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Wochenrückblick: Das Pluralismusdurchsetzungsgesetz kommt, der Golanwein geht

Bundesjustizministerin Katarina Barley ist größer als ihr Vorgänger Heiko Maas und mindestens so gut gekleidet wie er, aber vergleichsweise unbekannt. Das beschloss sie zu ändern, als sie in der vergangenen Woche auf einer Diskussionsveranstaltung des „Tagesspiegel“ forderte, Facebook müsse seinen Algorithmus so modifizieren, dass „vor allem bei den Themen Flüchtlinge und Gender“ den Usern künftig auch Lesevorschläge gemacht würden, die nicht ihrer Meinung und noch nicht einmal ihrem Leseinteresse entsprächen.

Das verhindere eine Filterblasenbildung und sei gut für den Pluralismus, also die Demokratie. Als Vorbild, so Barley, könnte die Ausgewogenheit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks dienen. Da sich sowohl Facebook als auch dessen Kunden wieder einmal störrisch anstellen dürften, hört man das Pluralitätsdurchsetzungsgesetz schon trapsen.

Allerdings, ganz so dumm, wie Katharina Barley klingt, stellt sich die Idee gar nicht dar. Filterblasen gehören perforiert. Wer zu oft Nachrichten von Bento und der Süddeutschen teilt und auf Facebook verrät, dass er die heute show sieht, der bekommt künftig Texte aus der Acta diurna, von Achgut und Publico in die Timeline gespült. Zu viele Sternchen und Unterstriche in eigen und viel gelesenen anderen Texten führen unweigerlich zu einer gesteuerten und quotierten Zufuhr von Beträgen Hadmut Danischs. Damit das Prinzip nicht auf die digitale Welt beschränkt bleibt, gibt es von einem Stichtag an das Abo der Süddeutschen nur noch, wenn man wahlweise auch Cicero, Cato oder das demnächst erscheinende merkelkritische Magazin Brutus dazu nimmt. Gut dem Dinge.

Wer einfach die ganze Ausgewogenheit nüchtern und qualitativ hochwertig in einem Medium zusammengefasst haben möchte, der folge dem Hinweis der Frau Justizministerin und sehe Tagesthemen und/oder heute-Nachrichten.

Für Barley könnte sich die Pluralismusdurchsetzung zu dem entwickeln, was das Flugtaxi für die Digitalstaatssekretärin Dorothee Bär ist: ein, wie man heute sagt, Signature project, das den Namen eben noch wildfremder Politiker bekanntmacht. Bei Bär heißt es jetzt immer, wenn der Name fällt: ach, das ist die mit dem Flugtaxi. Bei der frisch gewählten SPD-Chefin Andrea Nahles (die es wahrscheinlich bis zum Geschäftsschluss der Partei macht) denken wir unwillkürlich: das ist die, die im Bundestag gesungen hat.

Sicher ist nur, dass die Zukunft besser wird als die Gegenwart, die Gegenwart aber schon das beste Deutschland aller Zeiten darstellt oder zumindest, wie Peter Altmaier sagen würde, das beste Deutschland des Jahres 2018. Die Kriminalität, berichtet das Bundesinnenministerium in dieser Jubelwoche, sei so stark gesunken wie seit 1993 nicht mehr. Über Vorfälle mit Messern kann nicht berichtet werden, dazu gibt es keine Statistiken, sondern nur die Erkenntnis, dass das Messer zu Deutschland gehört. Leider steigt die Kriminalität punktuell doch an, etwa (jeweils von 2016 zu 2017 in Prozent):

 

Berlin

• Widerstand gegen Polizeibeamte: plus 5,9 Prozent

• Gewalt auf Straßen und Plätzen: plus 16, 7 Prozent

• Sexualdelikte: plus 32,2 Prozent

 

Hamburg

• Straftaten gegen das Leben: plus 11, 7 Prozent

• Straftaten gegen sexuelle Selbstbestimmung: plus 13,5 Prozent

• Vergewaltigungen: plus 44,2 Prozent

• Mord: plus 100 Prozent

 

Frankfurt/Main

• Straßenraub: plus 6,2 Prozent

• Totschlag: plus 48,4 Prozent

• Vergewaltigung/sexuelle Nötigung: plus 63,0 Prozent

 

Und auch die Gewalt unter Jugendlichen nimmt seit 2016 zu, speziell an Schulen. Viele Qualitätsmedien fragen sich, was der Grund sein kann. „Steigende Gewalt an Schulen gibt Rätsel auf“, kopfkratzt sich die Zeit. In Niedersachsen erhöhte sie sich laut BKA beispielsweise um 32 Prozent, auch in den anderen Bundesländern, von Rohheitsdelikten bis zu sexuellen Übergriffen. Aber dort, wo eine schlimme und eigentlich nicht zum Bild passende Zahl erscheint, greift heute schon das Christian-Pfeiffer-Durchsetzungsgesetz. Deutschlands bekanntester Kriminalastrologe besteigt dann den einzigen Prototyp der Bär-1, fliegt die Redaktionen des Landes ab und erklärt:

„Wie der Kriminologe Christian Pfeiffer der Deutschen Presse-Agentur sagte, könne der Anstieg an einem geänderten Anzeigeverhalten liegen. In Zeiten großer medialer Aufregung über Gewalttaten würden Straftaten häufiger angezeigt. Auch wenn es sich bei den mutmaßlichen Tätern um Ausländer handele, sei die Anzeigebereitschaft statistisch erwiesenermaßen höher.“

„Erwiesenermaßen“, liebe dpa, ist natürlich grober Unfug, denn dazu müsste Pfeiffer mit drei F der einzige Mensch sein, der die Zahl der nichtangezeigten Straftaten kennt, und die auch noch aufgeschlüsselt nach Deutschen und Nichtdeutschen. Aber zum Wesentlichen: Delikte entstehen also zumindest statistisch durch mediale Aufregung über Straftaten. Der Sprecher des Deutschen Presserates Manfred Protze zeigt sich in Zeiten dieser medialen Aufgeregtheit bereit, das Übel an der Wurzel zu packen; er rügte vor Kurzem die Polizei dafür, dass die in ihren Pressemittelungen Herkunft von Tatverdächtigen häufiger nennen würde als die Qualitätspresse, wodurch, so Protze, ein Konkurrenzverhältnis entstehe. Nachrichtenkonsumenten würden dann öfter direkt bei der Polizei nachlesen als in sorgfältig kuratierten Blättern. So exzessiv sollte der Pluralismus natürlich nicht daherkommen.

Am Donnerstag feierten Israelis und Juden in der ganzen Welt den 70. Jahrestag von Israel, in Berlin fand die Feier im Hotel Maritim statt. Außenminister Heiko Maas hielt eine Rede, die sich so anhörte, als würde er aus seinem Buch vorlesen. Ein Journalistenkollege meinte hinterher, er hätte wenigstens nichts Falsches gesagt. (Kurzer Einschub: auf der Feier gab es einen folgenschweren und sogar veranstaltungsbeendenden Vorfall, um 22 Uhr ging nämlich der Wein aus. Nicht nur der exzellente Fumé Blanc von den Golanhöhen, sondern sämtliche Vorräte).

Aber weiter im Text. Maas sagte in seinem Vortrag: „Unsere Verantwortung, uns schützend vor jüdisches Leben zu stellen, endet nie.“ Was als Variation auf den Merkel-Satz zu verstehen ist, Israels Sicherheit sei Teil der deutschen Staatsräson. Vor einiger Zeit merkte Alexander Gauland an, er zweifle ein wenig daran, dass die Bundesregierung Soldaten der praktisch nicht einsatzfähigen Armee eines postheroischen Landes, in dem schon die Erschießung eines Amokläufers als polizeilicher Gewaltexzess gilt, im Ernstfall an den Jordan schicken würde beziehungsweise, horribile dictu, darüber. Die Pluralitäts- und Qualitätspresse machte daraus flott Zeilen wie: „Gauland stellt Israel-Solidarität in Frage.“

In dieser Woche nun wird die Angelegenheit noch etwas prekärer. Die Russen kündigten nämlich den Vertrag mit der Nato, der vorsieht, dass deren militärisches Großgerät mit gecharterten Antonov-124-Transportern in die Einsatzgebiete geflogen wird. Da bei der Bundesmarine kaum etwas schwimmt, insbesondere der größte Einsatzgruppenversorger „Berlin“ nicht, gebricht es der Armee mittlerweile an der reinen Möglichkeit, überhaupt auf irgendeinem Kriegsschauplatz außerhalb der eigenen Grenzen mit halbwegs schwerer Ausrüstung aufzutauchen. Der Truppe bleibt also nichts anderes übrig, als ihren Kampfpanzer „Franz Josef Strauß“, das Sanitätsfahrzeug „Georg Leber“ und den Pflegepanzer „Rudolf Scharping“ auseinanderzuschrauben und mit DHL nach Tel Aviv zu schicken („Ihre Sendung ist bei Ihrem Nachbarn abgegeben worden“). Die Soldaten kommen per Lufttaxi vom BER nach.

Aus guten Gründen lautet übrigens das ins Wappen eingestickte Motto der israelischen Armee: „Helft uns nicht. Allein ist es schon schwer genug.“

Wäre es nicht so schwer, sie irgendwohin zu spedieren, könnte die neue Generation von Bundeswehrwaffen eigentlich aus zurückgegebenen Echo-Preisen geschmiedet werden. Sie erinnern sich: Weil zwei so genannte Rapper, deren Namen hier nicht noch einmal verewigt werden müssen, ihren Stolz darauf herunterrappten, geilere Körper als Auschwitzhäftlinge zu haben, und dafür noch einen Echo-Preis abräumten, gaben in der letzten Woche Künstler reihenweise ihre Preise zurück, auch Preise der Vorjahre. Unter anderen auch der Pianist Igor Levit, den der Deutschlandfunk dazu befragte. Und zwar folgendermaßen:

„Deutschlandfunk: Sie sind ja selbst jüdischer Herkunft.

Levit: Ja.

DLF: Sie sind mit Ihrer Familie in den 90er-Jahren von Russland nach Deutschland gekommen.

Levit: Ja.

Reinhardt: Insofern würde ich jetzt mal davon ausgehen, dass Sie das besonders trifft. – Andererseits: Sie twittern sehr viel und Sie twittern in letzter Zeit auch jeden Tag einen jüdischen Witz. Das müssen Sie uns mal erklären, wie das zusammenpasst.“

Doch, einer Deutschlandfunkredaktörin muss man erklären, dass zwischen Pöbelgestammel über Auschwitzhäftlinge und jüdischen Witzen das besteht, was man in der Philosophie Kategorienunterschied nennt. Wie oft lacht ein öffentlich-rechtlicher Redakteur über einen jüdischen Witz? Drei Mal. Beim ersten Mal gar nicht, weil er denkt, so etwas sei politisch unkorrekt. Dann, wenn er den Witz noch einmal zusammen mit einer Unbedenklichkeitserklärung hört. Zum zweiten Mal, wenn er ihn erklärt bekommt. Und zum Dritten, wenn er ihn kapiert.

Wenn nicht alles täuscht, stammen Katarina Barley, Heiko Maas, Christian Pfeiffer, Manfred Protze, die Redakteurin des Deutschlandfunks und viele andere aus dem gleichen, aber hoffentlich nicht unerschöpflichen Pool von Leuten mit einer sehr ähnlichen Reflektionsfähigkeit, verbunden mit einer ebenfalls sehr identischen Welterfahrung.

Zum Glück geht dem Autor das pluralistische Weinangebot in Schreibtischgriffweite nicht aus.

 


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18 Kommentare
  • Rolf
    23. April, 2018

    Danke Herr Wendt!!

  • B.Rilling
    23. April, 2018

    Vielen Dank für Ihre recht wohlwollende Zusammenfassung der letzten Woche Herr Wendt! Vor lauter Feiern über den Echo und darüber, dass unser Land endlich wieder sicher ist, so sicher wie schon seit 93 nicht mehr, sollten wir aber nicht unerwähnt lassen, dass in Bremen der Asylstatus quasi gegen einen kleinen Obolus verschenkt wurde. Und ich bin sicher, das ist nur das was bisher ans Licht gekommen ist. Darauf noch ein Rheinhessenriesling! Prost!

  • Ernst-Fr. Siebert
    23. April, 2018

    Einer, im Deutschlandfunk gehört, vor gefühlt 100 Jahren:
    Klaut ein Itzig auf dem Markt eine Fish und versteckt ihn unter dem Kaftan. Kommt eine Polifizist und sagt: “Kaufst Du längere Kaftan, oder klaust Du kirzere Fish.”
    Oder noch einer.
    “Papa, wieviel ist 3 x 3?” ” Mhhm … Kaufen wir, oder verkaufen wir?”
    Wenn mich jetzt einer be- oder verklagt, soll es doch bitte wenigsten ein Jude sein. 😉

  • Peter Maronde
    23. April, 2018

    “Deutschlandradio/funk REDAKTÖRIN, köstlich.

    Alexander Wendt ist als Satiriker auch eine Nummer für sich.

    Dieser Artikel gereicht jedem Satiriker zur Ehre.
    Habe ihn mit besonderem Genuß gelesen!!!

  • Knaddl75
    23. April, 2018

    Lieber Herr Wendt,
    besten Dank für diese wunderbare Zusammenfassung des alltäglichen Wahnsinns…
    Insbesondere die Passage über die Bundeswehr hat mir die Lachtränen ins Gesicht getrieben – Sie haben mir den Tag versüßt!

  • August Klose
    23. April, 2018

    Nun ja, um zum gewünschten Ziel zu kommen, müsste noch ein Leseregister eingeführt werden. Die Bürger müssen sich freiwillig zwangsregistrieren und dann zu einer wöchtlichen Lautlesezeit von sagen wir mal sieben Stunden angehalten werden. Zur Kontrolle werden Mikrofone in der Wohnung installiert. Wer zu viel Hadmut und Publico ließt, muss ein Pflichtabo der taz (hilfsweise der Jungen Welt) abschließen und wöchtliche zusätzliche Lesezeiten der Gutlektüre nachweisen. Der Arbeitgeber wird informiert. In den Hausgemeinschaften werden Pressevertrauensleute verpflichtet, die Zusatzlektüre auf Unterstreichungen zu kontrollieren und regelmäßig sonntags den Wissensstand abzufragen. achgut-Leser oder gar die von Klonovski müssen auf der rechten Straßenseite gehen und werden zur permanenten Hausordnung verpflichtet. Hartgesottene können sich nur durch einen Besuch in der neu zu schaffenden Kahane-Behörde entrechtszifizieren. Habe ich jetzt etwas vergessen?

  • Andreas Dumm
    23. April, 2018

    Wieder ein Text mit der höchsten denkbaren Punktezahlt im Hinblick auf den Weltschmerzkompensationsindex der Leser. Danke!

  • Matthias Rahrbach
    23. April, 2018

    Aber natürlich doch wollen Politiker dem Volk vorgeben, was sie zu denken haben. Blasenbildung verhindern beim Thema Zuwanderung und Gender? Da hätte ich einen Vorschlag: Hört das zensieren auf! Bei den beiden Themen wird nämlich zensiert ohne Ende.

    Würden bei den Themen zwecks Verhinderung von “Blasen” wirklich Informationsquellen vorgeschlagen, die dem Nutzer nicht gefallen, würde die Blase damit noch perfekter.

    Denn das, was sie jetzt zensieren, werden sie dem Nutzer nicht vorschlagen. Was zensieren sie beim Thema “Gender”? Selbst Biologen und sogar Biologieprofessoren, die sich gegen die Genderideologie aussprechen, die ja DIE biologiefeindliche Ideologie unserer Zeit ist.

    Ich habe Beweise dafür.

    • Matthias Rahrbach
      23. April, 2018

      Nachtrag: Hier ein paar Beispiele dafür, was beim Thema “Islam” und “Gender” alles zensiert wird:

      Kian Kermanshahi schreibt an Enissa Amani:

      „Ich bin ex Schiite, iranischer Herkunft und stand fast 30 Jahre hinter der islamischen Revolution des Iran. Dein grauenvoller Auftritt, mit Deiner penetranten Art andere zu überschreien, hat Deine intellektuelle Abwesenheit deutlich zu diesem wichtigen Thema gezeigt. Die Inschutznahme dieser perfiden Religion, während in unserem GEMEINSAMEN Land Iran, Frauen unter Lebensgefahr gegen das Kopftuch rebellieren und islamkritische Denker ermordet werden, ja sogar innerislamische Kritiker unter Hausarrest gestellt werden, kommst du daher und beschreibst den Islam als eine Flower Power Religion. Wenn Du mal ein substanzielles Gespräch zum Islam suchst, stelle ich mich sehr gern einer Live Debatte mit Dir… “

      Quelle: https://philosophia-perennis.com/2018/04/14/enissa-amani-ein-freilandhuhn-bettelt-um-kaefighaltung/

      Auch das hier

      „Einem jungen Mädchen ein Kopftuch überzustülpen, ist keine Religionsausübung, sondern pure Perversion.“

      wurde erst gelöscht und dann wieder freigeschaltet, als ans Tageslicht kam, dass es eine Frau „von denen da oben“ gepostet hatte.

      Quelle: https://philosophia-perennis.com/2018/04/10/facebook-eure-verlogene-scheinheiligkeit-ist-einfach-nur-widerlich/

      Nicht nur Islamkritik wird zensiert, sondern auch Kritik an der Genderideologie:

      https://demofueralle.wordpress.com/2017/12/15/groteske-zensur-facebook-loescht-beverfoerde-posting-zum-nicht-existenten-3-geschlecht/

      Sie hatte nur geschrieben, dass kein drittes geschlecht vorliegt, sondern eine biologische Anomalie, wenn keine eindeutige Geschlechtszuorndung möglich ist.

      Als ich dieses Zitat

      „Bis in die 1920er Jahre sprach man von ­Geschlechtervielfalt. Mit den Nazis kam die Theorie einer weitgehend klaren biologi­schen Zweiteilung, die auch immer noch im Biologiestudium vermittelt wird, obwohl die aktuelle Forschung längst weiter ist.“

      von Heinz-Jürgen Voss mit Quellenangabe (https://chrismon.evangelisch.de/artikel/2013/weder-mann-noch-frau-19543) auf Facebook postete, verschwand es nur vier Minuten später im Spamordner.

      Ich hatte letzten Sommer auch diesen Artikel mit Kritischen Äußerungen von Prof. Ulrich Kutschera über die Genderideologie versucht zu posten:

      https://philosophia-perennis.com/2017/07/08/evolutionsbiologe-prof-kutschera/

      Es hieß dann „Wir haben diesen Beitrag entfernt, weil er Spam zu sein scheint und nicht unseren Gemeinschaftsstandards entspricht“.

      Ich habe einen Screenshot davon.

      Ich selbst habe auf Facebook für mein Buch geworben und meine Meinung gesagt, zur Genderideologie, zu den Auswüchsen des Feminismus, zur Internetzensur und Bedenken zur Islamisierung habe ich auch geäußert, allerdings immer sachlich und ohne Hass.

      Endergebnis: Ich bin seit Oktober letzten Jahres offenbar dauerhaft dort gesperrt.

      Um dieses Buch hier

      http://www.verlag-natur-und-gesellschaft.de

      geht es. Ich bin mal gespannt, wann die ersten Bücher verboten oder gleich öffentlich verbrannt werden. Eine Demokratie ist Deutschland jedenfalls nicht mehr.

      • Prof. Mag . Meier-Bergfeld M.A
        26. April, 2018

        Zur Genderideologie vom wissenschaftlichen (germanistischen) Standpunkt aus. Die drei grammatischen Geschlechter und ihre Etablierung verlieren sich in der unerforschbaren Vorzeit des Indogermanischen.
        Man weiß es nicht. Die heutige These der gender mainstreaming-Apologeten basiert auf der These: Die Nichterwähnung des grammatischen weiblichen Geschlechts ist die Unterdrückung des weiblichen sexuellen Geschlechts. Das ist wissenschaftlich betrachtet Unsinn. Beispiele: die (weibliches Pronomen) Vorhaut (ziemlich männlich), der (männliches Pronomen) Kitzler (ziemlich weiblich). So: der Muttermund, die Eichel etc etc. . Sorry, für die eher vulgären Beispiele. Aber sie zeigen den Unfug sehr klar. Prof. Meier-Bergfeld
        Ptof.

  • oldman
    23. April, 2018

    “Die Kriminalität, berichtet das Bundesinnenministerium in dieser Jubelwoche, sei so stark gesunken wie seit 1993 nicht mehr.”
    Soweit ich mich entsinne, wurde in der Tagesschau – oder war es Heute ? – (ich sehe mir solchen Schund selten ganz an) dazu von einem “Vorentwurf einer Statistik” berichtet, was immer das sei..
    Soll wahrscheinlich heißen, dass Herr Pfeiffer (und nicht nur der )nochmals vor der endgültigen Veröffentlichung prüft, um erklärungsbedürftige Überraschungen zu vermeiden. Traue keiner Statistik, die du nicht ….

  • Sherman
    23. April, 2018

    Sehr geehrter Herr Wendt,
    vorab muß ich Ihnen erklären, daß ich 1937 geboren wurde und von meiner Erziehung her nie etwas mit Nazis zu tun hatte. Trotzdem muß ich mich heute von den ” Gutmenschen ” in die rechte Ecke drängen lassen.
    Meine Eltern waren nie Nazis, sie hätten sich sehr viele Vorteile nach dem Krieg verschaffen können, indem Sie den Amerikanern, gleich am ersten Tag der Besetzung von Pirmasens, ihre Fragen beantwortet hätten.
    Aber meine Eltern waren trotz der vielen Repressalien im dritten Reich, stolz deutsch zu sein.
    Dadurch ergibt sich auch meine Denkweise bis zum heutigen Tag.
    Zu meinen jetzigen Freunde zählen ein Türke ( Moslem ) ein Pakistani ( Moslem ) ein Ägypter ( Moslem ) Mit letzterem telefoniere ich täglich. Er studierte in Deutschland, machte seinen Doktor und ging wieder zurück nach Kairo. Er hat zu den höchsten Regierungsstellen ein sehr gutes Verhältnis. Ich kann mit ihm auch über politische Fragen diskutieren und trotz der religiösen Unterschiede sind wir fast immer einer Meinung. Warum ich Ihnen das alles schreibe ?
    Weil ich keine Antworten weiß auf die politische Diskussion. Ich bin fest überzeugt der Islam gehört nicht zu Deutschland. Viele Politiker sind anderer Meinung.
    Meine Frage : wenn der Islam zu Deutschland gehört, gehört dann die Unterdrückung der Frauen, der Antisimetismus, die Heirat unter Verwandten, die Kinderehe, die Verheiratung eines Mannes mit mehreren Frauen,
    die Scharia — die vor unserem Grundrecht — ebenso zu Deutschland ?
    Vielleicht können Sie mir eine Antwort auf mein Frage geben.
    mit freundlichen Grüßen
    Werner Röser

  • Grand Nix
    23. April, 2018

    In vino veritas, Herr Wendt. Wenn DAS, am Ende des Tages, dabei von Ihnen herauskommt, dann aber bitte, bitte weiter hoch die Gläser. Bei manchen Textstellen musste ich, kein “Witz”, wie ein Pferd loswiehern und höllisch aufpassen, dass ich meine geliebten Walnüsse, die ich dabei gerade genüsslich knabberte, nicht unkontrolliert über den ganzen Schreibtisch verteile. Ihre dargebotene Kost war diesmal sehr themen- und umfangreich, was zu lesen etwas mehr Zeit und Muße erforderte, aber summa sumarum wieder sehr lohnenswert war.

    Übrigens, der “Pool” aus dem Sie Barley, Maas, Pfeife und Co richtigerweise entspringen sahen, ist leider kein echter “Pool”, lieber Herr Wendt, leider. Wenn Sie, ein wenig weiter links an dieser recht echt wirkenden Attrappe vorbeigehen, und die beachtliche bunte Fata Morgana rechts liegen lassen, stoßen Sie irgendwann unweigerlich auf ein schwarzes Meer, welches, Sie ahnen es, ich bin bereits todesmutig in diese pechschwarze und schäumende Brühe abgetaucht, mit dieser “Pool-Attrappe” verbunden, verknüpft, verlinkt, verdrahtet ist. Ups!

    Vive la France! Vive la Révolution! Salut! Rien ne va plus!.

  • Bernd Lauert
    23. April, 2018

    > als sie in der vergangenen Woche auf einer Diskussionsveranstaltung des „Tagesspiegel“ forderte, Facebook müsse seinen Algorithmus so modifizieren, dass „vor allem bei den Themen Flüchtlinge und Gender“ den Usern künftig auch Lesevorschläge gemacht würden, die nicht ihrer Meinung und noch nicht einmal ihrem Leseinteresse entsprächen.

    Das wirklich erschreckende an Forderungen wie diesen (es sind ja wirklich Forderungen, nicht etwa Vorschläge), ist die todernste Miene, mit der solche groben Frechheiten vorgetragen werden.
    Es fällt ihnen ja wirklich gar nichts mehr dabei auf; sie träumen und fordern mit solch einer Selbstverständlichkeit das MiniWahr herbei, dass einem Angst und Bange werden kann.

    Und sie meinen es nicht einmal böse.
    Die haben einfach überhaupt nichts verstanden. Hatten sie vermutlich nie.

    Was absolut klar wird an Barleys Einschätzung zur Machbarkeit:
    > „Eine Verpflichtung, dass Algorithmen pluralistischer ausgestaltet werden, halte ich für machbar und nicht schwierig“

    Hier ist aufs wunderbarste dokumentiert worden, wie der Fisch vom Kopf her stinkt. Merkel macht es nämlich genauso:
    Sie (Barley) hälts für “machbar” und “nicht schwierig”, also los, Zuckermann: Algorithmen “ausgestalten”. Und zwar “pluralistisch”.
    Können sie schon selber die Zensur nicht einführen, sollen es die AGBs regeln, denen wir alle uns unterwerfen müssen, wollen wir nicht vom Netz abgeschnitten werden.

    Dass ihr auf dieser Konferenz, auf der ganz sicher nur hundertprozentige Demokraten und andere Wichtigtuer zugegen waren, offenbar Niemand die Frage gestellt hat, wie denn Facebook bitteschön entscheiden können solle, was pluralistisch sei und was Propaganda, das lässt tief blicken.

    Klar, wer sich nicht für Gendergetröte interessiert kann einen entsprechenden Artikel vorgeschlagen bekommen. Aber warum sollte man sich den Unfug antun, nur weil Facebook ihn vorschlägt? Und warum sollte man bei Facebook bleiben, wenn Facebook ständig belehren will?
    Und wie bitteschön soll Facebook für Pluralismus sorgen, wenn die Algorithmen nur Tags verwalten können?
    Nehmen wir den Tag “Flüchtlingskrise” (wir könnten auch “Steuerungerechtigkeit”, “GEZ” oder “Putin” nehmen).
    Wie soll der Algorithmus feststellen, wie der Spin des Artikels ist? Anhand von Schlagwörtern? Selbst, wenn das Wort Kanake im Artikel auftaucht, wäre das nicht eindeutig.
    Was also müsste geschehen? Es müssten doch wohl Menschen die Artikel bewerten, entsprechend ihrer Position in Barleys puralistischen Spektrums.
    Geschieht ja bereits mit hunderten von halbstaatlichen Zensoren, soll das etwa ausgebaut werden?
    Denkt Barley etwa an Orwells Televisoren? Diese Fernsehgerätartigen Ungetüme aus denen ständig Propaganda schallt während der Rezipient ausspioniert wird? Die man nicht abschalten kann?

    Ja, ich denke schon, dass ihr genau so etwas vorschwebt.
    Würde sie nie zugeben (und nicht mal merken) und empört (“auf’s äusserste”) von sich weisen.
    Und sich dann (je nach Empörung) eine Weile bedeckt halten (…).

    • Grand Nix
      26. April, 2018

      Sobald “gute” Parteisoldaten in ihre Parteizentrale einmarschieren, denken sie nicht mehr, erfüllen nur noch die Vorgaben der Parteiführung, so auch Maas und Barley. Viele Arbeitnehmer verhalten sich ähnlich, man nennt es “Dienst nach Vorschrift”. Der Unterschied ist nur, dass die Folgen, verursacht durch diese und viele andere Parteisoldaten, erheblich gravierender für die Menschen in diesem Land sind. Eine große Firmenpleite mitzuerleben, ist das eine, ein totales Staatsversagen auf ganzer Linie mitzuerleben, etwas ganz anderes.

    • Prof. Mag . Meier-Bergfeld M.A
      9. Mai, 2018

      “Kanake” nennen sich die Einwohner Tahitis selbst. Ich war dort, in Papeete. So, what? P;MB

  • Gasthuber
    24. April, 2018

    …köstlich, Herr Wendt – und so wahr!
    Netzwerkdurchsuchungsgesetz und Demokratieabgabe hin oder her!
    Bleiben Sie dran!

  • Dieter Schilling
    24. April, 2018

    Antwort für Herrn Röser (sherman): Natürlich müssen Sie (müssen wir) das alles, was Sie erwähnten, mit übernehmen, wenn man sagt: “Der Islam gehört zu Deutschland.”
    Sie können ja auch nicht aus dem Grundgesetz nur die Ihnen genehmen Paragraphen raussuchen – “und der Rest geht mich nichts an.”
    Dass die DDR ein Unrechts-und Unterdrückerstaat war, wird ja nicht dadurch wett gemacht, dass die für jedes Kind einen Kindergartenplatz oder so niedrige Mieten hatten.
    Wenn ich Mitglied der SPD werde, muss ich halt mitsingen: “Brüder, zur Sonne zur Freiheit” oder die “Internationale”, ob ich nun Unternehmer bin oder nicht.
    You can’t have the one without the other.
    Und glauben Sie nur nicht, dass Muslime hier in D die Mehrheit, also 50% + bräuchten um zu bestimmen, was hier abgeht. 20-25% reichen, um zusammen mit Linken und/oder Grünen die Agenda zu bestimmen. Viel Spaß!

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