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1 Kommentar
  • A. Iehsenhain
    07.09.2026

    Haben die „Grünen“ den Wahlkreis Halle etwa nur bekommen wegen der Vergangenheit des Ehegatten ihrer SA-Landtags-Spitzenkandidatin? Eine Schlagzeile lautete doch immerhin „Warum ausgerechnet die Grünen von der AfD profitiert haben“.

  • Werner Bläser
    08.09.2026

    Friedrich Merz hat in seiner jüngsten Pressekonferenz von „Machtergreifung“ gesprochen. Natürlich kann er dabei nur Sachsen-Anhalt im Auge gehabt haben. Was bringt einen Menschen, der mit dem alten Bundestag angesichts einer unbequemen neuen Mehrheit noch schnell die Verfassung geändert hat, dazu, so etwas zu sagen? Hat er keinen Schimmer von Geschichte, dass er eine ordnungsgemässe Wahl mit der NS-Machtergreifung verwechselt?
    Ich glaube, das Problem liegt eher im medizinischen Bereich. Merz ist seine Rolle als deutscher Bundeskanzler zu gering und popelig angesichts seines Selbstbildes. So hat sich bei ihm wohl im Lauf der Zeit eine Persönlichkeitsstörung entwickelt. Er hält sich für ein anderes Kaliber: für einen amerikanischen Präsidenten.
    Pech ist, dass er sich ausgerechnet Joe Biden ausgesucht hat.

    • oldman
      08.09.2026

      Ähnliches geht mir auch durch den Kopf. Um es mal ganz höflich auszudrücken.

  • Werner Bläser
    08.09.2026

    Jetzt will NRW-Wüst, nach dem deutlichen Sieg der AfD in Sachsen-Anhalt, schon wieder einen Anlauf für ein AfD-Verbot wagen: eine Arbeitsgruppe soll „Möglichkeiten prüfen“.
    Söder hat schon widersprochen.
    Der Unterschied zwischen Söder und Wüst scheint zu sein, dass Söder über ein wenigstens im Prinzip funktionierendes Hirn verfügt, auch wenn es manchmal merkwürdige Blüten treibt.
    In der jetzigen Situation nach einem AfD-Verbot zu rufen, ist an politischer Dummheit nicht mehr zu überbieten: denn jedem ist doch spätestens jetzt klar, dass es angesichts des Siegmund-Siegs einfach nur darum geht, die lästige erstarkende Konkurrenz auszuschalten.
    Ganz abgesehen davon, dass die Herbeiführung eines AfD-Verbots für die CDU parteischädigendes Verhalten darstellt. Denn selbst der größte Polit-Trottel kann doch nicht ernsthaft glauben, dass die Wähler der verbotenen AfD dann reumütig und dankbar CDU wählen. Das Ergebnis wäre, dass Rotrotgrün eine überwältigende Mehrheit im Bundestag hätte.
    Oder will Wüst genau das?
    Seit Angela Merkel scheint die CDU ja ihren Charakter als Partei zu verlieren und eher zu so etwas wie einem Meer zu werden, in dem sich haufenweise politische U-Boote tummeln.
    Apropos Meer:
    Mittlerweile erinnert mich die CDU an die sinkende „Pequod“ aus Melvilles grandiosem „Moby Dick“, die von einem Pottwal namens AFD gerammt wurde. Statt in die Boote zu fliehen, nagelt der Harpunier noch mit störrischem Stolz die Flagge am Hauptmast fester, als das Schiff schon fast vom Ozean verschluckt ist.

  • Werner Bläser
    08.09.2026

    Der unterhaltsame Untergang der CDU weckt in mir eine Menge Assoziationen. Kennt jemand Dürrenmatts Kurzgeschichte „Der Tunnel“? Ein junger Mann fährt, wie jeden Morgen, mit dem Zug zur Arbeit nach Zürich (ich nacherzähle es so, wie es mir aus meiner Schulzeit in Erinnerung ist). Irgendwann bemerkt er, dass der Tunnel, den er routinemäßig durchfährt, heute irgendwie länger als sonst zu sein scheint. Er versucht, mit den anderen Zugpassagieren darüber zu sprechen, aber die zucken nur desinteressiert mit den Achseln. Er bemerkt, dass es, während der Tunnel kein Ende nimmt, immer schneller bergab geht. Schließlich wendet er sich an den Zugführer. Der ist völlig apathisch; der Lokführer sei schon abgesprungen, aber er bleibe im Zug. „Was sollen wir tun?“ fragt der junge Mann.
    „Nichts“ antwortet der Zugführer [so in Dürrenmatts zweiter Version der Geschichte.]
    Ich finde, die Geschichte beschreibt recht gut die Situation der CDU. –
    Viele sehen im Schicksal der italienischen Democrazia Cristiana sozusagen die Blaupause für den Niedergang der CDU. Der Unterschied sei aber, dass die DC an ihren Korruptionsskandalen zerbrochen sei. Diese Sicht ist zu einfach. Der Keim des Niedergangs wurde eigentlich schon in den 60iger und 70iger Jahren gesät, als Bestrebungen aufkamen, sich nach links zu öffnen. Aldo Moro führte dann bedeutende Verstaatlichungen im Energiebereich durch (Enel) und weitete die Rolle des Staates in der Wirtschaft signifikant aus ( IRI – Istituto per la Ricostruzione Industriale). Das führte zu zwei Entwicklungen: Erstens wurden führende Posten in der Wirtschaft nicht mehr nach Kompetenz, sondern nach Parteibuch vergeben (das Saarland läßt grüßen!), was dann zweitens zu immer stärker ausufernder Korruption führte (die lukrativen Posten waren begehrt).
    Parallel dazu erodierten die Unterschiede zwischen den Parteien immer mehr; meist regierte eine Koalition aus fünf überwiegend linksgeneigten Parteien („Pentapartito“ – Weg zum „compromesso storico“). Die Ähnlichkeiten zu Deutschland sind kaum zu übersehen. Schließlich führte diese Gemengelage zur vollständigen Zerrüttung des politischen Systems. –
    Ein Gedanke zur Rußlandnähe der AfD: Auf die Frage eines Journalisten, ob die USA auch ihre NATO-Verbündeten ausspionierten, antwortete CIA-Direktor Richard Helms einst mit:
    „Das hoffe ich doch!“ (George Will: „In other words, we are indeed spying on, say, our NATO allies.“Richard Helms: „I hope so.“). Wenn die Amerikaner für Merkels Handy Interesse zeigten, interessieren sie sich garantiert auch für die größte deutsche Oppositionspartei. Ich bin sehr sicher: Wenn die AfD von Putin gesteuert würde, dann wüßten die Amerikaner das.

    • Werner Bläser
      09.09.2026

      Zur Ergänzung des Helms-Interviews: Das Interview fand ca. 10 Jahre nach dem Ausscheiden von Helms aus der CIA statt; deshalb mußte er sagen „ich hoffe es“, statt „ja, das ist so“.
      Generell wußten die amerikanischen Dienste recht gut Bescheid über die Aktionen der SU, schon aufgrund der zahllosen Doppelagenten und Überläufer in den Westen. Die östlichen Dienste hatten entsprechenden Respekt vor den Amerikanern (ganz im Gegensatz zur östlichen Einschätzung des BND, mit der Ausnahme der Zeit unter Gehlen).
      Ein alter Kämpe aus Langley äußerte sich einmal zur östlichen Finanzierung westlicher kommunistischer Parteien wie folgt:
      „Wir wußten, wer der Mann mit dem Geldkoffer war, wir wußten, wann er eintreffen würde, wir wußten sogar, wie viel Geld er im Koffer haben würde..,“
      Ich habe keinen Grund, anzunehmen, dass sie heute weniger intensiv hinschauen oder schlechtere Arbeit als früher leisten.