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Werner Bläser
24.07.2026„According to the Tao of the enlightened ruler, the humble can criticize the faults of the noble; the inferiors must denounce the crimes of the superiors; sincerity is judged by the comparison of diverse opinions; and information has no biased channel.“
( Han Fei, ca. 280 v.Chr. – 233 v.Chr., Eight Fallacies).
– Wir sehen: Würde Han Fei heute leben, er hätte keine Chance auf einen Posten beim ÖR.
Werner Bläser
24.07.2026„ … laut Cassius ist es ein natürliches Recht, Gewalt mit Gewalt zu begegnen, [also] wer könnte abstreiten, dass jedwede Person legalerweise jedem Widerstand leisten darf, der die Regierung einer Stadt, einer Provinz, oder eines Königreichs usurpiert?“
(Coluccio Salutati, 1331 – 1406, Kanzler der Republik Florenz. Tractatus de tyranno.)
-… was haben wir für ein Glück, dass wir nicht in dieser Lage sind!
Werner Bläser
27.07.2026Noch einmal Schopenhauer, weil es so treffend ist:
„Die angeborne Eitelkeit, die besonders hinsichtlich der Verstandeskräfte reizbar ist, will nicht haben, daß was wir zuerst aufgestellt, sich als falsch und das des Gegners als Recht ergebe. Hienach hätte nun zwar bloß jeder sich zu bemühen, nicht anders als richtig zu urteilen: wozu er erst denken und nachher sprechen müßte. Aber zur angebornen Eitelkeit gesellt sich bei den Meisten Geschwätzigkeit und angeborne Unredlichkeit. Sie reden, ehe sie gedacht haben, und wenn sie auch hinterher merken, daß ihre Behauptung falsch ist und sie Unrecht haben; so soll es doch scheinen, als wäre es umgekehrt. Das Interesse für die Wahrheit, welches wohl meistens bei Aufstellung des vermeintlich wahren Satzes das einzige Motiv gewesen, weicht jetzt ganz dem Interesse der Eitelkeit: wahr soll falsch und falsch soll wahr scheinen.“.
(Schopenhauer, Die Kunst, Recht zu behalten. Im Nachlass, geschr. um 1830).
Wer sich noch fragt, warum die Altparteien – manche nennen sie schon „Abschaumparteien“ – nicht von ihren ins Auge springenden Fehlentscheidungen bei Migration, Klimapolitik, Energie- und Wirtschaftspolitik… abrücken, findet bei unserem grossen Philosophen die Antwort. Selbiges gilt grosso modo für die irre Brandmauerstrategie, obwohl sich da einzelne Mauerspechte betätigen.
Diesem irrationalen Verhalten liegen tiefe psychologische Grundmechanismen zugrunde. Schon Freud entdeckte „Ich-Verteidigungsimpulse“ (ego defence); Leon Festinger legte in seinem Klassiker über Kognitive Dissonanz die Mechanismen offen, mit denen Menschen sich gegen Informationen wehren, die ihren Überzeugungen widersprechen. Hinzu kommt, dass falsche Entscheidungen oft schon entsprechend falsche Strukturen verfestigt haben und erhebliche Kosten verursacht haben, die man nicht abschreiben will. So klammert man sich an einen Strohhalm, dass es vielleicht doch noch gut ausgeht (wir erinnern uns an Merz‘ Aussage, dass der Atomausstieg falsch, aber irreversibel wäre).
Und so kommt es nun nach dem Islamistenanschlag in Berlin, wie es kommen mußte: Es wird weiter geleugnet, verdreht, geframed, relativiert, dass sich die Balken biegen. Schon haben wir als Reaktion wieder die ersten Demos gegen Rechts.
Man muß es wiederholen, bis es jeder sieht: Wir leben in einem Irrenhaus.
Werner Bläser
27.07.2026Zur Ergänzung des „Irrenhauses“ ein einleitendes Zitat und ein aktuelles Fallbeispiel:
„ Differences Among the Motivating Factors [chapter 10]
The preceding three chapters have presented and discussed three concepts which we have felt to be important to the understanding of the motivation of voting behavior. Each of the concepts—party identification, issue orientation, and candidate orientation—has been considered independently of the other two…
In general, people who identify themselves as Democrats are more likely to take a Democratic position on issues and to regard the Democratic candidate more favorably than are the Republicans. Republican identifiers similarly tend to have Republican attitudes and preferences. It would be remarkable if this were not true. A close inspection …. will reveal, however, that there are many exceptions to these general trends. (A. Campbell, The Voter Decides, 1954, S.145ff.).
Angus Campbells „The American Voter“ und sein „The Voter Decides“ sind beide Klassiker der Psephologie (im Gefolge von Lazarsfelds „The People‘s Choice“), die früher jeder Politologiestudent gelesen haben mußte. Er dröselt u.a. auf, wie die Einstellung einzelner Wähler zu bestimmten politischen Positionen und ihre Parteiaffiliation sich krass widersprechen können.
Sicher haben wir uns alle schon einmal gefragt, wieso aus Umfragen eine extreme Unzufriedenheit mit der deutschen Regierung und eine in wichtigen Einzelfragen wie Migration zum Konservativen tendierendes Meinungsklima mit den eher linken oder linksmittigen Wahlabsichten zusammenpasst (70% der Wähler sind für Altparteien).
Ein Teil der Erklärung liegt wohl im Beharrungsvermögen von langjährigen Parteiaffiliationen, ein Teil auch daran, dass Parteien im Wahlkampf „unter falscher Flagge segeln“ (rechts blinken, links abbiegen).
Dabei ergeben sich skurrile Situationen. Ich zitiere ein kürzliches Strasseninterview aus dem Gedächtnis:
Frage: „Wie ist Ihre Einstellung zur Migration?“
A.: „Ich finde, dass wir viel zu viele aufgenommen haben; das muß dringend gestoppt werden.“
F.: „Und was meinen Sie zur Energiepolitik?“
A.: „Der Atomausstieg war ein schlimmer Fehler. Wir sollten diese Kraftwerke wieder einschalten.“
F.: „Sind Sie mit der deutschen Klima- und Wirtschaftspolitik einverstanden?“
A.: „Nein, wir wissen doch, dass Deutschland für das Weltklima nicht wichtig ist, und die Wirtschafts- und Steuerpolitik engt die Unternehmen viel zu sehr ein.“
F.: „Eine letzte Frage: Was würden Sie wählen, wenn jetzt Wahlen wären?“
Antwort: „SPD!“
– Da kann man fast nur noch in die nächste Kneipe gehen und ein paar Verzweiflungsbiere kippen.
Werner Bläser
29.07.2026Irrenhaus, Folge 3. Gespräch mit einem deutschen Brückenbauingenieur. Er ist fest davon überzeugt, dass unsere Kinder schon in wenigen Jahrzehnten ersticken werden. Sauerstoffmangel durch Klimawandel. Ist dieses Volk noch zu retten? Ich zweifle.