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Erich H Ulrich
21.03.2026Ich habe ersthafte Zweifel, ob der Unsinn den Habermas peudo-intellektuell zu verschwurbeln versuchte, jemals wieder die Köpfe der linksversifften Studierendinnen verlassen werden.
Erich H Ulrich
21.03.2026Als geborener Schluchtenscheißer bin ich über die Entwicklung im Altreich richtig entzückt. Irgendwie ist es beruhigend festzustellen, dass woanders noch unfähigere Apparatschicks jeden greifbaren Karren reihenweise und aus tiefster Überzeugung an die Wand fahren. Als ich als heute 82-jähriger zu Schule ging, galt ihr noch als das Reich der Dichter und Denker, was mich veranlasste, nach dem Studium zu Euch auszuwandern. Nach teils erfolgreichen 8 Jahren war allerdings eine Flucht alternativlos, obwohl dieses Wort damals im Sprachgebrauch noch nicht vorkam.
Jetzt genieße ich als Pensionist euer selbstverschuldetes Elend – fußfrei 1. Reihe – aus einerm mittlerweile ebenfalls niedergehenden Nachbarschaft. Statt Loriot eben Slomka, Lanz, Restle und Halkali als Kirsche auf der Torte. (Frage: Wie lange halten Sie das noch aus?)
Werner Bläser
21.03.2026Herr Pieper (möge Gott ihn besser kennen als ich ihn kenne) hat im Prinzip Recht. Das Sollen gründet im Sein. Allein, der Casus Beknacktus zwischen Sollen und Sein ist wohl der, dass beides im Leben der meisten stark voneinander abweicht.
Mein Freund Niccolò aus Florenz hat das mal in seinem Buch über irgendeinen Fürsten in etwa so ausgedrückt:
„… da, wie man lebt, und wie man leben sollte, in meinen Augen so weit von einander abliegt, daß, wer das, was geschieht, um das, was geschehen sollte, verabsäumt, eher seinen Untergang als seine Errettung erleben wird, insofern ein Mensch, der in allen Stücken zum Guten sich bekennen wollte, unter so Vielen, die nicht gut sind, zu Grunde gehen muß.“ (Der Fürst. Kap. 15).
Ich gebe zu, mein Freund kann manchmal wirklich ein sauertöpfischer Pessimist sein, obwohl er glücklicher Besitzer eines Weinguts ist, worum ich ihn beneide.
Aber wenn schon ein Italiener derart dem Düsteren verfallen ist, müssen wir uns über unsere eigenen Landsleute nicht wundern.
Da meint ein gewisser Schopenhauer, wir Menschen hätten es generell nicht so mit der Wahrheit – obwohl man uns doch in unserer Jugend erzählt, wir sollten nach ihr streben. [Beiseite gefragt: könnte es eigentlich sein, dass gewisse Politiker niemals eine Jugend hatten?].
Schopenhauer versteigt sich doch tatsächlich zu folgenden empörenden Behauptungen:
„ Also die objektive Wahrheit eines Satzes und die Gültigkeit desselben in der Approbation der Streiter und Hörer sind zweierlei. (Auf letztere ist die Dialektik gerichtet.)
Woher kommt das? – Von der natürlichen Schlechtigkeit des menschlichen Geschlechts. Wäre diese nicht, wären wir von Grund aus ehrlich, so würden wir bei jeder Debatte bloß darauf ausgehn, die Wahrheit zu Tage zu fördern, ganz unbekümmert ob solche unsrer zuerst aufgestellten Meinung oder der des Andern gemäß ausfiele: dies würde gleichgültig, oder wenigstens ganz und gar Nebensache sein. Aber jetzt ist es Hauptsache. Die angeborne Eitelkeit, die besonders hinsichtlich der Verstandeskräfte reizbar ist, will nicht haben, daß was wir zuerst aufgestellt, sich als falsch und das des Gegners als Recht ergebe. Hienach hätte nun zwar bloß jeder sich zu bemühen, nicht anders als richtig zu urteilen: wozu er erst denken und nachher sprechen müßte. Aber zur angebornen Eitelkeit gesellt sich bei den Meisten Geschwätzigkeit und angeborne Unredlichkeit. Sie reden, ehe sie gedacht haben, und wenn sie auch hinterher merken, daß ihre Behauptung falsch ist und sie Unrecht haben; so soll es doch scheinen, als wäre es umgekehrt. Das Interesse für die Wahrheit, welches wohl meistens bei Aufstellung des vermeintlich wahren Satzes das einzige Motiv gewesen, weicht jetzt ganz dem Interesse der Eitelkeit: wahr soll falsch und falsch soll wahr scheinen.“.
„Jeder also wird in der Regel wollen seine Behauptung durchsetzen, selbst wann sie ihm für den Augenblick falsch oder zweifelhaft erscheint.
Fussnote:
Machiavelli schreibt dem Fürsten vor, jeden Augenblick der Schwäche seines Nachbarn zu benutzen, um ihn anzugreifen: weil sonst dieser einmal den Augenblick benutzen kann, wo jener schwach ist. Herrschte Treue und Redlichkeit, so wäre es ein andres: weil man sich aber deren nicht zu versehn hat, so darf man sie nicht üben, weil sie schlecht bezahlt wird: – eben so ist es beim Disputieren: gebe ich dem Gegner Recht, sobald er es zu haben scheint, so wird er schwerlich dasselbe tun, wann der Fall sich umkehrt; er wird vielmehr per nefas verfahren: also muß ich’s auch. Es ist leicht gesagt, man soll nur der Wahrheit nachgehn ohne Vorliebe für seinen Satz; aber man darf nicht voraussetzen, daß der Andre es tun werde: also darf man’s auch nicht.“
(Arthur Schopenhauer. Die Kunst, Recht zu behalten. [aus dem Nachlass; wohl geschrieben um] 1830).
Ich muss gestehen, ich war versucht, zu glauben, ich verstünde deutsche Politik jetzt besser. Sollte es etwa so zu erklären sein, dass man gewisse Leute, die man früher einmal als Faschos bezeichnet hat, auf immer und ewig als solche darzustellen hat? Obwohl inzwischen sogar Gerichte anderer Meinung sind?
Und sollten gewisse Energieformen, die man früher als Teufelszeug gebrandmarkt hat, für immer im diskursiven Orkus zu verbleiben haben? Oder dass gewisse Mauern, die man einmal zum Brandschutz errichtet hat, niemals der zersetzenden Arbeit irgendwelcher Spechte anheimfallen dürfen?
Nein, kann nicht sein. Bei uns in Deutschland wären solche kindischen Narreteien nicht möglich.