür treten, und die dennoch mit wenig Geld auskommen müssen, weil der Staat ihnen über Steuern und Sozialpaket rund die Hälfte von dem wegnimmt, was sie verdienen, die deshalb Autos fahren, die alt, aber gewartet sind und umweltfreundlich, weil sie die gesamte Herstellung schon einmal eingespart haben- gegen diese Leute wird vorgegangen. Ihnen will man die Autos wegnehmen, ihnen will man Billiglohnkonkurrenz auf den Hals hetzen, sie sollen ihre Wohnungen mit der neuen Konkurrenz teilen. Es geht ihnen zu gut, meint man, da ist noch Luft nach unten. Gleichzeitig will man in den Schichten, die von diesen Leuten leben, einen größeren Anteil politisch zuteilen, Pfründe für eine geschlossene Gesellschaft verteilen, zu der man den Zutritt streng bewacht und in der man einen common sense darüber pflegt, daß du nicht die Frösche fragst, wenn du einen Teich trockenlegen willst. Deswegen auch nicht die AfD. Die als einzige die Interessen solcher Leute vertritt. Die SPD verlegt sich lieber darauf, ihre ehemalige Klientel gegeneinander aufzuhetzen und ihre Einigkeit zu zersetzen, mit solchem Firlefanz wie gender pay-gap und Geschlechterakrobatik und einem enormen Sinn dafür, anderen Vorschriften zu machen, wie Gendersternchen einführen und ähnliche Qualitätsleistungen. Die Anzahl der Fans solchen Handelns ist zwar groß, steht aber ideologisch eher auf seiten der Grünen, so daß man sich fragen muß, ob solche mörderische Konsequenz wie die Forderung nach strafloser Abtreibung bis zum neunten Monat ein Versuch ist, ein grauenhaftes Alleinstellungsmerkmal zu besetzen. Das Leben Andersdenkender steht ja bei der Antifa auch nicht sonderlich hoch im Kurs, da zeigen sich Schnittmengen. Und die Prozente der SPD spiegeln die Achtung, die ihre Politik im Volk genießt. Sie ist nicht mehr weit davon entfernt, mehr Mitglieder als Wähler zu haben, was durch das enorme Parteivermögen nicht gänzlich im Bereich der Phantasie angesiedelt ist.

    Ich hoffe sehr, daß die Zahl derer zunimmt, die die Verheißung vom Glück eher in Ungarn verwirklicht sieht, als in Dubai.

  • Peter Groepper
    4. Februar, 2019

    Grossartiger Beitrag! Mein Dank kommt nicht nur als “Gottes Lohn”.

  • Dreggsagg
    5. Februar, 2019

    Der Abgesang auf jene, die die Chose am Laufen halten, läßt darauf schließen, daß man seitens der Geschwätzwissenschaftler, der Apparatschiks, der im ÖD Untergekrochenen eine neue linke “Nomenklatura” plant; langfristig und beharrlich!

  • George Reuter
    5. Februar, 2019

    Man fragt sich ja bei solchen linken Ergüssen, was mit Kosmopoliten gemeint ist. Weltbürger? Oder doch er die Klassenkampfdefinition?

    „In der DDR und bereits zuvor in der UdSSR wurde dem Kosmopolitismus, der als imperialistisches, rechtsgerichtetes und nationalistisches Mittel der westlichen Großmächte galt, um kleine Staaten niederzuhalten und den eigenen Nationalismus zu verschleiern, das positive Gegenbild des proletarischen Internationalismus entgegengesetzt, wonach Sozialisten weltweit Brüder waren und alle Arbeiter der Welt gleiche Interessen hatten. Weltbürger bezeichnete man als wurzellose Kosmopoliten, die der sozialistischen Gesellschaft Schaden zufügen wollten.“

  • Andreas Dumm
    5. Februar, 2019

    Eine Freundin, der ich den Link zu diesem Beitrag gesendet hatte, schrieb mir (wörtlich): “Das ist wieder so zutreffend, dass man jeden Satz eingerahmt ins Fenster hängen sollte. Gott sei Dank gibt es noch kritische Geister mit Witz, Wissen und Mut!”

    Ja, Gott sei Dank, aber sie sind ‘Mangelware’ – Danke, lieber Herr Wendt! —
    Noch eine Anmerkung: In einem Gedicht von Ferdinand Freiligrath heißt es:

    “Jedem Ehre, jedem Preis! // Ehre jeder Hand voll Schwielen! // Ehre jedem Tropfen Schweiß, // Der in Hütten fällt und Mühlen!”
    Dieses Gedicht kommentiert die “Geschichte der deutschen Literatur” von Grabert/Mulot u. a. mit den Worten:

    “Niemals hat Freiligrath seine Überzeugung einem Vorteil geopfert. Er fühlte sich seinem Volke, dessen Schicksal er besang, verpflichtet. Freiwillig entsagte er – der mit Karl Marx in der Redaktion der ‘Neuen Rheinischen Zeitung’ tätig (gewesen war) – der königlichen Gunst und einer Pension (…), ging in die Verbannung und zog (die Erwerbstätigkeit) der Gnade der Protektion vor.”

    Im Hinblick auf solche Giganten an Klarheit, Mut und Menschlichkeit tun mir die (SPD-) Kleingeister von heute schon fast wieder leid. Ihre Miesepetrigkeit (Stegner!) ist wohl auch dem Umstand geschuldet, daß billiger Narzißmus auf die Dauer nicht befriedigt und das Gefühl von Neid (auf die Mutigen) und Minderwertigkeit hervorbringt. Und das muß erst einmal kompensiert werden …

  • Muller
    5. Februar, 2019

    Es wird sehr viel darüber geschrieben, dass die Menschen in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts politisch die aus heutiger(!) Sicht buchstäblich falsche Wahl getroffen haben. (Heute weiss auch jeder noch so sehr geistig Sonderbegabte, wie gestern das Wetter war. Aber wie wird das Wetter nächsten Monat?)
    Aber es wird nur sehr wenig darüber geschrieben, warum sie so gewählt haben.
    Etwa darüber, dass in Russland bereits seit 1917 ein linkssozialistisches Regime herrschte.
    Mit Millionen von Opfern durch deren katastrophale Agrarpolitik und Wirtschaftspolitik.
    Und so mehren sich die Anzeichen, dass sich Geschichte doch wiederholt…..

    • WiesoWeshalbWarum
      7. Februar, 2019

      Das ist aber sehr unvollständig.
      Ich habe Äußerungen zahlreicher Menschen gelesen, warum sie die NSDAP gewählt haben und habe dabei nicht ein einziges Mal das von Ihnen beschriebene Argument gelesen.
      Der großen Mehrheit ging es damals schlecht – fast 7 Mio Arbeitslose, Hunger und Not waren verbreitet. Dazu kam die Instabilität in der politischen Führung sowie die Gewalt und Kriminalität auf den Straßen.
      Ich kann mir vorstellen, dass es bei Teilen der Vermögenden und Industriellen große Ängste gab, die russische Entwicklung könnte auch auf Deutschland durchschlagen und dass sie deshalb Hitler massiv förderten, aber für das Gros der Menschen waren ganz sicher andere Gründe ausschlaggabend.

      Wo Sie allerdings eine Wiederholung der Geschichte sehen, kann ich nicht erkennen.

    • Van Nelle
      7. Februar, 2019

      werter Muller, wie erzählte Großvater so schön:
      …Ende der 20er und zu Beginn der 30er glaubte das deutsche Bürgertum irrtümlich, die Wahl zwischen Pest (KPD) und Cholera (NSDAP) zu haben. Da Cholera leichter heilbar ist als die Pest, wählte man die Nationalsozialisten und damit ebenfalls den Schwarzen Tod!
      Diese Entscheidung hängt wahren Konservativen und echten Liberalen als Erblast bis heute wie ein Mühlstein am Hals und unsere LinksRotGrün-Sozialistische Einheitsfront freuts noch immer…

  • h2so4
    5. Februar, 2019

    Auf den Straßen wird ausgelassen gefeiert werden, wenn die SPD ihr Ziel endlich erreicht und an der 5%-Hürde scheitert.

    • WiesoWeshalbWarum
      7. Februar, 2019

      Herr Yücel würde dazu vielleicht schreiben: “…Parteiensterben von seiner schönsten Seite” 🙂

  • michel o. neland
    5. Februar, 2019

    Warum ,,passiert” das alles? Den klassischen Arbeiter wird man abschaffen. Der war und ist systemstabilisierend. Das kann man zur Zeit nicht brauchen. Echter Kommunismus funktioniert nur in Armut und Elend. Um den einzuführen, geht es Deutschland immer noch zu gut. Aber die Demontage schreitet voran, nimmt seinen Lauf.

    Offensichtlich realisieren sich die Dsytopien von Huxley und Orwell, diese inzwischen eher als Planungen anzusehen denn als sience fiction.

    Huxleys sanfte Tyrannei, in der wir in den letzten Dekaden durch die Massenmedien und exzessives Konsumverhalten konditioniert wurden, um zu ,,gehorchen”, zu arbeiten und nie an eine Revolution zu denken. Jetzt, wo immer mehr ,,aufwachen” , diskutieren und rebellieren, wird Orwells bösartige Tyrannei des ,,Staatsapparates” (Beispiel: Frankreich gegen Gelbwesten) Realität, in der Zensur, Verfolgung, Folter und Macht in aller Offenheit zu sehen sein werden, wenn diese Revolution ernsthaft beginnt.

    Wie das Ganze ausgeht, bzw. der Anfang vom Ende aussieht, hier. Die neue Weltordnung, die den ,,erwachenden” Menschen bald eine böse Überraschung bereitet (als Systemterminierung und ,,Neustart”). 106 Minuten, davon die ersten 45 Minuten etwas Geschichte aus oder mit wechselnder Perspektive, aber notwendig zum späteren Verständnis.

    https://youtu.be/LrsXMOAeSys

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